Politik

Spanien und Portugal erwarten größte Dürre seit 70 Jahren

Lesezeit: 1 min
13.04.2012 23:04
Die Pflanzen auf den Feldern sind verdorrt, die Stauseen kaum gefüllt und Aussicht auf Regen gibt es keine. Spanien und Portugal leiden nach dem trockenen Winter unter einer extremen Dürre. Damit wird sich die Krise zuspitzen, den die landwirtschaftlichen Produkte sind die wichtigsten Exportgüter beider Länder.
Spanien und Portugal erwarten größte Dürre seit 70 Jahren

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Aktuell

IWF: Lagarde will 500 Milliarden Dollar für Rettung auftreiben

Die wirtschaftlich stark angeschlagenen Länder Portugal und Spanien erleben derzeit die größte Dürre seit 70 Jahren. Der Winter war enorm trocken. In Spanien sind nur 30 Prozent des üblichen Niederschlag zwischen Dezember und Februar gefallen. In den meisten Regionen finden die Bauern nur mehr verdorrte Getreidesorten. In Galizien, das für seine saftigen Wiesen bekannt ist, gibt es kein Gras auf den Weiden. Die Landwirte müssen das Futter für ihre Schafe und Rinder zum Preis von zwei Millionen Euro pro Tag teuer per Schiff einführen, so der nationale Sprecher des landwirtschaftlichen Verbands, Gregorio Juarez.

Besonders bedenklich ist auch die aktuelle Situation in den Stauseen. Landesweit sind die Stauseen zu 62 Prozent ihrer Kapazität gefüllt. Doch gerade dieser Wasservorrat wird für die lukrativen Obst- und Gemüsekulturen in Spanien benötigt. Sie machen jedes Jahr 40 Milliarden Euro in der Land-und Viehwirtschaft aus. Hinzu kommt, dass es in den Regionen, die üblicher Weise über reichlich Regen verfügen, deutlich weniger Stauseen existieren. Infolgedessen wird auch hier die Dürre starke Einschnitte mit sich bringen.

In der nördlichen, regenarmen Provinz Huesca ist der Stausee gar nur zu 20 Prozent gefüllt. Die dort ansässigen Bauern erhalten so nur 20 Prozent ihres üblichen Wasseranteils und müssen etliche Flächen unbewirtschaftet lassen. So entgehen allein dieser Provinz aufgrund deutlich geringerer Ernten von Pfirsichen, Kirschen, Mandeln und Trauben Einnahmen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Dank der Landwirtschaft in dieser Region finden hier in einem guten Jahr 6.000 Menschen Arbeit in der Ernte und weitere 2.000 im Bereich der Konserven und Verpackungsindustrie und anderen dazugehörigen Dienstleistungsunternehmen.

In Portugal ist die Situation ähnlich. Der portugiesische Wetterdienst stuft fast die Hälfte der Fläche Portugals in diesem Jahr als zu trocken und unter einer Dürre leidend ein. Am Donnerstag teilte das portugiesische Landwirtschaftsministerium mit, sieben Sofortmaßnahmen zu ergreifen. Aktionen wie die Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für Bauern und Viehzüchter soll Erleichterungen in Höhe von 40 Millionen Euro schaffen.

Mehr zum Thema

Spanien: Gewaltfreier Widerstand soll zur Straftat erklärt werden

Abwärtsspirale: Rekord-Arbeitslosigkeit in Griechenland

Krise entzweit Europa: Schlagabtausch zwischen Spanien und Italien

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Finanzen
Finanzen Weniger Administration, mehr Fokus: Mit digitaler bAV-Verwaltung den nächsten Schritt gehen

Was macht einen Arbeitsplatz attraktiver als andere. Sicherlich mehr als nur das monatliche Gehalt. Langfristiges Denken kann sich für...

DWN
Politik
Politik Mit der neuen Bundesregierung ist der „Great Reset“ das Todesurteil für den deutschen Mittelstand

Die Ziele im Rahmen des „Great Reset“ und der Pandemie bedrohen vor allem den deutschen Mittelstand. Über 99 Prozent aller Unternehmen...

DWN
Finanzen
Finanzen Schnellt der Goldpreis bis zum Ende des Jahres auf 3.000 Dollar hoch?

In Zeiten wie diesen, in denen die Geld- und Fiskalpolitik noch nie lockerer war, könnte der Goldpreis bis zum Endes des Jahres noch auf...

DWN
Finanzen
Finanzen DWN-SPEZIAL: Finanzielle Repression wird Bürger in die Armut stürzen

Einem Bericht zufolge wird nach der Merkel-Ära in Frankreich und Italien Staatsschulden-Krisen ausbrechen. Dann wird in der EU die...

DWN
Finanzen
Finanzen Das globale Geldsystem basiert auf Vertrauen … und Macht

Die Deutschen lieben Bargeld. Jedoch macht dieses nur einen kleinen Teil der im Umlauf befindlichen Geldmenge aus, rund 90 Prozent...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Silber: Preis und Nachfrage steigen weiter

Sowohl Anleger als auch die Industrie fragen das Edelmetall verstärkt nach.

DWN
Deutschland
Deutschland WAHL-TICKER: Mehrheit der Unionswähler für Rücktritt von CDU-Chef Laschet

Lesen Sie im Folgenden unseren Ticker zu den Nachwehen und Erkenntnissen aus der Bundestagswahl, den wir laufend für sie aktualisieren...

DWN
Politik
Politik Kosovo-Konflikt: Russland deutet Unterstützung Serbiens im Kriegsfall an

Der serbische Verteidigungsminister wurde während seines Besuchs der serbischen Truppen an der Grenze zum Kosovo vom russischen...

DWN
Finanzen
Finanzen Deutschlands Banken verlangen Negativzinsen in Rekordhöhe

Die Negativzinsen für Bankkunden nehmen zu, wie die Bundesbank meldet. Hauptverantwortlicher für die Entwicklung ist die EZB.