Politik

Ende des Hypes: Apple verkauft deutlich weniger iPhones

Lesezeit: 2 min
27.01.2016 10:46
Apple muss das erste Mal seit 13 Jahren einen Umsatz-Rückgang melden. Die Zahl der iPhone-Verkäufe sinkt deutlich. Ein neuer Verkaufs-Schlager ist beim IT-Konzern nicht in Sicht.
Ende des Hypes: Apple verkauft deutlich weniger iPhones
Die Apple-Aktie verlor nach der Ankündigung im nachbörslichen Handel 2,6 Prozent. (Grafik: ariva.de)

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Im laufenden Quartal muss Apple erstmals seit 13 Jahren einen Umsatzrückgang hinnehmen, wie das Management am Dienstagabend ankündigte. Vor allem die Konjunkturabkühlung in China drückt auf die Geschäfte mit dem Kassenschlager iPhone. Dessen Absatz dürfte gleichfalls deutlich zurückgehen. Bislang nicht in Sicht ist ein neuer Verkaufshit, der dem erfolgsverwöhnten Konzern aus Kalifornien zu alter Wachstumsstärke verhelfen könnte. Die Apple-Aktie lag im nachbörslichen Handel 2,6 Prozent tiefer.

Wir erleben jetzt langsam etwas, das wir noch nicht erlebt haben“, sagte Finanzvorstand Luca Maestri im Reuters-Interview. Apple bekomme im aktuellen Vierteljahr die Konjunkturschwäche in China zu spüren. Das dortige Geschäft trägt knapp ein Viertel zum Konzernumsatz bei und zeigt bereits massive Bremsspuren. Im vergangenen Geschäftsquartal (per 26. Dezember) stiegen die Erlöse in der Volksrepublik nur noch um 14 Prozent, nachdem sie sich im Vorquartal noch fast verdoppelt hatten.

Für die laufenden drei Monate erwartet Apple einen Konzernumsatz von 50 bis 53 Milliarden Dollar. Das wäre weniger als von Analysten geschätzt und läge merklich unter den 58 Milliarden vor Jahresfrist. Die Zahl der iPhone-Verkäufe wird nach Prognose der Konzernführung auf 50 bis 52 Millionen sinken von gut 61 Millionen. Das wäre der erste Rückgang seit der Markteinführung des Gerätes im Jahr 2007, sagte Analyst Daniel Ives von der Investmentfirma FBR Capital Markets.

Kollege Joe Kinahan vom Broker TD Ameritrade nannte die Umsatzprognose enttäuschend. Weil das Wachstum beim iPhone nachlasse, brauche das Unternehmen einen neuen Knüller. „Es gab einfach kein aufregendes Produkt in letzter Zeit“, sagte Kinahan. Apple hatte das iPhone im vergangenen Jahr nur erneuert und nicht wie 2014 ein völlig neues Gerät vorgestellt. Experten zufolge könnte das iPhone 7, das in diesem Jahr auf den Markt kommen dürfte, wasserdicht sein und über kabellose Kopfhörer verfügen. Die Apple-Uhr, zu der das Unternehmen keine Zahlen vorlegte, scheint bisher keine ähnlichen Erfolge vorweisen zu können wie das Smartphone. Und zu dem Auto, an dem der Konzern angeblich arbeitet, liegen keine offiziellen Pläne vor.

Wachstumspotenzial sieht Apple-Chef Tim Cook aber auch noch beim iPhone. Seinen Worten zufolge haben viele Besitzer älterer Modelle noch keine aktuellen gekauft. Ein Hoffnungsschimmer ist zudem der indische Markt, wo der Quartalsabsatz des Smartphones um mehr als drei Viertel in die Höhe schoss. Cook deutete an, dass sich die Rate sogar noch erhöhen könnte.

Dass es für Apple allerdings schwieriger wird, zeigt das vergangene Quartal. Mit 74,8 Millionen weltweit verkauften iPhones wurde nur ein minimales Plus von 0,4 Prozent erzielt. Es war zudem schwächer als erwartet. Konzernweit kletterten Umsatz und Gewinn um je knapp zwei Prozent auf Rekordmarken. Die Erlöse erreichten 75,87 Milliarden Dollar, das Ergebnis 18,36 Milliarden.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Abhängigkeit der deutschen Wirtschaft von Big Tech in der Cloud
14.07.2024

Die digitale Transformation hat in den letzten Jahren einen enormen Schub erfahren, und die Cloud-Technologie spielt dabei eine zentrale...

DWN
Panorama
Panorama Schutz vor Vogelgrippe: Wie gut ist Deutschland auf die nächste Pandemie vorbereitet?
14.07.2024

Virologen sehen das Vogelgrippevirus H5N1 als potenziellen Pandemie-Kandidaten. Was das für Deutschland bedeutet und warum Experten...

DWN
Politik
Politik Der letzte Diktator Europas? Lukaschenko feiert 30 Jahre im Amt und 70. Geburtstag
14.07.2024

Seit drei Jahrzehnten lenkt Alexander Lukaschenko, der als letzter Diktator Europas gilt, die Geschicke von Belarus. In diesem...

DWN
Politik
Politik Trump-Attentat: Schüsse bei Wahlkampfauftritt und die Sorge vor einer Gewaltspirale
14.07.2024

Wahlkampfauftritt von Donald Trump in Pennsylvania. Plötzlich fallen Schüsse, am Ohr des Ex-Präsidenten ist Blut, ein Attentat! Die...

DWN
Finanzen
Finanzen Zinswende: Wo gibt es noch Zinsen von über 4 Prozent?
14.07.2024

Die Geschäftsbanken senken bereits seit Monaten die Tages- und Festgeldzinsen. Wo erhalten Sparer noch die höchsten Renditen für relativ...

DWN
Technologie
Technologie Der schwierige Verzicht auf chinesische Technologie im 5G-Netz - eine Kurzanalyse
14.07.2024

Die Bundesregierung und die deutschen Mobilfunknetzbetreiber haben sich nach langen Diskussionen auf einen umfassenden Ausschluss...

DWN
Panorama
Panorama Forscher raten zu Lehren aus schweren Radunfällen auf Landstraßen
14.07.2024

Im Verkehr sind immer mehr Radfahrer unterwegs - und es gibt mehr Unfälle. Auch auf dem Land. Was tun?

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilie verkaufen: Mit diesen Marktanalysen und Tipps gelingt der Immobilienverkauf
14.07.2024

Im aktuellen Markt gibt es wohl kaum eine bessere Anlage als eine Immobilie in guter Lage. Der perfekte Zeitpunkt also, um zu verkaufen,...