Unternehmen

RWE: Kaum Gewinn durch Atomfonds-Lasten

Lesezeit: 1 min
15.11.2016 10:18
Der Börsengang der RWE-Tochter Innogy schafft nicht die erhoffte Kehrtwende. Der Gewinn liegt nur knapp im zweistelligen Millionen-Bereich.
RWE: Kaum Gewinn durch Atomfonds-Lasten

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

RWE leidet ungeachtet des erfolgreichen Börsengangs der Tochter Innogy weiter schwer unter dem Preisverfall an der Strombörse: In drei Quartalen schaffte der Konzern unter dem Strich nur noch einen Mini-Gewinn von elf Millionen Euro, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Neben der Stromerzeugung schlugen Verluste im Energiehandelsgeschäft zu Buche. Im Vorjahr hatte der Überschuss nach neun Monaten noch 1,9 Milliarden Euro betragen, was aber vor allem an Einmalgewinnen aus dem Verkauf von Randgeschäften lag.

Der Essener Energieriese spürt auch bereits erste Anzeichen der künftigen Milliardenlasten für den Atomfonds: Wegen der anstehenden Zahlung von voraussichtlich rund 6,8 Milliarden Euro schichtete das Unternehmen bei seinen Geldanlagen um, wodurch sich das Finanzergebnis verschlechterte. Bereinigt um Sondereffekte unter anderem aus Anlagegeschäften sackte der Nettogewinn um knapp 60 Prozent auf 227 Millionen Euro ab.

Für das Gesamtjahr hält das Unternehmen dennoch an seiner Prognose eines bereinigten Nettoergebnisses zwischen 500 und 700 Millionen Euro fest. RWE habe angesichts der schwierigen Bedingungen vor allem für die konventionelle Stromerzeugung ein „respektables Ergebnis erzielt“, sagte der neue Finanzchef Markus Krebber.

Die neue RWE-Tochter Innogy ist seit Anfang Oktober an der Börse. Hier hat RWE sein Zukunftsgeschäft mit Netzen, Vertrieb und Ökostrom gebündelt. Die Zahlen werden weiter voll bei RWE einbezogen, da der Konzern auch nach dem Börsengang noch 76,8 Prozent der Anteile hält und dauerhaft Mehrheitseigentümer bleiben will. Innogy hatte bereits am vergangenen Freitag einen Gewinnrückgang für die ersten neun Monate gemeldet.

Im Mutterkonzern geblieben sind von den operativen Geschäften neben dem Energiehandel nur die angeschlagenen Großkraftwerke. Hier lief es zuletzt etwas besser als erwartet. So konnten niedrige Rohstoffkosten den Rückgang der Verkaufspreise beim Strom etwas ausgleichen. Zudem machten sich einige Sondererträge positiv bemerkbar, so dass die Sparte statt bislang mit einem deutlichen Gewinnrückgang nun mit einem stabilen Ergebnis in diesem Jahr rechnet.

In den ersten drei Quartalen lag das Betriebsergebnis aus der konventionellen Stromerzeugung auch dank eines Sparprogrammes bei 435 Millionen Euro und damit um sieben Prozent über dem Vorjahr. Mit den Gewinnen früherer Zeiten ist das aber nicht zu vergleichen.

Krebber betonte, er wolle den Konzernanteil für den Atomfonds möglichst schnell zahlen. Für rund 35 Prozent des geforderten Betrags hat RWE aber noch keine Rücklagen gebildet. Dabei handelt es sich um die sogenannte Risikoprämie, mit der sich der Staat für mögliche Kostensteigerungen bei der Atommüllentsorgung wappnen möchte. Wie RWE das finanziert, werde derzeit geprüft, erklärte Krebber. Spielräume hat RWE durch den Innogy-Börsengang gewonnen, der dem Mutterkonzern rund 2,6 Milliarden Euro in die Kassen brachte.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..

 


Mehr zum Thema:  

DWN
Politik
Politik Der weltweite Einfluss von Bill Gates auf die Medien  

Microsoft-Gründer Bill Gates war während der Pandemie in vielen Medien präsent. Weniger bekannt sind seine zahlreichen Spenden an...

DWN
Finanzen
Finanzen Abkopplung vom Dollar: Indischer Großkonzern kauft russische Kohle mit chinesischem Yuan

Die Instrumentalisierung des Dollars zu geopolitischen Zwecken führt verstärkt zu Gegenmaßnahmen.

DWN
Finanzen
Finanzen Starker Rubel: Russland zieht Kauf von Devisen befreundeter Länder in Betracht

Weil der Rubel immer teurer wird, setzt Russland auf Fremdwährungen. Die Moskauer Börse hat in dieser Woche den Handel bereits...

DWN
Finanzen
Finanzen Kommt eine neue Weltordnung – und wie können Anleger reagieren?

Mit China und Russland bildet sich ein neuer Gegenpol zu den USA. Anleger können sich gegen die geopolitischen Risiken nicht bloß durch...

DWN
Politik
Politik Russische Diamanten sollen sanktioniert werden

Die westliche Sanktionsliste gegen Russland wird offenbar um ein weiteres Asset erweitert. Bisher treffen Verbote des Diamantenhandels nur...

DWN
Deutschland
Deutschland Streik in NRW: Kräfte-verschleißender Machtkampf an den Uni-Kliniken

In NRW spitzt sich ein seit Wochen andauernder, harter Kampf zwischen Arbeitgeber und Krankenhauspersonal zu. Seit Wochen herrscht in allen...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Rezession voraus: Geschäftsklima trübt sich europaweit ein

Unternehmen und Bürger rechnen zunehmend mit Gegenwind und wollen Investitionen verschieben.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lidl rüstet sich gegen Cyber-Attacken

Die Schwarz-Gruppe will sich künftig besser gegen Angriffe von außen schützen.