Politik

Nordkorea führt Militärmanöver mit ballistischen Raketen durch

Nordkorea hat im Rahmen eines Militärmanövers ballistische Kurzsteckenraketen eingesetzt. Japan und Südkorea sind beunruhigt.
10.03.2020 17:00
Lesezeit: 1 min
Nordkorea führt Militärmanöver mit ballistischen Raketen durch
Dieses von der staatlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA am 02.03.2020 zur Verfügung gestellte Foto zeigt eine Militärübung. (Foto: dpa) Foto: -

Nordkorea hat in den vergangenen neun Tagen Militärmanöver unter Einsatz von ballistischen Raketen durchgeführt. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA teilte mit, dass der Zweck der Manöver darin bestand, “die plötzliche militärische Gegenangriffsfähigkeit der Langstreckenartillerieeinheiten an der Front zu untersuchen”.

Nordkorea hatte am Montag vergangener Woche nach Einschätzung von Südkoreas Generalstab zwei ballistische Raketen von einem Mehrfachraketenwerfer abgefeuert. Es war der erste Raketentest des wegen seines Atomwaffenprogramms isolierten Landes seit Ende November. UN-Resolutionen untersagen dem Land die Erprobung von ballistischen Raketen, die je nach Bauart auch atomare Sprengköpfe tragen können. Südkoreanische Militärvertreter sehen keinen großen Unterschied zwischen den Waffen eines Raketenwerfers und ballistischen Raketen von kurzer Reichweite, berichtete die nationale Agentur Yonhap. Die Raketen ähnelten sich und seien jeweils mit einem Steuersystem ausgerüstet.

Beim jüngsten Waffentest flogen die Projektile den Angaben Südkoreas zufolge bei einer Flughöhe von bis zu 50 Kilometern etwa 200 Kilometer weit in nordöstliche Richtung. Zusammen mit den US-Behörden würden noch weitere Details analysiert, hieß es. Es soll sich angeblich um ballistische Kurzstreckenraketen (SRBM) des Typs KN-25 gehandelt haben.

Laut nordkoreanischen staatlichen Medien hatte Nordkorea am 24. August 2019 unter der Aufsicht seines Führers Kim Jong-un erfolgreich einen “supergroßen Mehrfachraketenwerfer” getestet. Südkoreanische Quellen berichten, dass die Raketen in einer Höhe von 97 Kilometern etwa 380 Kilometer geflogen sind. Diese Parameter sind deutlich höher als bei anderen kürzlich getesteten Artillerie-Raketen.

Alle für diese Tests angegebenen Flugbahn-Parameter müssen mit einiger Vorsicht betrachtet werden, da die geflogene Reichweite durch Fliegen ohne Nutzlast erweitert werden kann und die Flugbahn auch so geformt werden kann, dass sie in eine Reichweite fliegt, die deutlich unter der maximalen Reichweite des Entwurfs liegt, berichtet Global Security.

Der KN-25 hat eine Reichweite von 380 km und wird von einem Transporter-Aufrichter-Trägerraketen (TEL) mit vier Röhren gestartet. Die Rakete scheint vier feste hintere Flossen und vier sich vorwärts bewegende Flossen zur Führung zu haben. Während die Rakete von den nordkoreanischen Staatsmedien als „supergroßes Raketensystem mit mehreren Starts“ (MLRS) bezeichnet wurde, veranlasste die größere Größe und Reichweite der Rakete die US-Streitkräfte Korea (USFK), die Waffe als ballistische Kurzstreckenrakete (SRBM) zu klassifizieren. Laut USFK hat der Flugkörper einen Durchmesser von 600 mm. Bezogen auf die Breite des Flugkörpers scheint der KN-25 ungefähr 8,6 Meter lang zu sein.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Energiepreise setzen Haushalte unter Druck: Wie die EU Stromkosten senken will
11.03.2026

Die EU-Kommission stellt einen neuen Energieplan vor, mit dem Haushalte in Europa spürbar bei den Stromkosten entlastet werden sollen....

DWN
Politik
Politik Steuerrecht: Ehegattensplitting vorm Aus? Mehr Arbeitszeit für Frauen nicht lukrativ
11.03.2026

Für viele Frauen lohnt es sich finanziell nicht, in den Job zurückzukehren oder ihre Teilzeit auszubauen, das Ehegattensplitting entpuppt...

DWN
Finanzen
Finanzen Gerresheimer-Aktie im freien Fall: Jahresabschluss verschoben, SDAX-Ausschluss droht – was der Bilanzskandal für Anleger bedeutet
11.03.2026

Für die Gerresheimer-Aktie reißen die schlechten Nachrichten nicht ab. Nach Bilanzfehlern und Untersuchungen der BaFin verzögert sich...

DWN
Politik
Politik EU-Rüstungsprogramm Safe: Polens Präsident lehnt EU-Rüstungskredite ab
11.03.2026

44 Milliarden für Polens Rüstung? Präsident Nawrocki blockiert ein EU-Programm und setzt auf eigene Ideen. Was steckt hinter dem...

DWN
Politik
Politik Abgelehnte Asylbewerber: Fast zwei Drittel aller Abschiebeversuche 2025 gescheitert
11.03.2026

Die schwarz-rote Bundesregierung hat sich vorgenommen, die Zahl der Abschiebungen deutlich zu steigern. Es dürfte ihr nicht gefallen, dass...

DWN
Politik
Politik IEA: Deutschland gibt wegen Iran-Kriegs Teil der Ölreserven frei
11.03.2026

Seit Beginn des Iran-Kriegs vor gut einer Woche schnellt der Ölpreis in die Höhe. Um dagegen anzugehen, wird jetzt ein seltenes...

DWN
Politik
Politik Spritpreise in Polen: Warum die Tankfüllung in Polen deutlich günstiger ist
11.03.2026

Die explodierenden Kraftstoffpreise treiben viele deutsche Autofahrer nach Polen, um deutlich günstiger Benzin oder Diesel zu tanken. Doch...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DIW: Iran-Krieg trifft deutsche Wirtschaft wenig - aber treibt Preise
11.03.2026

Mit dem Anstieg der Ölpreise wachsen die Sorgen um die Konjunktur in Deutschland. Das Institut der deutschen Wirtschaft ist eher...