Wirtschaft

Tankrabatt senkt Benzinpreise und Dieselpreise zum Start deutlich

Sinkende Spritpreise bringen Autofahrern zum Auftakt des Tankrabatts Entlastung. Besonders bei Super E10 zeigen sich vielerorts günstigere Angebote. Wie nachhaltig der Preisrückgang ausfällt, ist allerdings offen, ebenso der nachhaltige Nutzen des Tankrabatts.
01.10.2026 09:45
Aktualisiert: 01.10.2026 09:45
Lesezeit: 2 min
Tankrabatt senkt Benzinpreise und Dieselpreise zum Start deutlich
Benzinpreise fallen, Diesel wird günstiger: Der Tankrabatt zeigt Wirkung. (Bild: dpa) Foto: Jan Woitas

Tankrabatt drückt Spritpreise: Wie viel Entlastung kommt bei Autofahrern an?

Schon um Mitternacht sinken die Benzinpreise spürbar und fallen bis zum Morgen weiter. E10 kostet an zahlreichen Tankstellen weniger als 2 Euro je Liter.

Mit Beginn des Tankrabatts sind die Spritpreise vielerorts deutlich gesunken. Benzin und Diesel wurden schon rund um Mitternacht schlagartig günstiger. Die auf dem Spritpreisportal Tankerkönig erfassten bundesweiten Durchschnittspreise fielen zwischen 23.41 Uhr und 0.41 Uhr um etwa 10 bis 11 Cent. Bis zum Morgen setzte sich der Preisrückgang deutlich fort: Für Super E10 meldete der ADAC um 8.00 Uhr einen deutschlandweiten Durchschnittspreis von 2,062 Euro. Gegenüber demselben Zeitpunkt am Mittwoch entspricht das einem Rückgang um 14,5 Cent. Für Diesel wurden um 8.00 Uhr durchschnittlich 2,209 Euro fällig - somit 15,2 Cent weniger als 24 Stunden zuvor. "Damit wurde ein Großteil der steuerlichen Entlastung von rund 17 Cent bereits an die Verbraucher weitergegeben", bewertet der Verkehrsclub die aktuellen Preise.

Super E10 vielerorts unter 2 Euro, Tankrabatt senkt Spritpreise

Wie das Portal des ADAC zeigt, war Superbenzin der preisgünstigeren Sorte E10 vielerorts für weniger als 2 Euro erhältlich. Dabei zeigen sich jedoch regionale Unterschiede: München, Stuttgart und Leipzig verzeichneten sehr viele entsprechende Angebote. In Berlin gab es zahlreiche Tankstellen mit solchen Preisen, während in Hamburg und Köln nur wenige bis kaum entsprechende Angebote zu finden waren. Beim zuletzt deutlich teureren Diesel-Kraftstoff lagen die Preise üblicherweise weiterhin klar über zwei Euro.

Seit Einführung der 12-Uhr-Regel bietet der Morgen allerdings einen vergleichsweise günstigen Zeitpunkt zum Tanken. Gegen Ende des Vormittags sinken die Kraftstoffpreise häufig noch etwas weiter, bevor sie mittags kräftig steigen - oft um mehr als 20 Cent je Liter. Der ADAC will beobachten, "wie es nach 12.00 Uhr aussieht, wenn die tägliche Erhöhung dazukommt". An den Preisen lasse sich erkennen, welche Dynamik auf dem Kraftstoffmarkt herrsche und dass Spielraum für günstigere Preise vorhanden sei.

Tankrabatt: Steuersenkung um 16,7 Cent pro Liter

Für Benzin und Diesel, die aus Tanklagern und Raffinerien kommen, gilt seit Mitternacht ein Steuernachlass von 16,7 Cent je Liter. In welchem Umfang die Entlastung bei den Verbrauchern ankommt, dürfte sich in den kommenden Tagen zeigen. Tankstellen sind nicht unmittelbar verpflichtet, ihre Preise zu reduzieren. Außerdem gestalten sich entsprechende Berechnungen komplex. Der ADAC forderte jedoch, dass die Steuersenkung "weder mit dem Preissprung um 12.00 Uhr noch in den kommenden Tagen wieder einkassiert werden" dürfe.

Schon am Dienstag und Mittwoch waren die Kraftstoffpreise zurückgegangen. Laut ADAC kostete ein Liter E10 am Mittwoch im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,242 Euro - also 3,4 Cent weniger als am Montag. Für einen Liter Diesel wurden 2,390 Euro berechnet, womit er gegenüber Montag um 3,5 Cent günstiger war.

Bereits beim vorherigen Tankrabatt wurde darüber gestritten, in welchem Umfang die Entlastung weitergereicht wurde. Auch seinerzeit war allerdings schon mitten in der Nacht ein klarer Preisrückgang erkennbar. Wissenschaftler des Ifo-Instituts haben angekündigt, die Weitergabe erneut genau untersuchen zu wollen - ebenso wie beim ersten Tankrabatt.

September bislang mit Abstand teuerster Tankmonat

Angesichts der derzeit extrem hohen Spritpreise hatte die Bundesregierung den Tankrabatt beschlossen. Der September erwies sich als der bislang mit Abstand teuerste Tankmonat. Die hohen Preise hatten sich sogar auf die Inflationsrate ausgewirkt.

Der Tankrabatt bleibt umstritten: Kritiker bemängeln unter anderem, dass die Entlastung ungenau sei, den Anreiz zum Spritsparen schwäche und die Verbraucher nicht vollständig erreiche. Der letzten Einschätzung widerspricht die Mineralölwirtschaft. Befürworter führen unter anderem an, dass derzeit kein besseres Instrument verfügbar sei, um Autofahrer finanziell zu entlasten.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Aktie: Wie gefährlich ist Nvidias Finanzmaschine?
01.10.2026

Nvidia verdient Milliarden mit dem KI-Boom und steckt immer größere Summen zurück in genau jenes System, das diese Gewinne erzeugt....

DWN
Technologie
Technologie KI-Nutzung: Deutschlands Beschäftigte setzen auf KI – und fürchten um ihre Zukunft
01.10.2026

Deutschland gehört beim Einsatz von KI-Agenten zur weltweiten Spitzengruppe. Die Technologie ist in vielen Büros angekommen und prägt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tankrabatt senkt Benzinpreise und Dieselpreise zum Start deutlich
01.10.2026

Sinkende Spritpreise bringen Autofahrern zum Auftakt des Tankrabatts Entlastung. Besonders bei Super E10 zeigen sich vielerorts günstigere...

DWN
Finanzen
Finanzen Teure Autos, teure Reparaturen: Neue Typklassen in der Kfz-Versicherung
01.10.2026

Bei teuren Autos kosten auch die Reparaturen mehr. Das spiegelt sich in den Typklassen wider. Am günstigsten sind historische Kleinwagen,...

DWN
Technologie
Technologie Er war Spitzenmanager bei der NATO, jetzt hat er zehn Milliarden Euro für eine entscheidende Aufgabe bekommen
01.10.2026

Europa besitzt nur einen Bruchteil der weltweiten KI-Rechenleistung und liegt bei führenden Modellen weit hinter den USA und China. Nun...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Wall Street beendet September uneinheitlich
30.09.2026

Ein turbulenter Monat geht zu Ende – erfahren Sie, welche Dynamiken jetzt die Kurse an der Wall Street bestimmen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Frankreich Staatsverschuldung: Die nächste Gefahr für die Eurozone
30.09.2026

Frankreich galt lange als einer der politischen und wirtschaftlichen Pfeiler der Eurozone. Doch an den Anleihemärkten wächst die...

DWN
Finanzen
Finanzen VW kündigt Tarifvertrag: Was jetzt auf 100.000 Beschäftigte zukommt – und auf die VW-Aktie
30.09.2026

Volkswagen verschärft seinen Sparkurs und kündigt einen Großteil seiner Haustarifverträge. Nach Angaben der IG Metall sind zehn...