Deutschland

DWN-ÜBERSICHT: Reisewarnungen, Einreisebestimmungen, Grenzschließungen

Die Corona-Krise legt den Reiseverkehr fast vollständig lahm. Wie viele EU-Länder auch, schließt Deutschland die Grenzen. Zugleich warnt die Bundesregierung vor Auslandsreisen. Die DWN hat relevante Informationen für potentielle Reisende zusammengestellt.
18.03.2020 15:31
Lesezeit: 1 min
DWN-ÜBERSICHT: Reisewarnungen, Einreisebestimmungen, Grenzschließungen
Eine Boeing 737-800 der Tuifly auf dem Flughafen Hannover: Beim Reisekonzern Tui ist die Rückholaktion für Urlauber angelaufen, die wegen der Corona-Krise im Ausland festsitzen. (Foto: dpa) Foto: Julian Stratenschulte

In der Regel hält sich das Auswärtige Amt mit Reisewarnungen zurück. Nun hat das Ministerium allerdings wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus eine weltweite Reisewarnung für alle nicht notwendigen Reisen ausgesprochen.

Bis vor kurzem war nur von Reisen in besonders betroffene Länder wie Italien oder Iran abgeraten worden. Eine konkrete Reisewarnung gab es sogar nur für die chinesische Region Hubei, von wo aus sich das Virus ausgebreitet hatte. Solche Art von Reisewarnungen werden nur bei einer akuten Gefahr für Leib und Leben ausgesprochen und sind daher selten – das hat sich jetzt innerhalb kürzester Zeit geändert.

„Das Risiko, dass Sie Ihre Rückreise aufgrund der zunehmenden Einschränkungen nicht mehr antreten können, ist in vielen Destinationen derzeit hoch", betont Bundesaußenminister Heiko Maas. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts heißt es, es sei mit zunehmenden drastischen Einschränkungen des Luft- und Reiseverkehrs, Quarantäne-Maßnahmen und der Einschränkung des öffentlichen Lebens in vielen Ländern zu rechnen. Änderungen der Einreise- und Quarantäne-Vorschriften würden teilweise ohne jede Vorankündigung und mit sofortiger Wirkung erfolgen. Davon seien derzeit zahlreiche Reisende in einer ganzen Reihe von Ländern betroffen, was sie an der Weiter- oder Rückreise hindere.

Dieser Link führt zu einer Auflistung der Einreisebestimmungen.

In der Corona-Krise führt Deutschland seit dieser Woche zusätzlich umfassende Kontrollen und Einreiseverbote an seinen Grenzen ein. „Für Reisende ohne triftigen Reisegrund gilt, dass sie nicht mehr einreisen können", sagte Bundesinnenminister Horst Seehofer. Die Lage sei ernst, die Ausbreitung des Virus müsse verlangsamt werden.

Zuvor hatten schon andere EU-Staaten Grenzen weitgehend dicht gemacht. So kommt man nicht mehr ohne weiteres nach Dänemark, Polen, die Slowakei, Tschechien und Österreich. Frankreich kündigte als Reaktion auf die deutschen Maßnahmen ebenfalls verschärfte Kontrollen an. EU-Kommissions-Chefin Ursula von der Leyen warnt allerdings vor Nachschub-Problemen bei bestimmten Produkten im Supermarkt. Es seien bereits Tausende Lastwagen- und Busfahrer an den Grenzen gestrandet.

Was das beliebte (Touristen) und wichtige (Geschäftsleute) Reiseziel USA angeht: Bürger aus den Schengen-Staaten können bis mindestens den 13. April nicht mehr in die USA einreisen.

Für die Weltwirtschaft stellen die Ereignisse eine Belastung schwersten Ausmaßes dar. Mehr als zehn Prozent der globalen Wirtschaftsleistung entfallen normalerweise auf die Reisebranche. Reiseveranstalter, Hotels, Restaurants, Airlines, etc. mit ihren über 300 Millionen Arbeitsplätzen sind in eine schwere Krise geschlittert. Vier Fünftel des Marktes sind Urlaubsreisen, der Rest Geschäftsreisen. Reiseunternehmen wie TUI stellen bis Ende März Ihre Reisen komplett ein. Etwaige Verluste sollen durch Staatshilfen aufgefangen werden. Unterschiedliche Branchenvertreter hoffen, dass es zu einer Wiederaufnahme und schrittweisen Normalisierung auf dem Reisemarkt nach Ostern kommen wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Während der Markt panikartig verkauft, setzt das "kluge Geld" fieberhaft Bitcoin-Druckmaschinen ein?

Der Markt hat kürzlich eine scharfe Korrektur durchlaufen, wobei sich Panik wie eine Seuche ausbreitete, als Verkäufer ihre...

DWN
Finanzen
Finanzen Tui-Aktie: Verhaltene Börsenreaktion nach starken Tui-Zahlen und stabiler Prognose – die Gründe
10.02.2026

Starke Zahlen, sinkender Kurs: Der Reisekonzern Tui startet operativ so erfolgreich wie lange nicht. Hotels und Kreuzfahrten liefern...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell stabil über 25.000 Punkten – startet der Leitindex Richtung Rekordhoch?
10.02.2026

Der DAX-Kurs hält sich knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten und sorgt damit für Spannung an den Märkten....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entscheidung im Tchibo-Aldi-Rechtsstreit: Kaffeeröster muss vor Gericht Niederlage hinnehmen
10.02.2026

Der Tchibo-Aldi-Rechtsstreit ist entschieden: Wieder muss der Hamburger Kaffeeröster vor Gericht eine Niederlage hinnehmen. Doch das...

DWN
Finanzen
Finanzen Olympische Winterspiele in Milano Cortina 2026: Diese Olympia-Aktien profitieren
10.02.2026

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand Cortina sind in vollem Gange, für das deutsche Olympia-Team gab es bereits mehrere Medaillen,...

DWN
Finanzen
Finanzen Rückenwind für die BASF-Aktie: Konjunkturhoffnung, Analysteneinstufung und BASF-Aktienrückkaufprogramm
10.02.2026

Die BASF-Aktie startet stark ins Börsenjahr 2026: Konjunkturhoffnungen, ein laufendes Aktienrückkaufprogramm und steigende Kurse treffen...

DWN
Technologie
Technologie Hypersonica: Münchner Start-up testet Hyperschallrakete HS1
10.02.2026

Ein Münchner Start-up sorgt mit einer eigenen Hyperschallrakete für Aufsehen in Europa. Der erste Testflug der HS1 verlief erfolgreich...

DWN
Panorama
Panorama Allensbach-Umfrage: Mehrheit bewertet USA als Risiko für den Weltfrieden – Russland bleibt zentrales Sicherheitsrisiko
10.02.2026

Eine aktuelle Allensbach-Umfrage zeigt einen spürbaren Wandel im sicherheitspolitischen Denken der Deutschen. Vertrauen bröckelt, alte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Endgültiges Aus für ACC-Batteriefabrik in Kaiserslautern – die Folgen
10.02.2026

Die geplante ACC-Batteriefabrik in Kaiserslautern galt als Zukunftsprojekt für die deutsche Industrie. Doch nun zieht Automotive Cell...