Politik

Türkei kündigt bisher größten Corona-Kontrollen an, Bürger sind begeistert

Der türkische Innenminister hat für den 6. August die größten landesweiten Corona-Kontrollen der vergangenen Monate angekündigt. Die türkischen Bürger unterstützen diesen Vorstoß. Sie teilen dem Innenminister mit, dass einige Beamte die Kontrollen zu lasch durchsetzen würden. Zudem gebe es Defizite bei der Durchsetzung der Maskenpflicht.
05.08.2020 12:30
Lesezeit: 1 min
Türkei kündigt bisher größten Corona-Kontrollen an, Bürger sind begeistert
10.07.2020, Türkei, Istanbul: Menschen freuen sich hinter einer türkischen Nationalflagge vor der Hagia Sophia über die Gerichtsentscheidung zur Umwandlung der Hagia Sophia von einem reinen Museum in eine Moschee. (Foto: dpa) Foto: Yasin Akgul

Der türkische Innenminister Süleyman Soylu hat am 5. August 2020 über den Kurznachrichten-Dienst Twitter mitgeteilt, dass ab dem morgigen Tag die größten Corona-Maßnahmen seit Ausbruch der Pandemie umgesetzt werden sollen.

Die Strafverfolgungsbehörden, Gouverneure, Bezirksgouverneure und weitere Behörden sollen alle Märkte, Unternehmen, öffentliche Verkehrsmittel, Wohngebiete, Einkaufsviertel, Taxis, Restaurants und weitere Einrichtungen unter die Lupe nehmen. Es werden landesweite Inspektionen vorgenommen, um ein „kontrolliertes soziales Leben“ durchzusetzen.

Auffällig ist, dass sich unter der Twitter-Nachricht zahlreiche Beschwerden über Verstöße gegen die Corona-Regeln befinden. Ein Twitter-Nutzer beschwert sich darüber, dass Beamte die Regeln nicht strikt genug durchsetzen würden. Er sei selbst Augenzeuge gewesen wie in der Stadt Muğla (Akyaka) Beamte nichts gegen Personen unternommen hätten, die der Maskenpflicht keine Folge leisteten.

Ein weiterer Nutzer fordert, dass das Rauchen in der Öffentlichkeit verboten werden müsse, weil Raucher zwangsläufig die Maske abnehmen müssen, um ihre Zigaretten zu rauchen.

Ein Einwohner aus der Stadt Adana meint, dass seine Stadt genau inspiziert werden müsse, da es dort verschiedene Arten von Verstößen gebe.

Protest gibt es auch dagegen, dass Touristen erlaubt wird, in die Türkei einzureisen. Die Twitter-Nutzer befürchten, dass infizierte Touristen mit in die Türkei schleppen, um die Pandemie zu intensivieren.

„Sehr geehrter Herr Minister, an Orten wie Cafés und Teegärten werden weder der Abstand zwischen den Tischen noch die maximal erlaubte Anzahl von Personen eingehalten. Die Personen nehmen ihre Masken ab, noch bevor sie das Essen und die Getränke serviert bekommen“, meint ein Nutzer.

Eine Twitter-Nutzerin meint: „Mitarbeiter der Märkte im Hochland tragen keine Masken, aber die Gendarmerie macht nichts anderes als Autokontrollen durchzuführen. Seit Tagen melde ich das. Doch es erfolgen keine Inspektionen.“

„Sehr geehrter Minister. Ich wohne in Erdek an der Strandpromenade. Seit Monaten lasse ich meine Eltern nicht außerhalb unseres Gartens. Ich verlasse mein Haus nur in dringenden Notfällen. Doch ich kann noch nicht einmal in ein Lebensgeschäft gehen, weil dort immer mindestens sechs Personen in einem winzigen Geschäft stehen, die keine Masken tragen. Wo bleibt die Aufsicht?“

Ein weiterer Nutzer verlangt vom Innenminister, die Geldbußen auf 5.000 Lira zu erhöhen, damit die Bürger auch wirklich der Maskenpflicht und den Abstandsregeln folgen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Rechnungen digitalisieren: Wie Unternehmen Liquidität und Cashflow smarter steuern

Umsatz bedeutet noch keine gesicherte Liquidität. Zwischen der erbrachten Leistung und dem tatsächlichen Eingang des Geldes können...

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Panorama
Panorama Sinkende Geburtenrate: Wie Smartphones die Menschheit schrumpfen lassen
25.07.2026

Je stärker sich Smartphones verbreiten, desto weniger Kinder werden geboren. Eine neue Untersuchung zeigt, wie digitale Kontakte...

DWN
Immobilien
Immobilien Neues Heizungsgesetz: Was das Gebäudemodernisierungsgesetz für Eigentümer und Mieter bedeutet
25.07.2026

Die Bundesregierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz hat eines der umstrittensten Gesetzesvorhaben der jüngeren deutschen Geschichte...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: SpaceX verzeichnet Rekordtief; Aktien legen bei sinkendem Ölpreis leicht zu
24.07.2026

Ein turbulenter Handelstag an den US-Börsen bringt überraschende Wendungen und herbe Verluste für ein bekanntes Imperium.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Digitale Barrieren als Geschäftsrisiko: Wie Accessiway den klassischen Audit-Zyklus ergänzen will
24.07.2026

Trotz gesetzlicher Vorgaben bleibt digitale Barrierefreiheit für viele Anbieter ein ungelöstes Problem. Accessiway will mit einer neuen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Dynastie verdient Milliarden mit der Aufrüstung Europas
24.07.2026

Die zurückhaltenden Eigentümer des Panzerherstellers KNDS stammen aus Familien, die den deutschen Unternehmenszweig über Jahrzehnte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenz angemeldet: Der tiefe Fall des Batterieherstellers Varta
24.07.2026

Das Traditionsunternehmen Varta steht vor dem Trümmerhaufen seiner ambitionierten Expansionspläne: Nach dem Verlust wichtiger Großkunden...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft DIW-Studie warnt: AfD-Politik würde Bürger in Sachsen-Anhalt teuer zu stehen kommen
24.07.2026

Eine Umsetzung der Wirtschaftspolitik der AfD hätte für die Menschen in Sachsen-Anhalt gravierende finanzielle Einbußen zur Folge. Zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Griechenland blockiert EU-Sanktionspaket gegen Russland: Interessen eines Milliardärs stehen auf dem Spiel
24.07.2026

Es ist ein Streit um das 21. Sanktionspaket gegen Russland entbrannt. Griechenland protestiert gegen das geplante EU-Verbot für den...