Finanzen

Kauf-Rally treibt den Dax auf Allzeit-Hoch, Bitcoin bei Investoren gefragt

Eine Kaufrally befeuert den Preis für die Digitalwährung Bitcoin, der Dax markiert ein neues Allzeithoch. Lesen Sie alle weiteren Meldungen zu den Entwicklungen an den internationalen Börsen im DWN-Börsenbericht.
28.12.2020 10:51
Aktualisiert: 28.12.2020 10:51
Lesezeit: 2 min
Kauf-Rally treibt den Dax auf Allzeit-Hoch, Bitcoin bei Investoren gefragt
Dollar-Scheine und eine Bitcoin-Münze aus Metall. (Foto: dpa)

An den Börsen bricht kurz vor Ende des Corona-Jahres 2020 Optimismus aus. Nach der Einigung auf ein Brexit-Handelsabkommen, der Verständigung auf ein neues US-Hilfspaket und dem Impfstart in der EU stieg der Dax am Montag um bis zu 1,7 Prozent auf ein Rekordhoch von 13.818,65 Punkten. Der EuroStoxx50 gewann 0,8 Prozent auf 3573 Zähler. Rohöl war ebenfalls gefragt. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich ebenfalls um ein knappes Prozent auf 51,70 Dollar je Barrel (159 Liter).

Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump seine Blockade-Haltung gegenüber dem 900 Milliarden Dollar schweren neuen Hilfspaket zur Abfederung der Coronavirus-Folgen aufgegeben und das entsprechende Gesetz unterschrieben. Die US-Konjunkturhilfen schürten Börsianern zufolge aber auch Inflationsspekulationen und trieben einige Investoren in Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1883 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Die Verabschiedung der Hilfen sei erwartet worden, es sei daher fraglich, ob es zu Anschlusskäufen komme, gab Stephen Innes, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp zu bedenken.

Mit Erleichterung reagierten Investoren außerdem auf den Brexit-Deal zwischen der EU und Großbritannien. Das vereinbarte Freihandelsabkommen werde beiden Seiten gerecht, sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. "Entscheidend ist, dass das Abkommen Raum für zukünftige Regierungen lässt, das Handelsverhältnis zu intensivieren." Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere, warnte allerdings: "Der Brexit ist damit aber alles andere als erledigt." Er fügte hinzu: "Es ist zwar besser als nichts, aber nur ein Schmalspur-Deal." Die Anpassung an die neuen Gegebenheiten werde lange dauern. Das Pfund Sterling notierte kaum verändert bei 1,3547 Dollar.

Unterdessen nahm Bitcoin wenige Tage nach dem Sprung über die Marke von 20.000 Dollar die nächste Schwelle ins Visier. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise steigt um zwölf Prozent auf 27.329 Dollar, nachdem sie am Wochenende zeitweise auf ein Rekordhoch von 28.382,45 Dollar gestiegen war. "Befeuert wird die Rally derzeit von Privatinvestoren, welche sich über die Weihnachtsfeiertage mit digitalen Talern eingedeckt haben, da die traditionellen Märkte ihre Börsenpforten geschlossen hatten", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Die anhaltende Rally bei Bitcoin ermuntert Anleger zum Einstieg bei Kryptowährungsfirmen. Die Aktien der Bitcoin Group, die eine Handelsplattform für Cyber-Devisen betreibt, steigen um fast zehn Prozent.

Weitere Meldungen

Am deutschen Aktienmarkt griffen Investoren unter anderem bei Delivey Hero zu. Die Titel des Essenslieferanten stiegen um bis zu mehr als elf Prozent auf ein Rekordhoch von 132,10 Euro. Die Firma ist offenbar bereit, die Auflagen der südkoreanischen Wettbewerbsbehörde für die milliardenschwere Übernahme des Konkurrenten Woowa zu akzeptieren und sich von der Tochter Yogiyo zu trennen.

Gefragt waren auch die Papiere der Deutschen Post, die 2,5 Prozent zulegten. Firmenchef Frank Appel stellte dank des Booms im Paketgeschäft in den vergangenen Monaten für 2020 einen Rekordgewinn in Aussicht.

Nach dem Start der Coronavirus-Impfungen in Deutschland und anderen europäischen Staaten waren auch Reise- und Touristik-Werte begehrt, die unter den Pandemie-Beschränkungen besonders stark leiden. Die Aktien der Fluggesellschaft Lufthansa, des Reise-Veranstalters TUI und des Flughafen-Betreibers Fraport gewannen bis zu fünf Prozent.

Eine Entwicklungs- und Vertriebspartnerschaft mit Pfizer beschert Myovant einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien des Medikamenten-Herstellers steigen im vorbörslichen US-Geschäft um fast 24 Prozent. Bei Zulassung und Verkauf des Krebsmittels Relugolix winken Myovant Zahlungen von bis zu 4,2 Milliarden Dollar.

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