Technologie

Elektro-Auto-Boom überrascht Deutschland

Benzinpreise steigen, Förderungen greifen: Immer mehr Deutsche wechseln plötzlich zum E-Auto. Besonders junge Fahrer treiben den Rekordwert – und selbst Tesla meldet sich zurück.
28.05.2026 09:21
Lesezeit: 2 min

"E-Barometer": Rekord beim Umstieg auf Elektroautos

Elektroautos gewinnen deutlich an Beliebtheit – nicht zuletzt wegen des neuen Zuschusses der Bundesregierung.

Die Skepsis vieler Autobesitzer in Deutschland gegenüber Elektroautos schwindet zunehmend: Im ersten Quartal war der Anteil der Autokäufer, die von einem klassischen Verbrenner auf ein Fahrzeug mit Batterieantrieb umstiegen, nach Angaben des Versicherers HUK Coburg so hoch wie nie zuvor. Laut "E-Barometer" des Unternehmens lag die Quote von Anfang Januar bis Ende März bei 7,5 Prozent und damit über dem bisherigen Höchstwert von knapp 7 Prozent aus dem Jahr 2022.

Im März – also nach Beginn des Irankriegs und dem damit verbundenen Anstieg der Benzinpreise – lag die Quote mit 8,9 Prozent sogar noch höher. Laut einer begleitenden Yougov-Umfrage mit 4.114 Teilnehmerinnen und Teilnehmern dürfte auch der neue E-Auto-Zuschuss der Bundesregierung für Mittel- und Niedrigverdiener zur wachsenden Beliebtheit von Elektroautos beitragen. Die Anträge können zwar erst seit Kurzem gestellt werden, gelten jedoch rückwirkend bis Anfang Januar.

Jüngere steigen häufiger um

Grundlage der Berechnung sind die unternehmenseigenen Daten der HUK Coburg, die mit knapp 14,5 Millionen versicherten Fahrzeugen Marktführer in Deutschland ist. Auffällig ist laut Unternehmen ein deutliches Generationengefälle: Bei jüngeren Autofahrern unter 40 Jahren lag die Umstiegsquote auf Elektroautos im März fast doppelt so hoch wie im Durchschnitt des Jahres 2025.

Die Zahlen des HUK-"E-Barometers" beziehen sich ausschließlich auf vollelektrische Fahrzeuge mit Batterieantrieb, Hybridautos wurden nicht berücksichtigt. Anders als in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrt-Bundesamts fließen zudem auch Gebrauchtwagenkäufe ein. Darüber hinaus wertet die HUK aus, ob die jeweiligen Autobesitzer zuvor einen Wagen mit klassischem Motor versichert hatten.

Yougov führte die begleitende Umfrage im Januar und Februar durch – also bevor Anträge auf den neuen Elektroauto-Zuschuss gestellt werden konnten. Dennoch erklärten 18 Prozent der Führerscheinbesitzer, dass sie wegen der Förderung wahrscheinlich früher als geplant ein E-Auto anschaffen wollten oder erstmals über eine Anschaffung nachdächten.

"Die an Einkommenshöhen und Kinderzahl gekoppelte Förderung für Elektroautos zeigt offenkundig Wirkung in den Zielgruppen", sagte HUK-Vorstand Jörg Rheinländer. Da die Umfrage bereits vor Beginn des Irankriegs abgeschlossen wurde, spielte der seitherige Anstieg der Benzinpreise bei den Antworten keine Rolle.

Ausländische Marken dominieren das "E-Barometer"

Bei den von privaten Autobesitzern im ersten Quartal neu bei der Versicherung angemeldeten Elektroautos belegten ausländische Marken laut HUK neun der ersten zehn Plätze. Von den deutschen Herstellern schaffte es lediglich Opel unter die Top Ten. Auf Platz eins lag die tschechische VW-Tochter Skoda, gefolgt vom US-Hersteller Tesla, dessen Verkaufszahlen sich zuletzt wieder erholt haben.

Die Zulassungszahlen des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg für die ersten vier Monate zeichnen allerdings ein etwas anderes Bild. Dort sind auch Zulassungen durch Autohändler und -hersteller, Autovermieter sowie sonstige Unternehmen enthalten. Demnach lag die Marke VW von Anfang Januar bis Ende April mit 33.101 neu zugelassenen Batterieautos vor Skoda an der Spitze. Auch in den Zahlen des Bundesamts zeigt sich der Wiederaufstieg Teslas.

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