Wirtschaft

Havarierter Container-Frachter blockiert den Suez-Kanal

Der Suez-Kanal - eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt - wird seit Stunden von einem havarierten Frachter blockiert.
24.03.2021 13:43
Aktualisiert: 24.03.2021 13:43
Lesezeit: 2 min

Nach der Strandung eines Containerschiffs im Suezkanal ist es Schlepperbooten gelungen, den Frachter zu bewegen. Wartende Schiffe sollen wieder fahren dürfen, sobald er in eine andere Position gebracht wird, teilte das Seefahrts- und Logistikunternehmen GAC unter Berufung auf die ägyptische Suezkanal-Behörde am Mittwoch mit. Der Frachter sei laut der Behörde am Dienstag auf Grund gelaufen, weil der Kapitän schlechte Sicht wegen eines Sandsturms hatte.

Auf Bildern in den sozialen Medien war zu sehen, dass sich der Frachter quergestellt hatte. Der Vorfall hatte zu einer Blockade der wichtigen Schifffahrtsstraße zwischen Asien und Europa geführt. Sowohl nördlich als auch südlich des Kanals bildeten sich nach Angaben der Schiffsradare vesselfinder.com und marinetraffic.com Staus von Containerschiffen. Dem Versicherungskonzern Allianz wurden von Reedereien mehr als 100 wartende Schiffe im Kanal gemeldet.

Acht Schlepperboote sind nach Angaben der Suezkanal-Behörde im Einsatz, um den Frachter zu befreien. Wind und die Größe des Schiffs erschweren ihre Arbeit laut GAC jedoch. Nach Angaben der Schiffsradare handelt es sich um den Frachter "Ever Given". Laut vesselfinder.com ist er 400 Meter lang und knapp 59 Meter breit. Das 2018 gebaute Schiff fahre unter der Flagge Panamas, es sei aus China gekommen und auf dem Weg nach Rotterdam in den Niederlanden. Nach Expertenangaben gehört der Frachter zu den größten Containerschiffen der Welt.

Der Suezkanal verbindet das Mittelmeer mit dem Roten Meer. Nach Angaben der Allianz laufen rund zehn Prozent des Welthandels durch diesen Kanal. Um den Suezkanal führen in der Schifffahrt nicht viele Wege herum. Den Seeweg von Europa nach Indien verkürzt er etwa um etwa 7000 Kilometer. Das ist wichtig im eng getakteten Welthandel.

Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hofft auf ein möglichst schnelles Ende der Blockade. "Je länger die Sperrung andauert und je länger die Ungewissheit andauert, desto drastischer werden die Auswirkungen dieser Sperrung sein", sagte Verbandssprecher Christian Denso der Deutschen Presse-Agentur. Das Hauptproblem sei, dass niemand wisse, ob sich der Umweg um Kap Horn lohne. Schiffen drohen teure und langwierige Umwege, warnte die Allianz.

Je länger der Stau dauere, "desto ruhiger wird es im Hamburger Hafen werden", sagte Denso. Danach kämen die Schiffe dann jedoch geballt. Die "Ever Given" ist in Hamburg keine Unbekannte. Im Jahr 2019 verursachte sie eine Kollision mit einer Fähre. Es entstand ein Sachschaden in Höhe von rund einer Million Euro.

Der Bundesverband der Deutschen Industrie warnte vor steigenden Kosten für Unternehmen, die auf Seetransporte angewiesen sind. Lieferketten gerieten unter anderem wegen der unpünktlichen Schiffe ins Stocken, sagte der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Holger Lösch. Die Lage im internationalen Container-Seeverkehr sei ohnehin angespannt, die Blockade verschärfe sie nun noch einmal.

Im Jahr 2020 durchfuhren nach Angaben der Suezkanal-Behörde fast 19 000 Schiffe den Kanal, im Schnitt gut 50 am Tag. Von einem "kritischen Engpass" sprach die US-Energiebehörde in der Vergangenheit auch für den Handel mit Öl, Gas und Erdölprodukten. Das machte sich am Mittwoch auch bei den Ölpreisen bemerkbar - sie legten kräftig zu.

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