Wirtschaft

Zuwachs reicher Kunden: Autobauer Rolls-Royce meldet Rekordumsatz

Rolls-Royce hat 2021 einen Ansturm wohlhabender Kunden verzeichnet. Der Autobauer profitiert von der Corona-Politik, die in nie dagewesenem Maße Geld an die Reichen umverteilt hat.
12.01.2022 09:00
Lesezeit: 1 min

Der britische Luxusautohersteller Rolls-Royce, der sich im Besitz von BMW befindet, hat im vergangenen Jahr 5.586 Fahrzeuge ausgeliefert. Dies ist ein Anstieg um 49 Prozent gegenüber 2020 und es ist der höchste Absatz in der 117-jährigen Geschichte der Marke. Das Unternehmen selbst spricht in einer Mitteilung von einer "hohen Nachfrage nach allen Modellen", insbesondere nach den Modellen Ghost und Cullinan.

Auch die Aufträge für Sonderanfertigungen haben demnach ein neues Rekordniveau erreicht. Das Unternehmen mit Sitz im englischen Goodwood, West Sussex, arbeitet weiter an der historischen Markteinführung seines ersten reinen Elektroautos, des Spectre, das in den letzten drei Monaten des kommenden Jahres auf den Markt kommen soll.

Das Jahr 2021 war ein "phänomenales Jahr für Rolls-Royce Motor Cars", zitiert The Scotsman den CEO von Rolls-Royce, Torsten Müller-Ötvös. "Wir haben mehr Fahrzeuge ausgeliefert als jemals zuvor in der 117-jährigen Geschichte der Marke, und die Nachfrage nach allen Produkten auf allen globalen Märkten war so groß wie nie zuvor."

Weiter sagt der CEO: "Unser extrem starkes Produktportfolio, ein außergewöhnliches Angebot an Sonderanfertigungen, das erste volle Jahr der Verfügbarkeit des Ghost, die Einführung des Black Badge Ghost im Oktober und die anhaltende Rekordnachfrage nach Sonderanfertigungen haben wesentlich zu unserer extrem starken Leistung beigetragen."

Die Nachfrage nach Rolls-Royce war im letzten Jahr so stark, dass das Unternehmen mit der Produktion kaum noch hinterherkommt. "Wenn Sie heute einen Rolls-Royce bestellen, werden Sie ihn in etwa einem Jahr in Empfang nehmen können", so Müller-Ötvös. Neben Rolls-Royce gehört auch die berühmte britische Marke Mini zu BMW.

Der entscheidende Grund für die starke Nachfrage nach Rolls-Royce ist jedoch nicht, dass das Unternehmen plötzlich viel bessere Autos baut, sondern die lockere Geldpolitik der globalen Zentralbanken. Niemals zuvor haben sie so viel Geld aus dem Nichts geschaffen wie im Jahr 2021 und damit Wertpapiere gekauft, was als Quantitative Easing (QE) bezeichnet wird.

In der Folge dieser lockeren Geldpolitik sind die Kurse der meisten Vermögenswerte stark gestiegen. Für die Reichen der Welt, die im großen Stil solche Vermögenswerte besitzen, ergab sich daraus ein historischer Vermögenszuwachs. Die Notenbanken haben also eine massive Umverteilung von der Allgemeinheit an die Eliten umgesetzt und dabei zudem die größten Vermögensblasen der Geschichte geschaffen.

Die steigenden Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien haben die Reichen im vergangenen Jahr noch deutlich reicher gemacht, was ihnen auch mehr Konsum ermöglichte. Dies zeigen nun die Verkäufe von Rolls-Royce. Aber zum Beispiel auch der britische Luxusautohersteller Bentley meldete für 2021 Rekordzahlen, nachdem der weltweite Absatz um 31 Prozent gestiegen war.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ostdeutsche Wirtschaft tritt auf die Bremse: Geschäftsklima sinkt erneut
31.03.2026

Die konjunkturelle Stimmung in Ostdeutschland hat sich im März leicht eingetrübt. Laut aktuellen Daten des Ifo-Instituts Dresden sank der...

DWN
Politik
Politik Ost-West-Pipeline gewinnt an Bedeutung: Saudi-Arabien umgeht Straße von Hormus
31.03.2026

Saudi-Arabien erhöht mit der Ost-West-Pipeline seine Exportkapazität und umgeht damit gezielt die Straße von Hormus als geopolitisches...

DWN
Finanzen
Finanzen Schuldenberg wächst: Bundeshaushalt verzeichnet Rekordplus an Krediten
31.03.2026

Deutschlands Staatsschulden sind im Jahr 2025 massiv um 144 Milliarden Euro angestiegen. Wie die Bundesbank mitteilt, ist dieser Zuwachs...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energie-Garantie für den Osten: PCK Schwedt bleibt Brandenburgs industrielles Herz
31.03.2026

Die Zukunft der PCK-Raffinerie in Schwedt ist laut der Ostbeauftragten Elisabeth Kaiser vorerst gesichert. Nach dem Verzicht auf russisches...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Risikomanagement im Unternehmen: Woran sich strategische Schwachstellen früh erkennen lassen
31.03.2026

Unternehmen sehen sich zunehmend mit geopolitischen Konflikten, wirtschaftlicher Unsicherheit und technologischen Umbrüchen konfrontiert,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Globale Preisgefahr: IWF warnt vor Inflationsschub und bedrohten Lieferketten
31.03.2026

Die militärische Eskalation in Westasien entwickelt sich zunehmend zu einer Belastungsprobe für die Weltwirtschaft. Laut aktuellen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Rückgang der Arbeitslosigkeit: Trendwende oder nur ein kleiner Schritt?
31.03.2026

Der deutsche Arbeitsmarkt sendet im März erste Lebenszeichen einer saisonalen Erholung. Mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen um...

DWN
Politik
Politik Zukunft Deutschland: Jugendliche immer pessimistischer - Zuversicht sinkt drastisch
31.03.2026

Junge Menschen blicken zunehmend skeptisch auf ihre Heimat. Das zeigt eine aktuelle Sinus-Jugendstudie im Auftrag der Barmer Krankenkasse....