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Wegen Ukraine: Produktionsausfälle bei VW, Porsche, BMW, MAN

Der Ukraine-Krieg bremst die deutsche Autoproduktion. Denn die Zulieferungen aus der Region sind kurzfristig schwer zu ersetzen. Vor allem Kabelbäume fehlen. .
02.03.2022 15:36
Aktualisiert: 02.03.2022 15:36
Lesezeit: 2 min
Wegen Ukraine: Produktionsausfälle bei VW, Porsche, BMW, MAN
Ein Macan im Leipziger Porsche-Werk. (Foto: dpa) Foto: Jan Woitas

Der Krieg in der Ukraine bremst die Fahrzeugproduktion in Deutschland aus. VW, Porsche, BMW und der Lkw-Hersteller MAN müssen wegen fehlender Teile von Zulieferern aus dem Kriegsgebiet ihre Produktion drosseln. Dabei geht es vor allem um Kabelbäume, bei denen sich der Westen der Ukraine zu einem wichtigen Produktionsstandort entwickelt hat.

Bei Porsche stehen zunächst bis Ende kommender Woche die Bänder in Leipzig still, wie ein Sprecher am Mittwoch mitteilte. In Zuffenhausen werde die Produktion noch aufrechterhalten. "In den kommenden Tagen und Wochen werden wir auf Sicht fahren und die Lage kontinuierlich bewerten." Schon am Dienstag hatte VW erklärt, wegen des Teilemangels die Produktion im Stammwerk in Wolfsburg drosseln zu müssen.

MAN stoppte nach eigenen Angaben die Produktion im Werk im russischen St. Petersburg ganz, in dem 70 Mitarbeiter beschäftigt sind. Darüber hinaus komme es zu Versorgungsengpässen und in Folge dessen zu Ausfällen in der Produktion, sagte ein Sprecher. In den Werken München und Krakau würden Schichten gestrichen.

Auch bei BMW kommt es zu Produktionsunterbrechungen wegen Lieferengpässen, wie das Unternehmen mitteilte. Weil Teile aus der Ukraine fehlen, werde die Produktion in Dingolfing in der kommenden Woche eingestellt. "Mit unseren Lieferanten sind wir in intensiven Gesprächen", erklärte BMW.

Die Ukraine hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Herkunftsland für Kabelbäume entwickelt. Branchenkreisen zufolge kann es Monate dauern, bis Werke an anderen Standorten die Arbeit der ukrainischen Fabriken übernehmen können. Benötigt würden Platz, Werkzeuge, Mitarbeiter und die Finanzierung. Vor allem wenn Spezialmaschinen nötig sind, seien längere Wartezeiten häufig unumgänglich.

Nach Angaben der Regierung in Kiew haben 22 internationale Autozulieferer mehr als 600 Millionen Dollar in 38 Werke investiert - viele davon stellen Kabelbäume her. Zu den größeren Firmen der Branche gehören der Nürnberger Bordnetz-Spezialist Leoni, SEBN aus Japan oder die französische Nexans.

Insgesamt sind rund 60.000 Menschen in der Branche beschäftigt. Vor dem Krieg galt die Ukraine als attraktiver Standort: Brancheninsider verweisen auf die gute Ausbildung der Menschen in der Ukraine und das vergleichsweise niedrige Lohnniveau. Zudem liegt die Westukraine nicht weit entfernt von den Autowerken in Ungarn, Tschechien oder der Slowakei.

"Wir arbeiten - in enger Zusammenarbeit mit unseren Kunden und Lieferanten - mit Hochdruck daran, die Folgen der momentanen Produktionsunterbrechungen in unseren beiden Werken in Stryi und Kolomyja, ausgelöst durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, für alle Beteiligten bestmöglich zu beherrschen", teilte Leoni mit. Es liege auf der Hand, dass die Produktionsausfälle in der Ukraine auch Folgen für die Verfügbarkeit von Teilen in der europäischen Autoindustrie hätten. "Wir prüfen aktuell alle Optionen, die Produktionsausfälle aufzufangen."

Kabelbäume gehören zu den Bauteilen, die ganz zu Beginn benötigt werden, wenn ein Auto gebaut wird. Fehlen sie, steht die gesamte Produktion still, weil sie nicht nachgerüstet werden können - anders als etwa Halbleiter, die häufig auch erst zu einem späteren Zeitpunkt eingebaut werden können.

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