Politik

Reiche in China: Wirtschaftsministerin wirbt für engere Zusammenarbeit

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche setzt bei ihrem China-Besuch auf engere wirtschaftliche und politische Beziehungen. Angesichts globaler Konflikte und wirtschaftlicher Unsicherheiten warb die CDU-Politikerin in Guangzhou für mehr Kooperation, Investitionen und langfristiges Vertrauen zwischen beiden Ländern.
28.05.2026 15:18
Lesezeit: 1 min

Reiche lobt konstruktive Gespräche in Peking

Angesichts der geopolitischen Lage wirbt Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche in China für eine Stärkung der Beziehungen. Anknüpfend an die Reise ihres Parteifreundes Bundeskanzler Friedrich Merz wolle sie "den gewiesenen Weg" mit mehr Kooperationen, Investitionen und dem Ausloten von Chancen ausfüllen, sagte die CDU-Politikerin im südchinesischen Guangzhou (Kanton). Man wolle sich gemeinsam "in einer Welt positionieren, die an Konflikten nicht arm, an Lösungskorridoren manchmal etwas beschränkter ist".

Es sei gut, auf vertrauensvolle, langfristige Beziehungen zu setzen, die man in unruhigen Zeiten stärken und festigen müsse, erklärte Reiche beim Treffen mit dem Parteisekretär der Provinz Guangdong, Huang Kunming, weiter. Positiv bewertete sie die Gespräche mit ranghohen Regierungsvertretern am Vortag in Peking. "Wir haben in der Tat einen sehr, sehr langen Austausch zu sehr vielen Themen in einer ausgesprochen konstruktiven, freundlichen, offenen und von gegenseitigem Verständnis geprägten Atmosphäre gehabt", sagte sie.

Reiche lobte zudem die Entwicklung Guangdongs, einer wichtigen Industrieprovinz im Süden Chinas. Sie wolle das Licht Deutschlands und Berlins zwar nicht "unter den Scheffel stellen", sagte Reiche. Aber sie vermute, dass sich in der Region in den vergangenen zehn Jahren so viel verändert habe, dass man sie kaum wiedererkenne. "Ich bin mir aber sicher, Sie würden in Berlin viel wiedererkennen", erklärte sie. Dies zeige das "explosionsartige Wachstum und die wirtschaftliche Dynamik in Guangzhou", so Reiche.

Sondersitzung in Brüssel

Vor einer Debatte in Brüssel, bei der es am Freitag darum geht, wie die EU-Mitgliedstaaten vorgehen sollen, um gegenüber China gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen, forderte Reiche Ausgewogenheit. Deutschland habe ein Interesse, generell Maßnahmen zu ergreifen, wenn unfaire Praktiken auftauchten, sagte Reiche. "Gleichzeitig gilt aber auch, dass Deutschland Exportnation bleiben muss, und hier brauchen wir eine ausbalancierte Position", sagte sie.

In ihren Gesprächen in China habe die anstehende Sitzung in Brüssel nicht gestört, erklärte sie kurz vor Abflug in Guangzhou. Zuvor hatte sie dort auch den chinesischen Flugtaxi- und Drohnenhersteller EHang besucht.

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