Wirtschaft

Schweden: Skandinavisches Kulturgut in Gefahr

Die hohen Stromkosten gefährden in Schweden eines der liebsten skandinavischen Rituale: Das Saunieren.
Autor
22.09.2022 10:53
Aktualisiert: 22.09.2022 10:53
Lesezeit: 1 min

Energiekosten gefährdet Schwedens Sauna-Kultur: Was in Deutschland die Kneipe ist und in Irland der Pub – ist in Schweden die Sauna. Nämlich ein Ort der Geselligkeit, an dem sich Familie, Freunde, Nachbarn und Kollegen treffen, um gemeinsam Zeit zu verbringen. Dabei geht es nicht vordergründig um das Wohlfühlerlebnis des Einzelnen, sondern auch um ein geselliges Beisammensein.

So ist es auch nicht ungewöhnlich, dass 20 Menschen oder mehr zusammen in die Sauna gehen, oder dass das ein oder andere Geschäft in der Sauna verhandelt wird. Jetzt aber scheinen die steigenden Energiepreise auch die schwedischen „Saunierer“ zu treffen, und damit einen wichtigen Aspekt des skandinavischen Lebensgefühls und der Kultur.

Zumindest hat die schwedische Fitnessstudiokette Sats angekündigt, die meisten ihrer Saunen aufgrund der hohen Stromkosten schließen zu müssen. In Schweden haben die meisten Fitnessstudios eine Sauna, und es ist üblich, nach dem Training in die Sauna zu gehen.

Sats selbst gehört zu den führenden skandinavischen Fitnessstudio- Ketten und betreibt insgesamt 250 solcher Gyms. Allerdings betrifft das Problem der Schließung von Saunen nicht nur die Fitnessstudios. Auch einige Mehrfamilienhäuser in Südschweden haben sogar die Schließung ihrer gemeinschaftlichen Saunen angekündigt.

So berichtet etwa Becky Waterton, eine regelmäßige Saunagängerin aus Malmö, dass in ihrem Wohnhaus vor den Saunen Schilder aufgetaucht sind, die darauf hinweisen, dass sie bis zum 1. April 2023 geschlossen werden sollen.

„Ich bin überrascht, dass sie geschlossen werden, denn sie wurden eigentlich nicht so stark besucht. Da wäre es sinnvoller den Leuten zu sagen, sie sollen nicht die Trockner für ihre Wäsche benutzen“, so Wateron gegenüber der italienischen Nachrichtenagentur ANSA.

Die hohen Energiepreise spüren vor allem die Bewohner in den südlichen Regionen in Schweden, während sich der Preisanstieg im Norden des Landes aufgrund der reichlich vorhandenen Wasserkraft in Grenzen hält.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Finanzen
Finanzen Lindt-Aktie im Fokus: Präsident Tanner räumt Preisfehler ein und lehnt Rücktritt in Lindt-Krise ab
26.10.2026

Nach dem überraschenden Chefwechsel bei Lindt & Sprüngli übernimmt Verwaltungsratspräsident Ernst Tanner öffentlich Verantwortung für...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Warum die 4.000-Dollar-Marke vor der Fed-Entscheidung wieder wackelt
26.10.2026

Zum Wochenstart pendelt Gold um die Marke von 4.000 US-Dollar je Feinunze. Nach dem jüngsten Rückgang ringen Anleger um eine neue...

DWN
Finanzen
Finanzen Cathie Wood: ARK kauft Meta-Aktien und schichtet Tech-Wetten um
26.10.2026

Die jüngsten Handelsdaten aus dem Umfeld von Cathie Woods ARK-Fonds zeigen Verkäufe bei Alphabet-Aktien, Käufe bei Meta-Aktien und...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Audi-Chef bei Trump: VW-Betriebsratschefin Cavallo übt scharfe Kritik
26.10.2026

Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump stößt bei...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Familienticket: Deutsche Bahn bietet Ticket für Familien ab heute dauerhaft an
26.10.2026

Für Familien ist das Familienticket der Deutschen Bahn ab sofort wieder dauerhaft erhältlich. Für 99,99 Euro umfasst es eine Hin- und...

DWN
Immobilien
Immobilien Neues Gesetz geplant: Besserer Versicherungsschutz gegen Naturkatastrophen
26.10.2026

Bei der Flutkatastrophe im Ahrtal war nur ein Teil der massiven Schäden an Gebäuden durch Versicherungspolicen abgedeckt. Berlin will das...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bekannte Frage im Vorstellungsgespräch könnte bald verboten sein: Ikea hat sie bereits abgeschafft
26.10.2026

Was haben Sie bisher verdient? Eine der bekanntesten Fragen im Vorstellungsgespräch soll künftig verboten sein. Während Unternehmen sich...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Zeit für vernachlässigte Aktien und den Energiesektor
25.10.2026

Die kommende Woche wird eine der wichtigsten dieser Berichtssaison.