Deutschland

Schwere Waldbrände in mehreren Teilen des Landes

In Deutschland wüten derzeit an mehreren Orten schwere Waldbrände.
13.06.2023 16:53
Aktualisiert: 13.06.2023 16:53
Lesezeit: 2 min
Schwere Waldbrände in mehreren Teilen des Landes
Auf zwei ehemaligen Truppenübungsplätzen im südwestlichen Mecklenburg sind am Montag Brände ausgebrochen. (Foto: dpa) Foto: Thomas Schulz

Der laute Knall der explodierenden Weltkriegsmunition ist bis ins nahe gelegene Lübtheen zu hören, Rauchschwaden liegen über den Baumwipfeln. Nach einer relativ ruhigen Nacht hat sich die Lage bei den beiden großen Waldbränden im Südwesten Mecklenburg-Vorpommerns am Dienstag teilweise wieder verschärft.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen waren am Dienstagvormittag mehrere Explosionen in der Nähe der geräumten Ortschaft Volzrade, einem Ortsteil von Lübtheen, zu hören. Im zweiten großen Waldbrandgebiet bei Hagenow hatte sich das Feuer nach Behördenangaben im Laufe der Nacht auf Dienstag von 35 auf 45 Hektar ausgedehnt.

Die Brände in dem nordöstlichen Bundesland hatten am späten Montagabend eine Ausdehnung von rund 100 Hektar bei Lübtheen und 35 Hektar bei Hagenow erreicht. Ein Hektar entspricht einer Fläche von 100 mal 100 Meter. 100 Hektar entsprechen einem Quadratkilometer.

Auch in anderen Regionen Deutschlands kämpften Feuerwehrleute am Dienstag gegen die Flammen in Waldbrandgebieten. An der Grenze von Bayern und Thüringen gerieten am Dienstag mehrere Hektar eines Waldgebiets in Brand. Wie groß genau die betroffene Fläche ist, konnte eine Polizeisprecherin zunächst nicht sagen. Das Feuer habe aber «anscheinend ein recht großes Ausmaß». Meldungen über Verletzte lagen zunächst nicht vor. Die Feuerwehr war am Nachmittag mit Löscharbeiten beschäftigt.

Ein am Montag in Hessen ausgebrochener Waldbrand soll nach Angaben des Hochtaunuskreises nun «kontrolliert abbrennen». Mittlerweile seien rund vier Hektar Land von dem Feuer betroffen, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Rund 200 Einsatzkräfte der Feuerwehr seien seit 7.00 Uhr morgens wieder vor Ort gewesen in dem unwegsamen Gelände. Seit Montag hatten vier Feuerwehrleute leichte Rauchvergiftungen erlitten, außerdem wurde einer der Feuerwehrleute wegen eines leichten Kreislaufkollapses medizinisch behandelt. Das Feuer war am Montagnachmittag nordwestlich von Frankfurt an dem Berg Altkönig ausgebrochen.

Das Feuer im Waldbrandgebiet Jüterbog südlich von Berlin flammte am Montagabend indes erneut auf. Wie die Leiterin des Jüterboger Ordnungsamts, Christiane Lindner-Klopsch, am Dienstag sagte, brannten ungefähr zwei Hektar, die noch mehrere Hundert Meter von einem Schutzstreifen am Rande des Brandgebiets entfernt lagen. Erst wenn das Feuer auf die Schutzstreifen zulaufe, könne von dort aus gelöscht werden. Das Brandgebiet selbst können die Feuerwehrkräfte nicht betreten, weil auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz noch viel Munition im Boden steckt. Das Feuer in Jüterbog war Ende Mai erstmals ausgebrochen. Nachdem zwischenzeitlich eine Großschadenslage ausgerufen worden war, wurde diese am Sonntag wieder aufgehoben.

Die beiden Brände in Mecklenburg-Vorpommern waren am Montagnachmittag in kurzer Folge bei Lübtheen und in der Viezer Heide bei Hagenow - ebenfalls munitionsbelastete ehemalige Militärgelände - ausgebrochen. Das Feuer in Hagenow bereitet den Behörden bisher weniger Sorgen, wie es hieß. Am Dienstag rückte die Bundeswehr dort mit einem Panzer an, um Brandschutzschneisen zu verbreitern.

Das Feuer nahe Lübtheen rückte inzwischen weiter an den gefährdeten Ort Volzrade heran. Der Abstand des Feuers zu Volzrade habe sich von 700 bis 800 Meter am frühen Morgen im Laufe des Dienstags auf 500 Meter verringert, sagte der Landrat des Landkreises Ludwigslust-Parchim, Stefan Sternberg (SPD). Die rund 160 Einwohner mussten die Nacht bei Freunden, Verwandten oder in der Turnhalle der Kleinstadt verbringen. Auf Bildern war zu sehen, wie Rauch durch die Ortschaft zog und der wenige Meter von den Häusern entfernte Waldrand mit spezieller Bewässerungstechnik bespritzt wurde.

Derweil widersprach die Luftwaffe Berichten, wonach die seit Montag laufende Großübung «Air Defender 2023» Löscharbeiten mit Hubschraubern in Mecklenburg-Vorpommern behindert hat. Ein Sprecher verwies am Dienstag auf zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen, die für das Gebiet des Waldbrandes auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen gelten.

Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Lübtheen hatte bereits 2019 der bis dahin größte Waldbrand in der Geschichte Mecklenburg-Vorpommerns auf fast 1000 Hektar gewütet.

Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeigt seit Tagen alarmierende rote bis dunkelrote Flecken auf der Deutschlandkarte. Besonders groß ist die Gefahr im Nordosten, wo an vielen Orten die höchste Warnstufe fünf gilt.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Finanzen
Finanzen KI bei Tech-Aktien: Wie massive Investitionen Wachstum fördern und Risiken für Anleger bergen
01.01.2026

Die Tech-Branche steht erneut im Fokus der Finanzmärkte. Mit Milliardeninvestitionen in künstliche Intelligenz setzen führende...

DWN
Immobilien
Immobilien Toyota Woven City: Japans Reallabor am Mount Fuji
01.01.2026

Unter dem Blick des Fuji baut Toyota eine Stadt als Reallabor: Woven City. Hier treffen Wasserstoff, Sensorik und autonome Mobilität auf...

DWN
Immobilien
Immobilien Sonne als Heizung: Wie Sie mit energieeffizienten Fenster Heizkosten sparen – Tipps und Tricks
01.01.2026

Fenster sind mehr als Lichtspender: Sie entscheiden über Wärme, Komfort und Energieverbrauch. Richtig platziert und gesteuert, werden sie...

DWN
Unternehmen
Unternehmen AWS treibt Ausbau der Dateninfrastruktur voran: Unterseekabel zwischen Irland und USA geplant
01.01.2026

Irland rückt zunehmend in den Fokus globaler Dateninfrastruktur, während Unternehmen ihre Cloud- und KI-Kapazitäten ausbauen. Welche...

DWN
Panorama
Panorama BiB-Studie: Städte wachsen, Land schrumpft – der Bevölkerungstrend bis 2070
01.01.2026

Wachsen die Städte weiter – und schrumpft das Land noch schneller? Eine neue Studie des BiB rechnet bis 2070 verschiedene Szenarien...

DWN
Technologie
Technologie Glasfaser-Betrug: So erkennen Sie Laufzeitfallen beim Glasfaservertrag
01.01.2026

Glasfaser klingt nach Zukunft – doch beim Vertragsabschluss lauern Fallen. Manche Anbieter verschieben Laufzeitbeginne, andere arbeiten...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnnebenkosten-Ranking: In diesen Städten wird Wohnen zur Kostenfalle
01.01.2026

Die Miete allein ist längst nicht mehr das Problem – die Nebenkosten treiben die Wohnkosten auf ein neues Niveau. Höhere Gebühren,...

DWN
Politik
Politik Merz wirbt für "Moment des Aufbruchs" 2026
01.01.2026

In seiner ersten Neujahrsansprache appelliert Kanzler Merz an Vertrauen und Tatkraft in Krisenzeiten – und stellt in Aussicht, dass die...