Politik

Demografie: Bevölkerung in der EU altert rasant

Europa überaltert: Der Anteil der Über-65-Jährigen in der Europäischen Union dürfte bis zum Jahr 2070 auf rund 30 Prozent steigen, besonders stark betroffen ist Südeuropa. Mehr Zuwanderung würde das demokrafische Problem aber nicht lösen.
03.06.2024 12:20
Aktualisiert: 03.06.2024 12:20
Lesezeit: 1 min
Demografie: Bevölkerung in der EU altert rasant
Die EU entwickelt sich immer mehr zu einer überalterten Staatengemeinschaft. (Foto: dpa)

Die Bevölkerung in der Europäischen Union (EU) wird in den kommenden Jahrzehnten nach einer Vorausberechnung des Statistischen Bundesamts deutlich altern. Bis zum Jahr 2070 werde der Anteil der Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren auf 30,5 Prozent ansteigen, teilte die Daten-Behörde unter Berufung auf Zahlen der europäischen Statistikbehörde Eurostat mit. Anfang 2023 habe der Anteil der Menschen ab 65 Jahren noch 21,2 Prozent betragen.

Mehr Zuwanderung würde nur marginal helfen

Der Berechnung liegt die derzeitige Nettozuwanderung von durchschnittlich 1,2 Millionen Menschen pro Jahr zugrunde. Auch mit einem Drittel mehr Zuwanderung ließe sich die Alterung der Bevölkerung nur leicht dämpfen, erklärte das Bundesamt. Der Anteil der Menschen über 65 Jahre würde dann im Jahr 2070 29,5 Prozent betragen (statt 30,5 Prozent).

Italien und Portugal besonders stark überaltert

Die höchsten Anteile an mindestens 65-Jährigen hatten Anfang vergangenen Jahres Italien mit 24,0 Prozent, Portugal mit 23,9 Prozent sowie Finnland mit 23,1 Prozent. Im Jahr 2070 wäre dies laut der Berechnung bei gleichbleibender Zuwanderung mit 36 Prozent in Litauen der Fall. Italien und Portugal kämen dann auf 34 Prozent. Deutschland würde sich mit knapp 29Prozent im unteren Drittel befinden, den geringsten Anteil hätte Schweden mit 27Prozent.

Am 1. Januar 2023 lebten den Angaben zufolge 451,4 Millionen Menschen in der EU. Bei gleichbleibender Zuwanderung von netto 1,2 Millionen Personen jährlich werde die Zahl der Einwohner den Berechnungen zufolge bis zum Jahr 2070 auf 432,2 Millionen Menschen sinken. Ohne Nettozuwanderung würde die Bevölkerung noch deutlicher auf 358,4 Millionen Menschen schrumpfen. Steige die Nettozuwanderung um ein Drittel, gebe es einen Anstieg auf 465,5 Millionen Menschen.

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