Politik

Krieg in Nahost: Israel erklärt Hamas-Militärchef Mohammed Deif für tot

Israel hat den Militärchef der islamistischen Terrororganisation Hamas, Mohammed Deif, für tot erklärt. Deif sei Mitte Juli bei einem massiven Luftangriff im Gazastreifen getötet worden, teilte die israelische Armee mit. Er gilt als einer der zentralen Drahtzieher des Terrorangriffs auf Israel vom 7. Oktober und war Chef der Kassam-Brigaden und Stellvertreter des Gaza-Chefs der Hamas, Jihia al-Sinwar.
01.08.2024 13:00
Lesezeit: 2 min
Krieg in Nahost: Israel erklärt Hamas-Militärchef Mohammed Deif für tot
Überlebende und Angehörige der Opfer auf dem Gelände des elektronischen Musikfestivals Supernova, dem Ort des brutalen Terrorangriffs der Hamas vom 7. Oktober 2023, zurück. (Foto: dpa) Foto: Ilia Yefimovich

Israel hat einen der führenden Köpfe der islamistischen Hamas, Mohammed Deif, für tot erklärt. Das Militär teilte auf der Plattform X und bei WhatsApp mit, man könne nun bestätigen, dass Deif getötet worden sei.

Die Mitteilung der Armee erfolgt einen Tag nach der Tötung des Auslandschefs der Hamas, Ismail Hanija, in Teheran. Der Iran und die Hamas beschuldigen Israel, dafür verantwortlich zu sein. Israel hat sich nicht zu dem Vorwurf geäußert und lediglich erklärt, jeder, der das Land angreife, werde einen hohen Preis zahlen.

Die Armee teilte mit, auf der Basis von Geheimdienstinformationen könne der Tod Deifs bestätigt werden. Kampfjets hätten vor gut zwei Wochen einen „präzisen, gezielten Schlag gegen eine Anlage ausgeführt, in der sich Mohammed Deif und der Kommandeur der Chan-Junis-Brigade der Hamas, Rafa Salama, aufhielten“, hieß es in der Mitteilung.

Ein Kriegsziel

Israel hatte sich zu einem Ziel seines Krieges im Gazastreifen gesetzt, den Hamas-Chef Sinwar und seinen Stellvertreter Deif gefangen zunehmen oder zu töten. Im März bestätigte die Armee die Tötung des dritthöchsten Hamas-Führers im Gazastreifen, Marwan Issa, bei einem Luftangriff.

Deif und Sinwar gelten als maßgebliche Planer des schrecklichen Massakers in Israel vom 7. Oktober vergangenen Jahres, bei dem sie Familien und Einzelpersonen in ihren Häusern, auf den Straßen und bei einem Musikfestival töteten. Fast 1.200 Menschen wurden ermordet, Tausende verletzt und über 240 als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt, darunter auch eine Deutsche, um Druck auf Israel auszuüben. Der Terrorüberfall war Auslöser des Krieges.

Viele Tote bei Angriff auf Deif

Das israelische Militär hatte im vergangenen Monat ein abgezäuntes Objekt in der humanitären Zone zwischen Chan Junis und Al-Mawasi bombardiert, das nach israelischer Darstellung als Basis für Hamas-Terroristen diente. Bei dem Angriff kamen nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde 90 Menschen ums Leben, weitere 300 wurden verletzt.

Unter den Toten war nach israelischen Angaben auch Kommandeur Salama. Die Armee habe über äußerst zuverlässige nachrichtendienstliche Informationen verfügt, dass sich Deif und Salama zum Zeitpunkt des Angriffs in der Basis aufhielten, sagte ein hochrangiger Militärvertreter danach in einem Online-Briefing für Journalisten.

Zahlreiche Tötungsversuche überlebt

Im Mai hatte der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH), Karim Khan, mehrere Haftbefehle beantragt. Neben Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Joav Galant auch gegen mehrere Hamas-Anführer - darunter Sinwar und Deif. Khan verfolgt Verbrechen während des Gaza-Kriegs.

Deif hatte zahlreiche Tötungsversuche Israels über die Jahre überlebt. Bis vor gut einem halben Jahr ging man im Land davon aus, dass Deif dabei mehrere Gliedmaßen verloren hat und eine Vielzahl körperlicher Behinderungen hat. Bis schließlich Aufnahmen auftauchten, die Deif mit beiden Armen und beiden Beinen zeigten.

Bei einem Luftangriff auf ein Haus im Gazastreifen gegen Ende des Gaza-Kriegs 2014 waren seine Ehefrau und sein kleiner Sohn ums Leben gekommen. Deif konnte entkommen.

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