Wirtschaft

Deutsche Autoexporte 2024: USA wichtigster Absatzmarkt - jeder dritte Porsche ging nach Übersee

Trotz der aktuellen Krise hat die deutsche Autoindustrie im Jahr 2024 mehr Neuwagen exportiert. Besonders bemerkenswert: Die USA sind der wichtigste Absatzmarkt – obwohl unter Präsident Donald Trump neue Zölle drohen. Dies könnte die ohnehin unter Druck stehenden deutschen Autobauer und Zulieferer zusätzlich belasten, da sie bereits mit sinkenden Gewinnen zu kämpfen haben
21.03.2025 07:20
Lesezeit: 2 min
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Laut dem Statistischen Bundesamt wurden im vergangenen Jahr rund 3,4 Millionen neue Pkw im Gesamtwert von 135 Milliarden Euro aus Deutschland exportiert. Während die Anzahl der ausgeführten Fahrzeuge um 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr stieg, sank der Gesamtwert der Exporte um 1,3 Prozent. Besonders stark wuchs der Export von Elektroautos: Mit einem Anstieg von fast 12 Prozent machten rein elektrische Fahrzeuge einen Anteil von über 25 Prozent aus, insgesamt 881.000 Pkw.

Die USA waren 2024 das wichtigste Zielland für deutsche Neuwagen. Mit einem Exportanteil von 13,1 Prozent lagen sie vor Großbritannien (11,3 Prozent) und Frankreich (7,4 Prozent). Während der Export zunahm, gingen die Fahrzeugimporte nach Deutschland zurück: Mit 1,8 Millionen neuen Pkw wurden 11,5 Prozent weniger Fahrzeuge eingeführt als im Vorjahr, der Wert der Importe sank sogar um 12,8 Prozent.

Jeder dritte Porsche ging 2024 in die USA, jeder sechste BMW

Die aktuellen Zahlen verdeutlichen, wie abhängig die deutsche Autoindustrie vom US-Markt ist – und wie empfindlich sie auf neue Handelshürden reagieren würde. Trump erwägt, die Einfuhrzölle auf Autos aus der EU von derzeit 2,5 Prozent auf 25 Prozent anzuheben. Eine endgültige Entscheidung soll Anfang April bekannt gegeben werden. Im Gegenzug erhebt die EU aktuell zehn Prozent Zölle auf US-Autoimporte.

Mercedes-Chef Ola Källenius sprach sich in diesem Zusammenhang für eine beidseitige Abschaffung der Zölle aus: „Lasst uns doch diese Zölle beidseitig auf null absenken“, sagte er kürzlich dem Handelsblatt. Die Einführung zusätzlicher US-Zölle würde nicht nur Mercedes treffen, sondern die gesamte Branche erheblich belasten. Der US-Markt ist für deutsche Hersteller von zentraler Bedeutung: 2024 wurden fast ein Drittel aller Porsche-Modelle sowie jeder sechste BMW in Nordamerika verkauft. Bei VW, Audi und Mercedes-Benz lag der Anteil zwischen 12 und 15 Prozent.

Zwar unterhalten deutsche Hersteller wie VW, BMW und Mercedes große Produktionsstätten in den USA und beliefern den Markt teilweise aus Mexiko. Dennoch werden weiterhin zahlreiche Fahrzeuge aus Europa exportiert. BMW beispielsweise erwartet eine deutliche Reduzierung der Gewinnmargen, sollte der US-Zollsatz auf das EU-Niveau von zehn Prozent angehoben werden, erklärte Finanzchef Walter Mertl. Auch Zulieferer wären stark betroffen – ZF Friedrichshafen meldete erst kürzlich einen Milliardenverlust.

Handelskonflikt zwischen EU und USA spitzt sich zu

Der wirtschaftspolitische Streit zwischen den USA und der EU droht sich weiter zu verschärfen. Bereits jetzt hat Trump Zölle von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt. Als Reaktion führte die EU Gegenzölle auf bestimmte US-Produkte ein, darunter Bourbon-Whiskey und Motorräder. Weitere Maßnahmen sind für Mitte April geplant. Trump wiederum drohte der EU mit Strafzöllen von 200 Prozent auf Wein, Champagner und andere alkoholische Getränke.

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