Politik

Nächstes Flugzeug aus Afghanistan gelandet - Sachsens Innenminister gegen Baerbocks Aufnahmeprogramm

Die weitere Aufnahme von Afghanen sorgt bei Sachsens Innenminister Armin Schuster für große Empörung: „Dass Außenministerin Annalena Baerbock quasi in letzter Sekunde vor ihrem Abtritt derart weitreichende und unsere Gesellschaft massiv polarisierende Aktionen im Akkord nacheinander durchziehen wolle, sei wirklich infam und vollkommen verbohrt“.
17.04.2025 08:48
Lesezeit: 2 min
Nächstes Flugzeug aus Afghanistan gelandet - Sachsens Innenminister gegen Baerbocks Aufnahmeprogramm
Nächstes Flugzeug mit 138 Migranten aus Afghanistan in Leipzig gelandet: Sachsens Innenminister nennt Charterflüge aus Afghanistan „infam und vollkommen verbohrt“. (Foto: dpa) Foto: Hendrik Schmidt

Mit Empörung hat Sachsens Innenminister Armin Schuster auf die Ankündigung weiterer Charterflüge für „gefährdete“ Menschen aus Afghanistan nach Deutschland reagiert.

Nächstes Flugzeug mit Afghanen in Leipzig gelandet

Gestern ist wieder ein Charter-Flug mit Afghanen in Deutschland gelandet. An Bord sind nach Angaben des Innenministeriums 138 Menschen mit einer Aufnahmezusage. Nach Auskunft des niedersächsischen Innenministeriums sollen die Passagiere zunächst in das Grenzdurchgangslager Friedland gebracht und von dort nach zwei Wochen an die Länder verteilt werden.

Noch rund 2600 Menschen aus Afghanistan warten nach Angaben des Auswärtigen Amts derzeit in Pakistan auf ihre Aufnahme in Deutschland. Aus dem sächsischen Innenministerium hieß es, es seien zwei weitere Aufnahmeflüge für den 23. und den 29. April konkret geplant.

Sachsens Innenminister empört über Aufnahmen aus Afghanistan

„Der politische Anstand gebietet einer geschäftsführenden Bundesregierung, maßzuhalten und nicht noch das zu intensivieren, wofür die neue Bundesregierung bekanntermaßen genau nicht stehen wird“, sagte der CDU-Politiker der DPA. „Dass Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) quasi in letzter Sekunde vor ihrem Abtritt derart weitreichende und unsere Gesellschaft massiv polarisierende Aktionen im Akkord nacheinander durchziehen wolle, sei wirklich infam und vollkommen verbohrt“.

Vor Kanzlerwahl im Mai mehrere Flüge

Nach Angaben eines Sprechers des Ministeriums sind in diesem Monat noch insgesamt drei Flüge für Afghaninnen und Afghanen von Pakistan nach Deutschland geplant: am kommenden Mittwoch sowie am 23. und 29. April. Per Flugzeug sollen sowohl ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen in Afghanistan als auch besonders gefährdete Menschen, wie etwa Menschenrechtsanwälte oder Frauenrechtlerinnen, nach Deutschland geholt werden.

Am 10. März hatte eine Sprecherin des Auswärtigen Amts mitgeteilt, für rund 2.800 Menschen aus Afghanistan gebe es noch Zusagen für eine Aufnahme in Deutschland. Die bereits getroffenen Zusagen hätten aus Sicht der Bundesregierung rechtlichen Bestand.

In Hannover war Ende März ein Flugzeug mit 174 Afghaninnen und Afghanen gelandet, die eine Aufnahmezusage für Deutschland erhalten hatten. Im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD heißt es: „Wir werden freiwillige Bundesaufnahmeprogramme soweit wie möglich beenden (zum Beispiel Afghanistan) und keine neuen Programme auflegen.“

„Mit den Aufnahmeprogrammen mögen in absoluten Zahlen nur wenige Personen kommen“, sagte Schuster. Nach über zehn Jahren einer nahezu ungesteuerten Migrationspolitik träfen diese Menschen jedoch auf Städte und Gemeinden, die, was Finanzierung und Unterbringung angehe, schon völlig überfordert seien. An erfolgreiche Integration sei schon lange nicht mehr zu denken. Auch die große Zahl von Angehörigen, die mit den als schutzbedürftig identifizierten Menschen einreisten, mache deutlich, dass dieses Programm aus dem Ruder gelaufen sei.

Schuster: besser um Abschiebungen kümmern

Schuster, der für seine Partei an den schwarz-roten Koalitionsverhandlungen beteiligt war, kritisierte, das Auswärtige Amt unter der Leitung von Baerbock habe „die wenigen und komplizierten diplomatischen Möglichkeiten mit den Taliban offenbar ausschließlich dazu genutzt, um zigtausende Personen nach Deutschland zu holen, anstatt sich um die Rückführung der Personen zu bemühen, die als Mehrfach- und Intensivstraftäter oder unverhohlene Islamisten jedes Gastrecht verwirkt haben“.

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