Politik

Bundesnachrichtendienst warnt: Mögliche verschärfte Krise mit Russland

BND-Präsident Martin Jäger zieht eine ernste Bilanz der Sicherheitslage: Eine „heiße Konfrontation“ mit Russland sei jederzeit denkbar. Die Lage sei bereits angespannt, und eine weitere Verschärfung könne nicht ausgeschlossen werden.
13.10.2025 14:03
Lesezeit: 1 min

Der Bundesnachrichtendienst (BND) sieht das Risiko einer zeitnahen Eskalation in den Beziehungen zu Russland. „Wir dürfen uns nicht zurücklehnen in der Annahme, ein möglicher russischer Angriff käme frühestens 2029. Wir stehen schon heute im Feuer“, warnte der Präsident der Behörde, Martin Jäger, vor Abgeordneten im Bundestag.

Die Grenzen zwischen Frieden und Krieg würden zunehmend verwischen, sagte Jäger. „In Europa herrscht bestenfalls ein eisiger Friede, der punktuell jederzeit in heiße Konfrontation umschlagen kann. Wir müssen uns auf weitere Lageverschärfungen vorbereiten.“

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) warnte zuletzt mehrfach, dass Russland bis 2029 in der Lage sein könnte, einen militärischen Schlag gegen Nato-Gebiet zu führen.

Ziel: „Furcht und Handlungsstarre“

Russland wolle die Grenzen des Westens austesten, konkret: Die Nato unterminieren, europäische Demokratien destabilisieren, Gesellschaften spalten und einschüchtern, sagte Jäger. „Europa soll – von Furcht und Handlungsstarre gelähmt – in die Selbstaufgabe getrieben werden.“ Ziel, sei, das wirtschaftlich überlegene Europa in Abhängigkeit von Russland zu bringen.

Die Regierung in Moskau setze dazu auf die Manipulation von Wahlen und öffentlicher Meinung, Propaganda, Provokation, Desinformation, Einschüchterung, Spionage, Sabotage, Luftraumverletzungen durch Drohnen und Kampfflugzeuge, Auftragsmorde und die Verfolgung im Ausland lebender Oppositioneller. „Nichts davon ist neu, doch in ihrer Häufung stellen diese Einzelereignisse eine neue Qualität der Konfrontation dar.“

BND soll auch im Krieg agieren können

Der BND müsse künftig auch unter den Bedingungen eines bewaffneten Konfliktes mit direkter deutscher Beteiligung agieren können, sagte Jäger. Es gelte, sich darauf schon heute vorzubereiten.

Jäger sprach bei einer öffentlichen Anhörung im Parlamentarischen Kontrollgremium, das die Arbeit der Nachrichtendienste des Bundes überwacht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Prognos-Studie: EU-Exporte sichern 7,2 Millionen Jobs in Deutschland
24.08.2026

Der europäische Binnenmarkt ist für Deutschland weit mehr als ein politisches Projekt. Exporte, offene Grenzen und gemeinsame...

DWN
Finanzen
Finanzen Börse aktuell: DAX-Kurs schwächelt – Märkte vor wegweisender Woche
24.08.2026

Am deutschen Aktienmarkt wächst offenbar die Nervosität: Chipwerte geraten am Montag unter Druck, während die Anleger auf die...

DWN
Panorama
Panorama Trinkgeld per Karte: Wann aus Freiwilligkeit gefühlter Zwang wird – Streit um digitale Trinkgelder
24.08.2026

Sieben, zehn oder gleich zwanzig Prozent? Beim Bezahlen per Karte müssen Gäste oft spontan über Trinkgeld entscheiden. Auffällige...

DWN
Politik
Politik Sprengstoffdrohne: Deutsche sehen erhebliche Lücken bei der Drohnenabwehr
24.08.2026

Der Fund der Sprengstoffdrohne zwischen ukrainischen Frachtmaschinen am Flughafen Leipzig besorgt die Bevölkerung in Deutschland. Eine...

DWN
Politik
Politik Putin erlässt Milliarden-Schulden: Russlands Regionen unter Druck
24.08.2026

Russlands Regionen erhalten Milliardenentlastungen aus Moskau, obwohl auch der Zentralstaat tief in den roten Zahlen steckt. Die Maßnahmen...

DWN
Politik
Politik Mittelstandsverband: BVMW-Geschäftsführer Christoph Ahlhaus warnt Merz vor einem Zerfall der Koalition
24.08.2026

Der Mittelstandsverband BVMW fordert Friedrich Merz auf, nach der Sommerpause entschlossener aufzutreten, Reformen voranzutreiben und seine...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kupferpreis: Das neue Gold der künstlichen Intelligenz – und es war noch nie teurer
24.08.2026

In künstliche Intelligenz fließen Billionen von Dollar, doch neue Minen lassen sich nicht über Nacht bauen. Warum der Kupferpreis zu...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Techgiganten mit KI-Schulden in Billionenhöhe: Das Risiko steckt im Kleingedruckten
24.08.2026

Die größten Tech-Konzerne der USA türmen Verpflichtungen von rund 1,4 Billionen Euro für ihre KI-Offensive auf. Viele davon stehen...