Finanzen

Purl-Initiative: Nato hofft auf mehr Geld für US-Waffen an die Ukraine

Nato-Generalsekretär Mark Rutte geht davon aus, dass europäische Alliierten weitere US-Waffenlieferungen für die Ukraine finanzieren. Deutschland hat bereits zwei Milliarden Euro zugesagt.
15.10.2025 10:28
Lesezeit: 2 min

Nato hofft auf mehr Geld für US-Waffen an die Ukraine

Nato-Generalsekretär Mark Rutte geht davon aus, dass europäische Alliierten weitere US-Waffenlieferungen für die Ukraine finanzieren. Über die im August gestartete Purl-Initiative seien von Ländern wie Deutschland bereits zwei Milliarden Euro zugesagt, sagte Rutte bei einem Verteidigungsministertreffen in Brüssel. Es gebe nun aber Grund zur Annahme, dass noch viele weitere Länder mitmachen.

Es gehe darum, der Ukraine unter anderem Luftverteidigungssysteme und Abfangraketen zur Verfügung zu stellen, erklärte Rutte. Diese seien von großer Bedeutung, um sicherzustellen, dass die ukrainische Zivilbevölkerung und die kritische Infrastruktur so gut wie möglich vor dem anhaltenden russischen Angriff geschützt werden könne.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth äußerte sich ähnlich. „Unsere Erwartung ist, dass noch mehr Länder noch mehr geben und noch mehr einkaufen, um die Ukraine dabei zu unterstützen, diesen Konflikt zu einem friedlichen Ende zu bringen“, sagte er. Von US-Präsident Donald Trump lerne man, wie „Frieden durch Stärke“ funktioniere. Frieden erreiche man nicht durch starke Worte oder erhobene Zeigefinger, sondern wenn man über starke und tatsächliche Fähigkeiten verfüge, die von den Gegnern respektiert würden.

Trump will die Europäer zahlen lassen

Die sogenannte Purl-Initiative sieht vor, dass in den USA hergestellte Munition und Waffen an die europäischen Verbündeten und Kanada verkauft werden – und diese sie dann der Ukraine zur Verfügung stellen. Purl steht dabei für „Prioritised Ukraine Requirements List“ (Purl). Auf Deutsch bedeutet das etwa: Priorisierte Bedarfsliste für die Ukraine.

Die Initiative war gestartet worden, um Forderungen von US-Präsident Trump nachzukommen. Dieser ist der Ansicht, dass die USA in der Vergangenheit einen deutlichen zu großen Anteil an der Ukraine-Unterstützung hatten und will nun, dass die anderen Alliierten für weitere US-Militärhilfen zahlen. Neben Deutschland beteiligen sich bislang die Niederlande, Kanada sowie Dänemark, Norwegen und Schweden an der Initiative.

Zu der Diskussion über die mögliche Lieferung von weitreichenden US-Tomahawk-Marschflugkörpern an die Ukraine wollte sich Rutte nicht näher äußern. "Dabei handelt es sich um eine bilaterale Frage", sagte er. Dies stehe heute nicht auf der Tagesordnung.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Politik
Politik Er hat 1 Milliarde Dollar für ukrainische Waffen gesammelt: „Die Russen hassen uns“
16.06.2026

Es ist nicht nur der umfassende Einsatz von Drohnen aller Art, der die Verteidigung der Ukraine gegen Russland zu einer neuen Form des...

DWN
Panorama
Panorama Können Arbeitnehmer während der Elternzeit gekündigt werden?
16.06.2026

Wer Elternzeit nimmt, setzt für einige Monate oder sogar Jahre beruflich aus. Gleichzeitig besteht oft die Sorge, ob der Arbeitgeber die...

DWN
Technologie
Technologie Cyberangriff im Mittelstand: Wenn Hacker die Liquidität bedrohen
16.06.2026

Ohne Internet halten Betriebe im Schnitt nur 20 Stunden durch – und genau diese Abhängigkeit nutzen Cyberkriminelle aus. 2025...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street im Höhenflug nach US-Iran-Abkommen
15.06.2026

Ein diplomatischer Durchbruch sorgt für unerwartete Dynamik an den Finanzmärkten – was Anleger zu den aktuellen Marktentwicklungen...

DWN
Panorama
Panorama Fußball-WM 2026: Milliarden fließen in wenige Taschen
15.06.2026

Die in Nordamerika beginnende Fußball-WM 2026 ist größer als je zuvor. Von den astronomischen Einnahmen dieses Sportfestes profitieren...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Leitzins angehoben: Wer sind die Verlierer und Gewinner?
15.06.2026

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone am vergangenen Donnerstag angehoben. Für Sparer, Kreditnehmer, Staaten und...

DWN
Politik
Politik Europäische Schlüsselstaaten wollen Kaja Kallas’ Macht beschneiden
15.06.2026

Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, allen voran Deutschland und Frankreich, suchen nach Möglichkeiten, die Macht der Hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investoren verlieren Geduld: Merz-Beauftragter Blessing warnt vor Ernüchterung
15.06.2026

Deutschland gilt international weiterhin als verlässlicher und stabiler Standort. Dennoch wächst bei manchen Investoren die Skepsis...