Unternehmen

Ruhestand aufschieben: So regelt man die Weiterbeschäftigung

Auch unbefristete Arbeitsverträge haben in den meisten Fällen ein natürliches Ablaufdatum: das Erreichen des Renteneintrittsalters. Aber nicht immer muss dann automatisch Schluss sein.
26.10.2025 14:03
Lesezeit: 1 min

Auch nach Erreichen des regulären Renteneintritts weiter zur Arbeit gehen? Manche Arbeitnehmer wünschen sich das, die Bundesregierung will es ihnen erleichtern. Doch noch gelten bestehende arbeitsrechtliche Regelungen. Wie also lässt sich ein solches Arbeitsverhältnis aktuell wirksam vereinbaren?

Ruhestand aufschieben: So regelt man die Weiterbeschäftigung

Volker Görzel vom Verband deutscher Arbeitsrechtsanwälte (VDAA) zufolge sind in den meisten Arbeits- und Tarifverträgen oder Betriebsvereinbarungen Klauseln enthalten, die auch unbefristete Arbeitsverträge mit dem Erreichen des regulären Renteneintrittsalters auslaufen lassen. Nur, wenn es solche Regelungen nicht gibt, läuft das Arbeitsverhältnis einfach weiter.

Ansonsten muss eine Weiterbeschäftigung vereinbart werden, sofern Arbeitgeber und Arbeitnehmer das wünschen. Der Beendigungszeitpunkt des Arbeitsverhältnisses lässt sich einvernehmlich verschieben – sogar mehrfach. Eine solche Vereinbarung sollte laut Görzel schriftlich erfolgen, eine einfache E-Mail genüge dafür. Wichtig: Gibt es einen Betriebsrat, muss dieser eingebunden werden, weil eine Weiterbeschäftigung rechtlich als Einstellung gilt.

Bei Wiedereinstellung lauern mehrere Fallstricke

Gleiches gilt, wenn ehemalige Beschäftigte aus dem Ruhestand zurückgeholt werden sollen. Dann greifen noch dazu die Regeln des Teilzeit- und Befristungsgesetzes. So lasse sich eine wirksame Befristung nur unter engen Voraussetzungen vereinbaren, der Rentenbezug alleine rechtfertige eine solche nicht. Ein weiterer Fallstrick: Mehrfache Befristungen können als Altersdiskriminierung gewertet werden.

Wer frühzeitig und vorausschauend plant, fährt darum Görzel zufolge mit der Hinausschiebensvereinbarung oft sicherer und unkomplizierter. Trotzdem ist auch hier Vorsicht geboten. Eine mehrfache Verlängerung kann als Rechtsmissbrauch gewertet werden. Deshalb sollte auch diese Möglichkeit sparsam eingesetzt werden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Welche Funktionen sind 2026 bei Trading-Plattformen wirklich wichtig?

Trading-Plattformen entwickeln sich rasant weiter. Im Jahr 2026 geht es längst nicht mehr nur darum, Wertpapiere oder andere...

 

DWN
Panorama
Panorama Bahn, Solarstrom und Ganztag: Das ändert sich im August
01.08.2026

Mit dem Start in den August treten mehrere Neuerungen in Kraft, die Millionen Menschen in Deutschland betreffen. Ob auf der Schiene, im...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft In europäischen Fabriken gehen die Lichter aus: Wer schließt sie, wer entlässt Mitarbeiter?
01.08.2026

VW, Bosch, BASF, Evonik, ThyssenKrupp, Michelin: In der Automobil-, Chemie- und Stahlindustrie reihen sich Werksschließungen, Entlassungen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Der beste Freund des Recruiters: Tiere im Büro ziehen Talente stärker an als Boni
01.08.2026

Viele Unternehmen holen ihre Beschäftigten zurück ins Büro. Doch klassische Benefits verlieren an Zugkraft. Eine neue Studie zeigt: Für...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BYD Sealion 5 im Test: Viel Auto für vergleichsweise wenig Geld
01.08.2026

Der BYD Sealion 5 verbindet viel Platz, hohen Komfort und einen erstaunlich großen Aktionsradius. Als Plug-in-Hybrid schafft er im Test 80...

DWN
Politik
Politik EU in Gefahr: Wie Großmächte Europas Vetorecht ausnutzen
01.08.2026

Orbáns Wahlniederlage eröffnet der EU eine seltene Reformchance. Doch neue Blockierer könnten schon bald nachrücken. Experten warnen:...

DWN
Finanzen
Finanzen KI-Aktien: China löst nächste Panikwelle aus – was Anleger jetzt beachten müssen
01.08.2026

Chipaktien brechen ein, China holt technologisch auf und Anleger fürchten die nächste große Blase. Doch hinter der neuen Börsenpanik...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Massenverrentung: Die Ruhestandswelle bedroht ganze Unternehmen
01.08.2026

Die Ruhestandswelle rollt auf die Unternehmen zu, doch viele Betriebe sind kaum vorbereitet. Mit jedem erfahrenen Mitarbeiter drohen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Rally bei Tech-Aktien beendet volatile Woche
31.07.2026

Erfahren Sie, welche Kräfte die Wall Street derzeit bewegen und was das für Anleger bedeutet.