Wirtschaft

Fachkräfte von morgen fehlen: Zahl der Azubis in Deutschland sinkt weiter

Die duale Berufsausbildung in Deutschland steht unter Druck: Immer weniger junge Menschen beginnen eine Lehre, während viele Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben. Bei einem Spitzentreffen der Allianz für Aus- und Weiterbildung in Berlin betonte Wirtschaftsministerin Katherina Reiche die Dringlichkeit der Lage und appellierte an Politik, Wirtschaft und Gewerkschaften, gemeinsam die Chancen und Attraktivität der Berufsausbildung stärker zu vermitteln.
10.11.2025 14:22
Lesezeit: 1 min

„Das Matching besser hinkriegen“

Die Herausforderung bestehe darin, den richtigen Bewerber überhaupt noch zu finden. Es gebe mehr offene Stellen als Bewerber. „Es geht in den nächsten Jahren darum, hier besser zu werden, das Matching besser hinzukriegen.“ DIHK-Präsident Peter Adrian sagte, die Berufsausbildung in Deutschland sei auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer noch ein wichtiges Aushängeschild der Wirtschaft und ein Standortvorteil.

In der Allianz für Aus- und Weiterbildung haben sich Bundesregierung, Bundesagentur für Arbeit, Wirtschaftsverbände, Gewerkschaften und Länder zusammengeschlossen, mit dem Ziel für die duale Berufsausbildung in Deutschland und deren Karrieremöglichkeiten zu werben.

Wirtschaft braucht dringend Nachwuchs

Die Wirtschaft ist dringend auf Nachwuchs und Fachkräfte angewiesen. Im vergangenen Jahr hatte sich die nach Corona eingesetzte leichte Erholung auf dem Ausbildungsmarkt nicht mehr fortgesetzt. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ging mit 470.900 im Vergleich zu 2023 um 1,8 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt im Frühjahr mitgeteilt hatte. Verwiesen wurde in der Allianz auch auf den letzten Berufsbildungsbericht, demzufolge 2,9 Millionen Menschen unter 35 keine Ausbildung haben.

Rund 1,2 Millionen Menschen machen laut Statistik aktuell eine Ausbildung, mehr als die Hälfte davon (688.500) im Bereich Industrie und Handel. Danach kommt das Handwerk (337.800) vor den freien Berufen (111.000), dem Öffentlichen Dienst (41.500) und der Landwirtschaft (31.700).

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft IEA-Bericht: Das Zeitalter der Elektrizität beginnt mit Rekordinvestitionen
06.06.2026

Die zweite Energiekrise in fünf Jahren verändert den globalen Energiemarkt. Strom, Netze, Batterien und Solarenergie rücken ins Zentrum...

DWN
Technologie
Technologie E-Auto: Gebrauchte Elektroautos könnten bald deutlich attraktiver werden
06.06.2026

Der Markt für gebrauchte Elektroautos wächst, bleibt aber deutlich hinter klassischen Verbrennern zurück. Gründe dafür sind hohe...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Deutsche Wirtschaftspolitik unter Beschuss: Mittelstand und Traditionsunternehmen in Existenznot
06.06.2026

Insolvenzrekorde, verzweifelte Unternehmer und eine stagnierende Wirtschaft. Die Existenznot in deutschen Firmen geht um, die Lage war noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Selbstzweifel im Job: Wie Schwächen zu Stärken werden
06.06.2026

Im Arbeitsalltag verläuft nicht immer alles reibungslos. Weshalb Selbstzweifel ganz normal sind und welche Fragen jetzt besonders wichtig...

DWN
Panorama
Panorama Mercedes CLA im Test: Ungewöhnlich, sparsam und besser denn je
06.06.2026

Der neue Mercedes CLA sieht nicht sofort nach Liebe auf den ersten Blick aus. Doch unter der auffälligen Hülle steckt ein überraschend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Logistik fordert Frachtgiganten heraus
06.06.2026

Die Frachtbranche galt lange als Geschäft aus Stahl, Schiffen und Terminals. Nun dringt KI in die Buchungen ein, automatisiert Dokumente...

DWN
Politik
Politik EZB warnt vor Risiken für die Finanzstabilität bei längerem Iran-Krieg
06.06.2026

Die Banken wirken stabil, die Märkte aber nicht. Der Iran-Krieg trifft auf hohe Bewertungen, nervöse Anleger und Staaten mit knappen...

DWN
Politik
Politik Atomabkommen mit dem Iran: Warum Trump Obamas Iran-Deal zu Fall brachte
06.06.2026

Donald Trump macht keinen Hehl daraus, dass er Barack Obamas Iran-Politik für einen Fehler hält. Der Ausstieg der USA aus dem...