Panorama

Weihnachten mit kleinerem Budget: Viele Menschen müssen bei Weihnachtsgeschenken sparen

Weihnachten rückt näher, doch viele Haushalte kalkulieren strenger als je zuvor. Eine neue Umfrage zeigt, wie stark Preissteigerungen die Budgets für Geschenke spürbar drücken, wer auf Rücklagen oder Weihnachtsgeld setzt.
07.12.2025 08:33
Lesezeit: 2 min
Weihnachten mit kleinerem Budget: Viele Menschen müssen bei Weihnachtsgeschenken sparen
Eine Passantin geht vor einem Schaufenster entlang: Inflation drückt Weihnachtsbudgets (Foto: dpa). Foto: Sebastian Kahnert

Weihnachten mit kleinerem Budget: Umfrage zeigt Spartrend beim Festbudget

Höhere Preise drücken auf viele Haushalte: Gut ein Drittel muss für Weihnachtsgeschenke an die Rücklagen gehen. Was bedeutet das für die Stimmung rund um Weihnachten?

Zum Weihnachtsfest zeigen sich die Menschen trotz teils kräftig gestiegener Kosten im Alltag weiter spendabel – aber die Ausgabenpläne für Geschenke zu Weihnachten fallen laut einer Umfrage spürbar geringer aus. Ein Drittel (32,9 Prozent) der 2.046 Erwachsenen, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag der Postbank befragt hat, rechnet mit niedrigeren Ausgaben als im Jahr zuvor. Fast jeder Fünfte (18,6 Prozent) sagt, dass er kein Geld für Weihnachtsgeschenke ausgeben will oder kann.

Die Mehrheit (53,6 Prozent) erwartet zum Fest ein ähnliches Niveau wie vor einem Jahr. Knapp 10 Prozent planen dagegen höhere Summen für Geschenke. Die meisten Schenkenden (knapp 43 Prozent) legen 100 bis 400 Euro für Weihnachtsgeschenke zurück, ein Viertel bleibt unter 100 Euro.

Ein Drittel der Befragten (32 Prozent) greift dafür auf Ersparnisse zurück, 14,5 Prozent nutzen ihr Weihnachtsgeld fürs Shopping. Erhoben wurden die repräsentativen Daten vom 7. bis 10. November.

Inflation sorgt für Unsicherheit

Dass das Geld bei vielen derzeit weniger locker sitzt, hängt auch mit der allgemeinen Teuerung zusammen: Lebensmittel in Deutschland kosten seit dem Vor-Corona-Jahr 2019 mehr als ein Drittel (37 Prozent) zusätzlich. Auch zahlreiche Dienstleistungen werden seit Monaten überdurchschnittlich teurer, darunter Autoversicherungen, Pauschalreisen sowie Friseur- und Restaurantbesuche. Im November lagen die Verbraucherpreise wie im Oktober um 2,3 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats.

Gefragt nach den Posten, die ihnen momentan am meisten Kopfzerbrechen machen, nennen sechs von zehn Befragten (61,3 Prozent) die generellen Lebenshaltungskosten (z. B. Lebensmittel, Energie). Außerdem bewertet gut ein Drittel (35,8 Prozent) die eigene Lage finanziell schlechter als bei der Vergleichsumfrage vor einem Jahr.

Steigende Reallöhne geben wieder Luft

Die Folgen der außergewöhnlich hohen Inflation der Jahre 2022 (6,9 Prozent) und 2023 (5,9 Prozent) seien weiter spürbar, ordnet Ulrich Stephan die Resultate kurz vor Weihnachten ein. Der Chefanlagestratege Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank, zu der die Postbank gehört, sagt: "Die hohen Lebenshaltungskosten bestimmen für viele Menschen den Alltag – und sie drücken auf die Stimmung, obwohl Reallöhne und Arbeitsmarkt eigentlich positive Signale senden."

Im dritten Quartal 2025 legten die Reallöhne – also Bruttolöhne minus Inflation – um 2,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes war das der bislang stärkste Anstieg in diesem Jahr. Berechnungen der Hans-Böckler-Stiftung zeigen, dass die Reallöhne die Kaufkraftverluste der letzten Jahre dadurch wieder aufgeholt haben, was für viele Familien zu Weihnachten wichtig ist.

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