Immobilien

Wohnungsmarkt: Angebot an Mietwohnungen steigt in Ostdeutschland

Angebot runter, Preise rauf. Doch jetzt dreht sich der Trend – zumindest in Ostdeutschland. Allerdings nicht im Berliner Umland, dafür wird Thüringen immer attraktiver. Das Angebot an Mietwohnungen geht auf den großen Plattformen teils deutlich nach oben. So unterschiedlich ist die Lage in den ostdeutschen Bundesländern.
10.12.2025 09:44
Lesezeit: 2 min

Wohnungssuchende im Osten haben wieder mehr Auswahl

Wer in den ostdeutschen Flächenländern eine Wohnung sucht, hat auf großen Immobilienplattformen wieder mehr Auswahl. Das ergab eine Abfrage der DPA bei den Plattformen Immoscout24, Kleinanzeigen und Immowelt. Vergangenes Jahr hatten sie noch einen Rückgang bei den Wohnungsanzeigen gemeldet.

„Der ostdeutsche Wohnungsmarkt zeigt eine klare Aufwärtsdynamik – sowohl bei Mietwohnungen als auch bei Wohneigentum“, sagt etwa der Immobilienexperte Thomas Beyerlein von der Hochschule Biberach, der die Kleinanzeigen-Daten analysierte. Das Angebot steige deutlich. „Das schafft neue Chancen für Wohnungssuchende und Käufer.“

Regionale Unterschiede auf den Plattformen

Es gibt aber je nach Plattform regionale Unterschiede. Immowelt verzeichnet etwa seit Jahresbeginn in allen ostdeutschen Bundesländern einen steigenden Trend bei Miet- und Eigentumswohnungen. Ähnlich sieht es bei Kleinanzeigen aus, wo durchschnittliche Tageswerte von Oktober 2024 und Oktober 2025 verglichen wurden.

Bei Immoscout24 hingegen gibt es in Sachsen und Brandenburg ein sinkendes Angebot. Hintergrund könne die Ausweichbewegung aus Berlin und sinkender Leerstand in Leipzig sein, hieß es zur Erklärung. Die Angebotspreise für Mietwohnungen und -häuser gingen auf der Plattform in allen ostdeutschen Bundesländern seit Jahresbeginn nach oben. Kleinanzeigen und Immowelt lieferten keine Daten zu Mietpreisen.

So sieht es in den ostdeutschen Bundesländern aus:

* Thüringen: Hier verzeichnet etwa Kleinanzeigen ein sattes Plus an angebotenen Mietwohnungen von 18 Prozent. Das war der deutlichste Anstieg in allen Bundesländern. Immoscout24 meldet hingegen stagnierende Zahlen. Die Angebotsmieten für Bestandswohnungen pro Quadratmeter zogen von durchschnittlich 6,54 Euro im ersten Quartal auf 6,65 Euro im dritten Quartal an.

* Sachsen: Hier fällt das Plus bei angebotenen Mietwohnungen bei Kleinanzeigen mit 10 Prozent geringer aus als in Thüringen. Immoscout24 verzeichnete hingegen einen Rückgang um rund 9 Prozent. Die Mieten im Bestand erhöhten sich hier von 6,57 Euro auf 6,65 Euro.

* Sachsen-Anhalt: Kleinanzeigen meldete hier 3 Prozent mehr angebotene Mietwohnungen als im Oktober des Vorjahres. Ähnlich hoch fiel der Zuwachs auf Immoscout24 aus. Auch hier ging es mit den Bestandsmieten nach oben: von durchschnittlich 6,32 auf 6,42 Euro pro Quadratmeter.

* Brandenburg: Hier ist das Bild auf den Plattformen gespalten. Bei Kleinanzeigen wurden im Oktober 16 Prozent mehr Wohnungsangebote verzeichnet als im Oktober 2024. Auf der Plattform Immoscout24 hingegen sanken die Zahlen um rund 5 Prozent. Die Angebotsmieten für Bestandswohnungen erhöhten sich der Plattform zufolge von 8,77 Euro auf 8,94 Euro.

* Mecklenburg-Vorpommern: Hier verzeichnet Kleinanzeigen ein Plus von 12 Prozent bei den angebotenen Mietwohnungen. Bei Immoscout24 ging es um etwa 2 Prozent nach oben. Die Preise für Mietwohnungen legten von 7,59 auf 7,74 Euro zu.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Der Europäische Online-Glücksspielmarkt: Wachstum, Regulierung Und Konsolidierung 2026

Wenige Branchen wachsen in Europa derzeit so beständig wie das Online-Glücksspiel, und noch weniger tun das bei einem derart...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Inflation im Euroraum zieht wieder an: Wird die EZB die Zinsen erhöhen?
16.08.2026

Die Inflation hat sich im Euroraum überraschend zurückgemeldet – angetrieben von teurer Energie und geopolitischen Spannungen. Damit...

DWN
Politik
Politik Rentensplitting statt Witwenrente: Steht die Hinterbliebenenrente vor dem Aus?
16.08.2026

Im Rahmen der Rentenreform steht plötzlich auch die Witwenrente zur Diskussion. Ein Rentenexperte argumentiert, "Frauen könnten sich...

DWN
Politik
Politik Toxische Weltpolitik: Wenn gefährliche Staatschefs die Kontrolle verlieren
16.08.2026

Sie dulden keinen Widerspruch, verlangen Loyalität und halten sich selbst für unfehlbar. Gelangen toxische Führungspersönlichkeiten an...

DWN
Politik
Politik Medienrat für öffentlich-rechtlichen Rundfunk: Geschäftsführerin steht fest
16.08.2026

Das neue Gremium soll den öffentlich-rechtlichen Rundfunk kontrollieren. Im April wurde die Vorsitzende gewählt. Jetzt steht fest, wer...

DWN
Finanzen
Finanzen Wie Fintechs Banken herausfordern – und Anleger profitieren können
16.08.2026

Millionen Kunden eröffnen Konten bei Revolut, N26 oder Trade Republic – oft zunächst nur zusätzlich zur Hausbank. Doch aus der...

DWN
Finanzen
Finanzen Künstliche Intelligenz greift nach Ihrer Rente - und zwar an zwei Fronten
16.08.2026

Erstens geht es um die Exponierung von Pensionsfonds gegenüber KI. Zweitens stellt sich die Frage, welche Kasse die meisten Menschen im...

DWN
Panorama
Panorama Schlecht vorbereitet bei Waldbränden? Experte sieht Lücken im System
16.08.2026

Ein dichtes Netz an Feuerwehren schützt Deutschland bislang vor vielen größeren Waldbränden. Doch Ausbildung, Einsatzverfahren und...

DWN
Finanzen
Finanzen Millionenbetrug an Bankkunden: Ermittler heben Netzwerk aus
16.08.2026

Eine Gruppe Krimineller soll Bankkunden um Millionen betrogen haben. Ermittler aus Deutschland und Brasilien nahmen nach Durchsuchungen...