Wirtschaft

Mehr Tempo für die Energiewende: Rekord bei neuen Stromleitungen

Wind- und Solarstrom brauchen Platz im Netz. Weil dieser lange fehlte, stockte der Umbau des Energiesystems. 2025 jedoch genehmigte die Bundesnetzagentur so viele Kilometer neuer Stromleitungen wie noch nie – ein wichtiger Schritt für die Inbetriebnahme zentraler Projekte ab 2027.
02.01.2026 09:22
Lesezeit: 1 min
Mehr Tempo für die Energiewende: Rekord bei neuen Stromleitungen
Das Umspannwerk Vieselbach am Tag der feierlichen Inbetriebnahme des Netzausbauprojektes der 380-kV-Freileitung Pulgar-Vieselbach (Foto: dpa). Foto: Martin Schutt

Der für die Energiewende nötige Ausbau des Strom-Übertragungsnetzes kommt voran. Im vergangenen Jahr genehmigte die Bundesnetzagentur rund 2.000 Kilometer neue Hochleistungs-Stromleitungen, die oft auch "Stromautobahnen" genannt werden. Dies sind etwa 45 Prozent mehr als im Vorjahr (2024: 1.280 Kilometer), wie die Behörde auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa mitteilte.

Abgeschlossen wurden 2025 unter anderem die Genehmigungsverfahren für die vier Gleichstrom-Leitungsprojekte A-Nord, Ultranet, SuedLink und SuedOstLink, die durch mehrere Bundesländer verlaufen und zumeist als Erdkabel verlegt werden. Es sind Hochleistungs-Überlandleitungen, die vor allem Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchszentren im Süden und Westen bringen sollen.

Netzagentur-Chef Müller: "Rekordjahr der Netz-Genehmigungen"

Behördenpräsident Klaus Müller sprach von einem "Rekordjahr der Stromnetz-Genehmigungen". "Der Ausbau des Stromnetzes ist unerlässlich für den Erfolg der Energiewende." Der Abschluss der Verfahren für die vier Stromautobahnen sei ein Ergebnis der Beschleunigung der letzten Jahre.

Der Bedarf für den Ausbau des Übertragungsnetzes ist derzeit gesetzlich auf rund 16.800 Kilometer festgelegt. Dabei ist die Bundesnetzagentur für die Genehmigung von 9.600 Kilometern Neubau zuständig. Mit den Genehmigungen 2025 seien jetzt für rund 4.700 Leitungskilometer die Verfahren vollständig abgeschlossen, sagte ein Sprecher. Die Genehmigung für die übrigen 7.200 Kilometer Übertragungsnetz-Neubau liegt in den Händen der Bundesländer.

Schon mehrere Tausend Kilometer sind fertiggestellt

Von den 16.800 Kilometern waren Ende Juni 2025 mehr als 3.500 Kilometer fertiggestellt, das waren 500 Kilometer mehr als ein Jahr zuvor. Die drei Projekte A-Nord, SuedLink und SuedOstLink sollen 2027, Ultranet Ende 2026 in Betrieb genommen werden.

Das Strom-Übertragungsnetz mit seinen Höchstspannungsleitungen hat bislang eine Länge von rund 39.000 Kilometern. Das Strom-Verteilnetz mit allen Spannungsebenen darunter hat eine Länge von insgesamt rund 1,8 Millionen Kilometern.

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