Politik

Vereinbarung zu Grönland mit Trump: Doch keine Zölle gegen Europäer ab 1. Februar

Donald Trump nimmt seine Zolldrohung gegen Deutschland und weitere EU-Staaten überraschend zurück – zumindest vorerst. Doch der Auslöser liegt nicht in der Handelspolitik, sondern in der Grönland-Krise. Offenbar konnte eine Rahmenvereinbarung mit US-Präsident Donald Trump erzielt werden.
21.01.2026 22:01
Aktualisiert: 21.01.2026 22:01
Lesezeit: 2 min

Trump: Vorläufig keine Zölle gegen Europäer ab 1. Februar

US-Präsident Donald Trump will seine angekündigten Strafzölle gegen Deutschland und andere europäische Länder zum 1. Februar nicht umsetzen. Zur Begründung schrieb Trump auf der Plattform Truth Social, dass nach einem Treffen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine künftige Vereinbarung über Grönland und die gesamte Arktisregion entstanden sei. Was genau in dieser angeblichen Vereinbarung zur Grönland-Krise stehen soll, blieb unklar.

Diese Lösung werde, wenn sie umgesetzt werde, für die USA und alle Nato-Mitglieder von großem Nutzen sein, betonte Trump. "Auf der Grundlage dieser Übereinkunft werde ich die Zölle, die am 1. Februar in Kraft treten sollten, nicht verhängen." Trump will einen Verkauf Grönlands von Dänemark an die USA erzwingen. Dänemark stemmt sich dagegen, womit die Grönland-Krise weiter schwelt.

Geheime Details, bekannte Namen: Washington treibt Gespräche zur Grönland-Krise voran

Trump erklärte, dass weitere Gespräche zum "Golden Dome" liefen. Er hatte mehrfach betont, dass Grönland in der Grönland-Krise elementar sei für den Aufbau der Raketenabwehr. US-Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, der Sondergesandte Steve Witkoff und andere würden die Verhandlungen für die USA führen. Worum es dabei im Detail geht, ließ Trump offen.

Am Samstag hatte der US-Präsident in einem Schritt unter Verweis auf die Grönland-Krise Zölle gegen Deutschland und sieben weitere europäische Staaten angedroht - alles Nato-Länder, die Widerstand gegen Trumps Besitzansprüche auf die Arktisinsel geäußert haben. In der Grönland-Krise war dies eine neue Eskalation.

Handelsdruck auf EU-Exporte: Welche Zölle Trump angekündigt hatte

Trump wollte ursprünglich ab 1. Februar Zölle in Höhe von 10 Prozent verhängen, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden. Aktuell gilt seit Sommer für die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent.

Für Donnerstag ist ein EU-Sondergipfel geplant, bei dem es um den Umgang mit Trumps Zolldrohung und der Grönland-Krise gehen soll. Dieser soll weiterhin stattfinden, sagte eine Sprecherin von Ratspräsident António Costa.

Grönland-Krise bleibt politischer Zündstoff

Auch wenn Trump die Zölle vorerst nicht verhängt, ist der Konflikt damit keineswegs gelöst. Im Gegenteil: Die Grönland-Krise entwickelt sich zunehmend zu einem geopolitischen Hebel, mit dem Washington Druck auf Verbündete ausüben kann. Europas Regierungen stehen vor der Frage, ob sie sich auf Verhandlungen einlassen oder klarere Grenzen ziehen. Gleichzeitig deutet Trumps Fokus auf den „Golden Dome“ an, dass militärische Interessen die Debatte weiter bestimmen werden. Der geplante EU-Sondergipfel zeigt, wie ernst Brüssel die Lage nimmt. Die kommenden Wochen entscheiden, ob aus Entspannung neue Eskalation wird.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Politik
Politik Forschungsstandort Europa 2026: Zwischen Exzellenz und Sparzwang
25.05.2026

Europa forscht stark, doch Kürzungen bei Horizon Europe bedrohen den Anschluss an USA und China. Was das für Talente, Patente und...

DWN
Politik
Politik Weltbekannter Professor sieht gefährliche Veränderung bei Trump
25.05.2026

Francis Fukuyama sieht Trump politisch geschwächt, aber gerade deshalb gefährlich. Für Dänemark und Grönland könnte die nächste...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft KI-Arbeitsmarkt: Wer durch KI ersetzt wird, zahlt jahrelang
25.05.2026

KI soll Unternehmen schneller, schlanker und profitabler machen. Doch für Beschäftigte, die durch neue Technologien ihren Job verlieren,...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienempfehlungen: Günstige Aktien trotz KI-Hype, Zinsrisiko und Rüstungsboom
25.05.2026

Viele Anleger jagen weiter den teuersten KI-Gewinnern hinterher, doch Morningstar sieht die spannendere Chance woanders. Zehn globale...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Hyundai Kona im Test: Futuristisch, mutig und anders
25.05.2026

Der Hyundai Kona sieht aus, als wolle er nicht jedem gefallen. Genau das macht ihn spannend, denn hinter der mutigen Form steckt ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimarisiken in Europa: Warum der Mittelstand besser vorsorgen muss
25.05.2026

Klimarisiken und Nachhaltigkeit werden für Europas Mittelstand zu entscheidenden Faktoren für Finanzierung, Wettbewerbsfähigkeit und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Veggie-Burger-Boom verliert an Tempo: Fleischersatz in Deutschland erstmals rückläufig
25.05.2026

Pflanzliche Fleischalternativen haben den Lebensmittelmarkt in Deutschland stark verändert. Doch nach Jahren kräftigen Wachstums sinkt...

DWN
Technologie
Technologie Meta: WhatsApp-Inkognito-Modus kommt für KI-Unterhaltungen
25.05.2026

Meta erweitert WhatsApp um neue KI-Funktionen und verspricht dabei mehr Datenschutz. Nutzer sollen künftig inkognito mit der Meta AI...