Finanzen

Begrenzung für Kreditkartenzinsen: Airlines und Investoren warnen vor Trumps Plan

US-Präsident Donald Trump will Kreditkartenzinsen in den USA auf 10 Prozent begrenzen. Was als Verbraucherschutz verkauft wird, könnte Airlines, Banken und Investoren massiv schaden und ein zentrales Geschäftsmodell ins Wanken bringen.
07.02.2026 07:21
Lesezeit: 5 min

Airlines fürchten massive Einschnitte bei Loyalitätsprogrammen

Eine Begrenzung der Kreditkartenzinsen in den USA auf 10 Prozent würde nach Einschätzung von Branchenexperten die Geschäftsmodelle von Fluggesellschaften empfindlich treffen. Pooja Gardemal, Direktorin bei BK Associates, erklärte gegenüber den irischen DWN-Kollegen von Business Post, dass Trumps Vorschlag erhebliche negative Folgen für Bonus und Loyalitätsprogramme von Airlines hätte. Ein solcher Zinsdeckel würde die Gewinne der Fluggesellschaften schmälern und die Zahl der Verbraucher reduzieren, die überhaupt noch für entsprechende Kreditkarten infrage kommen. Nach Einschätzung von Gardemal wäre ein dauerhaftes Zinsniveau von 10 Prozent wirtschaftlich problematisch. Die Aussagen fielen im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu immateriellen Vermögenswerten auf der Airline Economics Konferenz in Dublin.

Auch Michael J. Miller, Managing Director bei Barclays, äußerte Zweifel an der Umsetzbarkeit. Er erklärte, dass bei einem festen Zinssatz von 10 Prozent faktisch nur noch wohlhabende Kunden Zugang zu solchen Kreditkarten hätten. Unabhängig von den Auswirkungen auf Airline-Bonusprogramme halte er ein solches Szenario für wenig realistisch. Dennoch sei die aktuelle politische Lage schwer einschätzbar.

Trump drängt auf Gesetzgebung, Kritik aus der Finanzbranche wächst

Donald Trump hatte US-Abgeordnete in der vergangenen Woche aufgefordert, ein Gesetz zur Begrenzung der Kreditkartenzinsen auf 10 Prozent zu verabschieden. Bereits Anfang Januar hatte er Banken über soziale Medien aufgefordert, ihre Zinssätze freiwillig zu senken. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos erklärte Trump, er wolle den Zinssatz für Kreditkarten zunächst für ein Jahr deckeln. Dies solle Millionen Amerikanern helfen, für ein Eigenheim zu sparen. Der Vorschlag stößt jedoch auf heftige Kritik. Jamie Dimon, Vorstandschef von JPMorgan, bezeichnete den Plan als wirtschaftliche Katastrophe.

Gardemal erklärte, sie arbeite bereits mit Banken zusammen, um die möglichen regulatorischen Veränderungen zu analysieren und deren Auswirkungen für Investoren zu bewerten. Eine Begrenzung der Zinsen würde das Konsumverhalten verändern. Dadurch sinke der Wert von Loyalitätsprogrammen, was letztlich die Gesamtprofitabilität der Airlines belaste. Investoren partizipieren an diesen Gewinnen. Sinkt der Zinssatz von derzeit teils rund 30 Prozent auf 10 Prozent, verschwinde ein erheblicher Teil der Erträge. Der Wert pro gesammelter Bonusmeile würde sich deutlich verändern.

Warum Trumps Plan Milliarden vernichten könnte

Über die Luftfahrt hinaus verdeutlicht die Debatte die Bedeutung immaterieller Vermögenswerte. Loyalitätsprogramme sind nur ein Beispiel. Auf der Konferenz wurde betont, dass auch Start und Landerechte, Gates und Flugrouten zu den wichtigsten immateriellen Assets von Airlines zählen. Richard Hakes, Partner bei Reed Smith, verwies zudem auf das wachsende Interesse an geistigem Eigentum. Markeninformationen, Kundendaten und Flugdaten seien lange unterschätzt worden, obwohl sie zunehmend monetarisierbar seien.

Deutsche Banken, Investoren und Airline Konzerne sind eng mit dem US-Finanzmarkt verflochten. Eingriffe in das US-Kreditkartengeschäft könnten globale Kapitalströme beeinflussen und die Bewertung von Airlines sowie Finanzinstituten verändern. Zudem könnte ein politisch motivierter Zinsdeckel als Signal für stärkere Marktinterventionen wirken und damit auch europäische Regulierungsdebatten neu befeuern. Was als kurzfristige Entlastung für Verbraucher gedacht ist, könnte langfristig Geschäftsmodelle untergraben und Investitionen unattraktiver machen.

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