Der S&P 500 fiel um fast 1,2 Prozent und der Nasdaq Composite Index um 1,5 Prozent. Auch der Dow Jones Industrial Average gab um mehr als 1,1 Prozent nach.
Der zweite Rückgang in Folge verdeutlicht, dass der Markt inmitten eines Billionen Dollar schweren Technologie-Crashs treibt. Die Sorge wächst, dass künstliche Intelligenz den etablierten Software-Giganten eher schaden als nutzen könnte – ein Risiko, das bisher von den massiven Investitionen überdeckt wurde.
Die Mehrheit der bekannten Einzelwerte beendete den Tag mit Verlusten
Eine rote Welle erfasste die Aktien zahlreicher wichtiger Unternehmen. Alphabet gab gestern bekannt, in diesem Jahr durchschnittlich 180 Milliarden US-Dollar in die Technologieentwicklung investieren zu wollen. Konzernchef Sundar Pichai begründete die massiven Ausgaben mit der Notwendigkeit, im KI-Wettlauf die Führung zu behaupten.
In der ersten Tageshälfte fielen die Kursverluste noch deutlicher aus, der Handelstag endete schließlich mit einem Minus von 0,54 Prozent.
Kürzlich veröffentlichte auch Microsoft seine Geschäftszahlen. Doch selbst der historische Cloud-Umsatz von 50 Milliarden Dollar konnte die Ängste der Investoren vor den exorbitanten Ausgaben für künstliche Intelligenz nicht dämpfen. In der Folge ist die Aktie des Unternehmens binnen einer Woche um fast 10 Prozent gefallen. Den Donnerstag schloss Microsoft mit einem Minus von 4,95 Prozent ab.
Neben Microsoft wurden in der vergangenen Woche auch die Wirtschaftsdaten von Tesla und Meta mit Spannung erwartet. Auch die Tesla-Aktie drehte heute nach Handelsbeginn ins Minus und konnte sich auf Wochensicht dem allgemeinen Abwärtstrend nicht entziehen. Das Papier schloss mit einem Verlust von 2,17 Prozent.
Etwas besser erging es hingegen Meta. Wie auch andere Unternehmen übertraf Meta mit seinen Geschäftsergebnissen für das vierte Quartal die Erwartungen der Analysten. Die größte Aufmerksamkeit zog Metas Prognose auf sich, in diesem Jahr 115 bis 135 Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren zu investieren. Wenngleich die Aktie vor dem Hintergrund der Wochenstatistik ebenfalls gefallen ist, konnte sich Meta heute inmitten der allgemeinen Talfahrt behaupten und den Tag mit einem Plus von 0,18 Prozent beenden.
Zusätzlich zu den Sorgen im Technologiesektor belasteten schlechte Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt die Stimmung: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stiegen stärker als erwartet, während die Zahl der offenen Stellen auf den tiefsten Stand seit 2020 fiel. Einem aktuellen Bericht zufolge war der diesjährige Januar hinsichtlich der Entlassungsankündigungen der schlechteste seit 2009. Der offizielle monatliche Arbeitsmarktbericht wird am kommenden Mittwoch veröffentlicht.
Gold, Silber und Bitcoin im freien Fall
Die Unsicherheit beschränkte sich nicht nur auf Aktien. Silber brach zum Ende des Handelstages um satte 17 Prozent ein und machte damit die Erholung der letzten zwei Tage zunichte. Der Preisrückgang bei Gold fiel mit rund 3 Prozent moderater aus.
Am Donnerstag geriet auch der Bitcoin massiv unter die Räder und rutschte im Handelsverlauf unter die Marke von 63.000 Dollar. Befeuert wurde der Verkaufsdruck durch die Aussage von US-Finanzminister Scott Bessent, dass es keinen staatlichen Rettungsplan für Kryptowährungen geben werde. Verschärft wurde die Lage zudem durch die Warnung des Investors Michael Burry vor einer möglichen „Todesspirale“ sowie durch die Entscheidung von Präsident Trump, den Verfechter einer straffen Geldpolitik, Kevin Warsh, zum Chef der Federal Reserve zu ernennen. Dies hat die Hoffnungen des Marktes auf baldige staatliche Unterstützung oder billiges Geld zunichte gemacht.

