Wirtschaft

VDMA-Analyse: US-Zölle setzen Maschinenbau unter Druck – Exporte 2025 spürbar rückläufig

Der deutsche Maschinenbau steckt im Spannungsfeld globaler Krisen, wie eine aktuelle VDMA-Analyse zeigt. Während einzelne Märkte Hoffnung machen, wächst der Druck auf die gesamte Branche – vor allem US-Zölle belasten. Steht der Maschinenbau vor einem Wendepunkt?
23.02.2026 08:50
Aktualisiert: 23.02.2026 08:50
Lesezeit: 2 min

US-Zölle setzen Maschinenbau unter Druck: Exporte 2025 spürbar rückläufig

Konjunkturflaute, US-Zölle und wachsende Konkurrenz aus China: Der deutsche Maschinenbau steht massiv unter Druck. Vor allem der Zollkonflikt mit Donald Trump belastet die Exportentwicklung. Positive Impulse kommen dagegen aus Europa.

Der Handelskonflikt mit den USA sowie ein schwaches China-Geschäft haben dem deutschen Maschinenbau 2025 deutliche Exporteinbußen eingebracht. Die Ausfuhren verringerten sich um 1,8 Prozent im Vergleich zu 2024, wie der Branchenverband VDMA in Frankfurt mitteilte. Preisbereinigt fiel das Minus mit 3,3 Prozent noch stärker aus. Auch steigende Exporte im Dezember konnten den negativen Jahreswert nicht mehr ausgleichen.

Insgesamt exportierte der Maschinenbau 2025 Maschinen und Anlagen im Gesamtwert von 198,5 Milliarden Euro aus Deutschland in alle Welt. Damit gingen die Ausfuhren etwas stärker zurück als die Produktion, die laut VDMA preisbereinigt um 2,6 Prozent sank und somit das dritte Jahr in Folge schrumpfte. "Die US-Zölle, der zunehmende Protektionismus sowie die damit einhergehende Unsicherheit auf den Weltmärkten treffen den exportorientierten Maschinen- und Anlagenbau ins Mark – und stellen die Unternehmen vor große Herausforderungen", sagte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt.

Maschinenbau: Europa bleibt wichtiger Stabilitätsanker

2025 zeigte sich das Geschäft mit den EU-Staaten im Maschinenbau insgesamt stabil, dennoch lagen die Exporte hier nominal mit 0,3 Prozent leicht im Minus. Auf dem bedeutendsten Einzelmarkt für den Maschinen- und Anlagenbau, den USA, sanken die Exporte um 8,0 Prozent auf knapp 25,2 Milliarden Euro, wie der VDMA berichtete. Auch die wichtigen Lieferungen nach China gingen im Jahresvergleich um 8,2 Prozent zurück. Positive Signale gab es hingegen bei steigenden Exporten etwa nach Italien und Spanien, in die südamerikanischen Mercosur-Staaten sowie in den Nahen und Mittleren Osten.

Für das laufende Jahr zeigt sich der Maschinenbau nur verhalten optimistisch. Im US-Geschäft belasten hohe US-Zölle auf den Stahl- und Aluminiumanteil von Maschinen sowie neue drohende Zollschocks, so der VDMA. Erst am Wochenende hatte US-Präsident Trump nach einer Niederlage vor dem Supreme Court einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent angekündigt. Auch in China dürfte sich der seit Jahren anhaltende Trend rückläufiger Exporte fortsetzen, erklärte der Verband. Hoffnung macht hingegen ein positiver Auftragseingang aus den Euroländern.

Der Maschinenbau, der rund eine Million Menschen in Deutschland beschäftigt, befindet sich seit geraumer Zeit in einer anhaltenden Schwächephase. Zuletzt mehrten sich jedoch Anzeichen für eine Stabilisierung. In diesem Jahr soll die Produktion laut VDMA wieder zulegen.

Maschinenbau zwischen Belastung und Hoffnung

Der Maschinenbau steht 2025 vor erheblichen Herausforderungen. US-Zölle, zunehmender Protektionismus und die schwache Nachfrage aus China drücken auf Exporte und Produktion gleichermaßen. Die Zahlen zeigen, wie stark die Branche von globalen Handelsströmen abhängt. Gleichzeitig wird deutlich, dass Europa für Stabilität sorgen kann, auch wenn das Wachstum dort begrenzt bleibt. Entscheidend wird sein, wie sich die US-Zollpolitik weiterentwickelt und ob sich die Auftragseingänge aus den Euroländern verstetigen. Der VDMA sieht erste positive Signale, doch von einer nachhaltigen Trendwende kann noch keine Rede sein. Für den exportorientierten Maschinenbau bleibt die Lage damit angespannt, aber nicht aussichtslos.

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