Wirtschaft

"Haben Bedenken gehört": China reagiert auf Kritik am Handel

Chinas Rekord-Handelsüberschuss sorgte weltweit für Unmut. Auch deutsche Firmen beklagen Auswirkungen davon auf ihr Geschäft. Peking stellt nun in Aussicht, seinen Handel besser zu koordinieren.
06.03.2026 15:08
Lesezeit: 1 min

"Haben Bedenken gehört": China reagiert auf Kritik am Handel

Nach Kritik über Chinas Rekord-Handelsüberschuss hat Peking angekündigt, Exporte und Importe besser koordinieren zu wollen. «Der Handelsüberschuss belief sich im vergangenen Jahr auf fast 1,2 Billionen US-Dollar, und wir haben die Bedenken unserer Handelspartner zur Kenntnis genommen», sagte Handelsminister Wang Wentao bei einer Pressekonferenz während des tagenden Volkskongresses in Peking.

Wang sprach von einem offenen Markt in China und wies darauf hin, dass die Volksrepublik der zweitgrößte Importmarkt der Welt mit einer stetig wachsenden Mittelschicht sei. «Wir werden eine ausgewogene Handelsentwicklung vor allem durch die Stabilisierung der Exporte bei gleichzeitiger Ausweitung der Importe fördern», sagte Wang. Importe von Agrarprodukten, hochwertigen Konsumgütern, fortschrittlichen Technologiegeräten und Schlüsselkomponenten sollen dafür gesteigert werden, kündigte er an.

Schieflage im Handel

Laut offiziellen Daten stiegen Chinas Exporte 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf einen Gesamtwert von rund 3,8 Billionen US-Dollar (rund 3,27 Billionen Euro) an. Die Importe betrugen unverändert rund 2,6 Billionen Dollar, woraus der Rekordüberschuss resultierte. Dies macht die Schieflage in Chinas exportgetriebener Wirtschaft deutlich, die viel produziert und in den Weltmarkt exportiert, jedoch wegen der schwachen Nachfrage im Inland wenig aus dem Ausland einführt. Auch deutsche Firmen beklagen die schwache Nachfrage schon länger.

Das Ausland wehrt sich mit Schutzmaßnahmen. Die USA führten noch unter Präsident Donald Trumps Vorgänger Joe Biden hohe Zölle auf Stahl, Solaranlagen und Elektroautos aus China ein. Die EU verhängte im Herbst 2024 zusätzliche Aufschläge auf E-Autos, nachdem eine Anti-Subventionsuntersuchung unfaire Zuschüsse für Hersteller in China festgestellt hatte, die zu einer Marktverzerrung in Europa führten.

In den ersten beiden Monaten dieses Jahres habe der Außenhandel die «Besonderheiten» aus dem Vorjahr beibehalten, sagte Wang. Offizielle Daten liegen noch nicht vor. Wang fügte hinzu, in der angespannten Weltlage sei der Druck groß, den Außenhandel zu stabilisieren. Die jüngsten geopolitischen Konflikte hätten die internationale Wirtschafts- und Handelsordnung sowie globale Lieferketten gestört und die Lage unsicherer und instabiler gemacht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Aktien unter Druck und Renditen steigen an turbulentem Handelstag
09.09.2026

Erfahren Sie, welche geopolitischen Ereignisse und überraschenden Kursbewegungen die Wall Street heute in Atem hielten.

DWN
Politik
Politik Chinas plötzliche Ölwende nach ungewöhnlichem Preisgefälle
09.09.2026

Der Ölpreis steigt nach neuen Spannungen am Persischen Golf. Gleichzeitig erhöht China wieder seine Rohölimporte und exportiert mehr...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
09.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ist Axelera AI Europas Antwort auf Nvidia? Gründer Fabrizio Del Maffeo fürchtet, dass der Kontinent wieder denselben Fehler macht
09.09.2026

Europa mangelt es weder an Forschern, Ingenieuren noch an guten Ideen, meint Fabrizio Del Maffeo. Das Problem entsteht, wenn daraus große...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Carlsberg setzt auf Pepsi: Bier allein reicht nicht mehr
09.09.2026

Bei Carlsberg steht ausgerechnet eine amerikanische Limonade inzwischen vor der eigenen Kernmarke. Pepsi ist zum zweitgrößten Brand des...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Zollstreit zwischen USA und Kanada eröffnet deutschen Firmen neue Chancen
09.09.2026

Der Zollstreit zwischen den USA und Kanada spitzt sich zu und zwingt Ottawa zur wirtschaftlichen Neuorientierung. Deutsche Unternehmen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Gefährliche Mängel: Rund 20 Prozent der Nutzfahrzeuge fallen beim TÜV durch
09.09.2026

Fast 3,9 Millionen Nutzfahrzeuge sind in Deutschland angemeldet. Das Durchschnittsalter ist in den vergangenen Jahren gestiegen – mit...

DWN
Finanzen
Finanzen Salus-Aktie: Dieser Börsenstar muss sein Wachstum erst beweisen
09.09.2026

Mehr als 2.000 Prozent Rendite in zehn Jahren, stark steigende Gewinne und eine beeindruckende Übernahmebilanz: Die Salus-Aktie gehört zu...