Politik

Friedensplan im Iran-Konflikt: Trump unter Druck – Teheran reagiert auf US-Vorstoß

Angesichts explodierender Spritpreise und weltweit gravierender Wirtschaftsfolgen wächst der Druck auf US-Präsident Trump. Die USA haben dem Iran nun einen konkreten Plan für ein Kriegsende vorgelegt, um eine Waffenruhe zu erzwingen. Doch Teheran kontert den Vorstoß bereits mit eigenen Bedingungen. Die diplomatische Offensive ist ein Versuch, die Lage am Ölmarkt zu stabilisieren.
25.03.2026 10:11
Lesezeit: 3 min
Friedensplan im Iran-Konflikt: Trump unter Druck – Teheran reagiert auf US-Vorstoß
Im Iran versuchen Ersthelfer Menschen aus den Trümmern zu befreien, die Opfer des nächtlichen amerikanisch-israelischen Angriffs wurden (Foto dpa). Foto: Mati Hashemi

Angeblicher Deal verlangt dem Iran große Zugeständnisse ab

Die US-Regierung hat der Führung in Teheran Medienberichten zufolge einen 15 Punkte umfassenden Plan zur Beendigung des Iran-Kriegs unterbreitet. Pakistan habe den Vorschlag an den Iran weitergereicht, berichteten US-Medien wie das Portal „Axios“ und die „New York Times“. Der Plan verlangt der Führung in Teheran demnach große Zugeständnisse ab. Gleichzeitig ordnete die US-Regierung Medienberichten zufolge die Verlegung Tausender Soldaten einer Luftlandedivision in den Nahen Osten an.

Berichte über den angeblichen US-Vorschlag und ein möglicherweise geplantes Treffen zwischen Vertretern der USA und des Irans unter Vermittlung Pakistans ließen den seit Kriegsbeginn drastisch gestiegenen Ölpreis leicht sinken. Dazu trugen auch zuversichtliche Äußerungen von US-Präsident Donald Trump bei, wonach der Iran angeblich „unbedingt einen Deal abschließen“ wolle. Für die USA seien Außenminister Marco Rubio und Vizepräsident JD Vance an Verhandlungen beteiligt.

Iran: Es wird keinen Deal mit den USA geben

Irans Militärführung wies diese Darstellung am Morgen zurück - und kritisierte die USA scharf. „Eure (eigenen) Konflikte haben die Stufe erreicht, dass ihr mit euch selbst verhandelt“, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija. „Weder werdet ihr in der Region investieren können, noch werdet ihr die früheren Preise für Energie und Öl wiedersehen“, sagte er. Man werde sich nicht mit der US-Regierung arrangieren. „Weder jetzt noch irgendwann sonst.“

Die widersprüchlichen Aussagen - Zuversicht aus den USA und heftige Dementis aus dem Iran - ließen sich zunächst nicht auflösen. Klar ist aber: Eine schnelle Einigung auf eine Waffenruhe scheint eher unrealistisch. Der Iran ist keineswegs besiegt, sondern weiter imstande, Israel wie auch die Staaten im Persischen Golf anzugreifen und die Straße von Hormus zu blockieren. Teheran dürfte daher die Forderungen des 15-Punkte-Plans kaum erfüllen wollen.

Iran kontert mit eigenen Maximalforderungen

Das „Wall Street Journal“ berichtete zudem über eine Antwort der Iranischen Revolutionsgarden auf den US-Vorstoß, die wiederum zahlreiche Forderungen umfassen soll, denen Washington kaum nachkommen dürfte - darunter etwa die Räumung aller US-Militärstützpunkte rund um den Persischen Golf sowie ein neues System, das es dem Iran erlauben würde, von Schiffen für die Fahrt durch die Straße von Hormus eine Mautgebühr zu kassieren.

Die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman ist von großer strategischer Bedeutung, nicht nur für den Transport von Öl und Flüssiggas. Aktuell ist der Schiffsverkehr wegen iranischer Angriffe und Drohungen praktisch zum Erliegen gekommen, weswegen Öl- und Gaspreise seit Kriegsbeginn vor gut dreieinhalb Wochen stark gestiegen sind.

Was genau fordern die USA?

Die USA fordern in ihrem 15-Punkte-Plan dem Vernehmen nach unter anderem die Zerstörung wichtiger Anlagen des iranischen Atomprogramms, einen Stopp der Urananreicherung und der Herstellung ballistischer Raketen sowie eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Zudem solle der Iran seinen Bestand an bereits angereichertem Uran abgeben - und damit Befürchtungen entkräften, die Ajatollahs in Teheran könnten eines Tages Atomwaffen in ihre Hände bekommen. Im Gegenzug sollen die harten Sanktionen gegen den Iran gelockert werden, wie etwa das „Wall Street Journal“ berichtete.

„Axios“ berichtete, der US-Sondergesandte Steve Witkoff habe Trump gesagt, die Iraner hätten bei mehreren zentralen Punkten zugestimmt – unter anderem seien sie bereit, ihre Bestände an angereichertem Uran aufzugeben.

Die Medienberichte unter Berufung auf informierte US-Beamte ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Zudem blieb offen, wie Israel als wichtige Kriegspartei und Waffenpartner der USA zu einem möglichen Waffenruheabkommen mit dem Erzfeind steht.

Pentagon verlegt Luftlande-Kräfte in Nahen Osten

Das US-Verteidigungsministerium ordnete der „Washington Post“ zufolge die Verlegung von rund 3.000 Soldaten der 82. Luftlandedivision in den Nahen Osten an. Die „New York Times“ hingegen sprach von rund 2.000 Soldaten. Die US-Spezialkräfte können über feindlichem Gebiet mit Fallschirmen abspringen und wären als Speerspitze eines möglichen Bodeneinsatzes denkbar.

Zwar soll es noch keine Entscheidung darüber geben, ob im Iran tatsächlich Bodentruppen eingesetzt werden. Die Verlegung der Soldaten eröffne Trump aber in jedem Fall zusätzliche Handlungsmöglichkeiten, befand das „Wall Street Journal“.

Schon länger gibt es auch im Zusammenhang mit der Verlegung von US-Marineinfanteristen Spekulationen, dass Trump die Truppen einsetzen könnte, um den wichtigsten Ölexport-Hafen des Irans auf der Insel Charg im Persischen Golf einzunehmen. Diesen Hebel könnten die USA als Druckmittel gegen den Iran einsetzen, so die Logik. In dem Fall könnte Teheran aber selbst praktisch kein Öl mehr exportieren - und dürfte entsprechend wenig Interesse an einer Öffnung der Straße von Hormus haben. Wirtschaftlich wäre ein Verlust der Exporte über die Insel Charg für den Iran allerdings verheerend.

Treibstofflager am Flughafen Kuwait in Brand

Der Iran setzte unterdessen mit Raketen und Drohnen seine Angriffe auf Ziele in den Staaten des Persischen Golfs fort. Teheran betrachtet diese arabischen Staaten als US-Verbündete und sieht sie daher als legitime Ziele.

Am internationalen Flughafen von Kuwait wurde bei einem Drohnenangriff in der Nacht ein Treibstofflager getroffen und geriet in Brand. Ersten Erkenntnissen zufolge habe sich der Schaden aber in Grenzen gehalten und es gebe keine Verletzten, teilte die Regierung mit. Dem Militär zufolge wehrte die Luftabwehr in der Nacht feindliche Drohnen und Raketen ab.

Die Luftabwehr in Saudi-Arabien fing in der Nacht ebenfalls zahlreiche Drohnen ab, zudem auch eine ballistische Rakete, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. In Bahrain wurden laut Innenministerium Warnsirenen aktiviert. Die Bürger des Inselstaats wurden aufgerufen, Ruhe zu bewahren und sich in Sicherheit zu begeben.

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