Politik

Luftverkehrsteuer: Ticketsteuer für Flüge soll ab Juli sinken

Der Iran-Krieg treibt die Flugpreise kräftig. Jetzt will die Bundesregierung ein Versprechen aus ihrem Koalitionsvertrag einlösen. Doch ob eine Senkung der Luftverkehrssteuer das Fliegen auch für Passagiere billiger macht, hängt von den Airlines ab.
02.04.2026 13:03
Lesezeit: 1 min
Luftverkehrsteuer: Ticketsteuer für Flüge soll ab Juli sinken
Für Inlandsflüge und Strecken bis 2.500 Kilometer sollen künftig statt 15,53 Euro noch 13,03 Euro Luftverkehrsteuer anfallen. (Foto: dpa) Foto: Daniel Bockwoldt

Ticketsteuer für Flüge soll zur Jahresmitte sinken

Für Flüge aus Deutschland soll ab Juli eine niedrigere Ticketsteuer gelten. Das beschloss das Kabinett in Berlin. Die Luftverkehrsteuer wird so stark gesenkt, dass die Einnahmen auf das Niveau von 2024 zurückfallen. CDU, CSU und SPD lösen damit ein Versprechen aus ihrem Koalitionsvertrag ein. Als nächstes berät der Bundestag darüber.

Ob Flugtickets für Reisende deshalb billiger werden, ist offen. Das Finanzministerium betonte, ihm sei dies wichtig - doch zwingen kann die Regierung die Airlines nicht. Sie steuern über ihre Computer komplexe Preissysteme mit zahlreichen Variablen, etwa nach Tag, Uhrzeit oder Auslastung. Da sind staatliche Abgaben ein Faktor unter vielen. Aktuell treibt der durch den Irankrieg gestiegene Ölpreis die Kosten massiv.

Senkung kostet Millionen

Die Höhe der Ticketsteuer hängt grob von der Entfernung des Ziels zu Frankfurt am Main ab, dem größten deutschen Verkehrsflughafen. Es gibt drei Kategorien. Für Inlandsflüge und Strecken bis 2.500 Kilometer sollen künftig statt 15,53 Euro noch 13,03 Euro Luftverkehrsteuer anfallen. Bei Mittelstrecken von 2.500 bis 6.000 Kilometern ist eine Reduzierung von 39,34 Euro auf 33,01 Euro vorgesehen, bei Langstreckenflügen von über 6.000 Kilometern fallen künftig 59,43 Euro an (statt 70,83 Euro).

Den Bund kostet die Steuersenkung laut Entwurf in diesem Jahr rund 185 Millionen Euro - bis 2030 dürften die Kosten demnach bis auf 355 Millionen wachsen. Zur Gegenfinanzierung ist vorgesehen, ab 2027 im Etat des Verkehrsministeriums an anderen Stellen zu sparen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Schaeffler-Aktie im Fokus: Erholung nach Vortagsrutsch - Was das Kursziel erhöht
10.06.2026

Aktie im Fokus: Für die Aktien von Schaeffler ist im vorbörslichen Handel am Mittwoch direkt wieder eine Erholung angesagt.

DWN
Unternehmen
Unternehmen Personalabbau bei Chemieriese Evonik: 1.850 Arbeitsplätze fallen weg
10.06.2026

Deutschlands Industrie baut weiter ab: Der Essener Chemiekonzern Evonik streicht 1.850 Stellen bis Ende 2026. Die Krise der deutschen...

DWN
Politik
Politik FDP-Chef Kubicki rechnet mit Merz ab: “Erwartungsmanagement ist unterirdisch“
10.06.2026

In der ARD-Sendung Maischberger warf Kubicki dem CDU-Chef vor, "unglaublich schlecht" zu kommunizieren. Seine Kritik fällt deutlich aus...

DWN
Politik
Politik Nach Trump-Ansage: Netanjahu zu Alleingang gegen den Iran bereit
10.06.2026

Israel hat seine Angriffe auf den Iran auf US-Wunsch eingestellt - schließt aber einen Alleingang nicht aus. Ein Iran-Experte warnt vor...

DWN
Politik
Politik Düngemittel-Lobbyisten tummeln sich in Belarus
10.06.2026

Minsk versucht mit Unterstützung der USA, die bislang unnachgiebige Haltung der Europäischen Union zum Transit von belarussischem Dünger...

DWN
Technologie
Technologie iPhones in der EU ohne KI-Siri: Apple greift Kommission an
10.06.2026

Apple startet einen neuen Anlauf bei Künstlicher Intelligenz – doch Nutzer in der EU erhalten auf iPhones und iPads keinen Zugang zu...

DWN
Panorama
Panorama Gewalt von Linken und Rechten nimmt zu
10.06.2026

Die Erhebung politisch motivierter Straftaten gilt als eine Art Fiebermessung für die deutsche Gesellschaft. Ein Blick auf die Statistik...

DWN
Finanzen
Finanzen ChatGPT geht an die Börse
09.06.2026

Der ChatGPT-Entwickler OpenAI steuert auf die Börse zu. Zugleich macht das Unternehmen aber deutlich, dass es sich für diesen Schritt...