Wirtschaft
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Deutsche Exporteure: Wachstum erwartet – doch Risiken für Exporte steigen

Die deutsche Exportwirtschaft trotzt internationalen Konflikten und blickt weiterhin nach vorn. Doch steigende Risiken in Lieferketten und neue politische Unsicherheiten werfen Fragen auf.
08.04.2026 12:16
Aktualisiert: 08.04.2026 12:16
Lesezeit: 2 min
Deutsche Exporteure: Wachstum erwartet – doch Risiken für Exporte steigen
Zahlreiche Container stehen auf dem JadeWeserPort: Optimismus bei Exporten trifft auf steigende Risiken. (Foto: dpa)

Exporteure erwarten Wachstum trotz Spannungen im Nahen Osten

Trotz der anhaltenden Spannungen im Nahen Osten geht eine klare Mehrheit der deutschen Exporteure weiterhin von Wachstum aus. Laut einer Erhebung des Kreditversicherers Allianz Trade rechnen 85 Prozent der in Deutschland befragten Firmen im laufenden Jahr mit steigenden Exporterlösen. Global teilen diese Einschätzung lediglich 75 Prozent.

Auf den in der Nacht beschlossenen Waffenstillstand mit Iran hätten die Märkte äußerst positiv reagiert, erklärte Allianz-Experte Björn Griesbach. "Wenn der Waffenstillstand hält, würden Verkehr und Handel durch die Straße von Hormus deutlich anziehen." Zugleich mahnte er: "Das Risiko ist keineswegs vom Tisch." Mit den jüngsten Kursanstiegen sei bislang erst etwa ein Drittel des Risikos wieder eingepreist, während zwei Drittel weiterhin bestehen.

Anhaltende Unsicherheit im US-Geschäft

Parallel dazu blicken deutsche Exporteure mit größerer Sorge auf das Geschäft in den USA. 49 Prozent erwarten auch im laufenden Jahr zusätzliche negative Effekte durch die US-Zollpolitik, wie Allianz Trade mitteilt. Noch skeptischer zeigen sich weltweit lediglich Unternehmen aus China, von denen 50 Prozent negative Erwartungen äußern.

"Der Widerstandsfähigkeit der deutschen Exporteure stehen große Risiken gegenüber", sagt Allianz-Trade-Experte Griesbach. Geopolitische Unsicherheiten sowie Risiken in den Lieferketten gehörten aktuell zu den am häufigsten genannten Belastungsfaktoren. Zudem rechnet nahezu die Hälfte der deutschen Exportfirmen mit einer verschlechterten Zahlungsmoral und zunehmenden Zahlungsausfällen. Bei grenzüberschreitenden Forderungen kommt der Gerichtsstand hinzu: Für den Forderungseinzug in den USA müssen Gläubiger die Regeln des Bundesstaats berücksichtigen, in dem der Schuldner sitzt, bevor sie außergerichtliche oder gerichtliche Schritte planen.

Neue Impulse durch EU-Handelsabkommen

Zusätzliche Absatzpotenziale könnten durch die kurz vor dem Abschluss stehenden Freihandelsabkommen der EU entstehen, so Griesbach. Das größte Handelsvolumen werde mit den Mercosur-Staaten erwartet, aber auch Indien gewinne an Bedeutung. Australien sei zudem strategisch wichtig für die Sicherung von Rohstoffen wie etwa Lithium. Das Münchener Ifo-Institut prognostiziert, dass die europäische Wirtschaftsleistung durch diese Abkommen langfristig um 0,43 Prozent steigen könnte.

Für die Allianz-Umfrage wurden weltweit rund 6.000 Unternehmen in zwei Erhebungswellen im Februar und März befragt.

Optimismus mit klaren Risiken

Die deutsche Exportwirtschaft zeigt sich widerstandsfähig und blickt trotz geopolitischer Spannungen weiterhin optimistisch in die Zukunft. Die hohe Erwartung steigender Exportumsätze verdeutlicht das Vertrauen vieler Unternehmen in ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig dürfen die bestehenden Risiken nicht unterschätzt werden. Insbesondere die US-Zollpolitik, fragile Lieferketten und zunehmende Zahlungsausfälle stellen ernsthafte Herausforderungen dar. Neue Freihandelsabkommen könnten zwar wichtige Impulse liefern, doch ihre Wirkung wird sich erst langfristig entfalten. Insgesamt bleibt die Lage ein Balanceakt zwischen Chancen und Unsicherheiten, bei dem strategische Anpassungsfähigkeit entscheidend für den Erfolg der Unternehmen sein wird.


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