Technologie

BioNTech-Aktie: Investoren konkurrieren um neues mRNA-Projekt

Die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci planen ein neues Biotech-Unternehmen mit Fokus auf mRNA-Therapien, das bereits vor dem Start starkes Investoreninteresse auf sich zieht. Kann Europa bei diesem Projekt mithalten oder verschiebt sich die Kapitalmacht erneut zugunsten der USA?
13.04.2026 13:17
Lesezeit: 2 min
BioNTech-Aktie: Investoren konkurrieren um neues mRNA-Projekt
Investoren konkurrieren früh um das neue mRNA-Projekt der BioNTech-Gründer Sahin und Türeci. (Foto: dpa) Foto: Annette Riedl

BioNTech-Aktie: Investoren konkurrieren bereits um neues Projekt der BioNTech-Gründer

Die BioNTech-Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci treiben ein neues Biotech-Vorhaben voran, noch bevor zentrale Details öffentlich sind. Bereits in dieser frühen Phase ist das Interesse von Investoren außergewöhnlich hoch und deutet auf große Erwartungen an die nächste Generation der mRNA-Technologie hin.

Im vergangenen Monat hatten Sahin und Türeci ihren Rückzug aus der operativen Führung von BioNTech angekündigt. Nun arbeiten sie an der Gründung eines neuen Unternehmens, das bis zum Jahresende entstehen soll und sich auf Therapien der nächsten mRNA-Generation konzentriert, insbesondere zur Behandlung von Krebs.

Großes Kapitalinteresse trifft auf frühe Projektphase

Das geplante Unternehmen zieht bereits zahlreiche Investoren an. Wie das Handelsblatt berichtet, bemühen sich sowohl europäische als auch US-amerikanische Fonds um eine Beteiligung, wobei US-Investoren aufgrund ihrer deutlich größeren Kapitalbasis im Vorteil sind.

Zu den Interessenten zählen Wellington Partners, Andera Partners und Forbion ebenso wie Family Offices und vermögende Privatinvestoren. Auch Bill Gates wird in diesem Zusammenhang genannt. Bemerkenswert ist, dass viele Kapitalgeber bereits einsteigen wollen, obwohl wesentliche Projektdetails noch nicht offengelegt wurden.

Europa bleibt bei Biotech-Finanzierung im Hintertreffen

Das Ungleichgewicht bei der Finanzierung von Biotech-Unternehmen bleibt deutlich. Europa kommt lediglich auf rund sieben Prozent des weltweiten Risikokapitals in diesem Bereich, während die USA etwa 63 Prozent auf sich vereinen.

Vor diesem Hintergrund warnen einige europäische Investoren vor einem weiteren Abfluss von Know-how in Richtung USA. Gleichzeitig gilt als wahrscheinlich, dass das neue Unternehmen in Mainz angesiedelt wird, wo BioNTech während der Pandemie erhebliche wirtschaftliche Impulse gesetzt und die öffentlichen Finanzen gestärkt hat. Auch andere deutsche Bundesländer zeigen Interesse an einer Ansiedlung.

BioNTech baut eigene Onkologie-Pipeline weiter aus: Was das für die BioNTech-Aktie bedeutet

Parallel dazu treibt BioNTech die Entwicklung eigener Krebsmedikamente voran. Bis zum Jahresende sollen bis zu 15 Wirkstoffkandidaten in die entscheidende klinische Phase 3 überführt werden, darunter mRNA-basierte Therapien sowie Antikörper-Wirkstoff-Konjugate.

Zu den vielversprechendsten Projekten gehört der bispezifische Antikörper Pumitamig, der gemeinsam mit Bristol Myers Squibb entwickelt wird. Das Medikament könnte bereits 2028 auf den Markt kommen und richtet sich unter anderem gegen bestimmte Formen von Lungenkrebs. Die Partnerschaft hat ein Volumen von mehr als 11 Milliarden Dollar.

Das neue Projekt der BioNTech-Gründer unterstreicht die Rolle Deutschlands als zentralen Biotech-Standort in Europa. Zugleich zeigt sich jedoch, dass die Finanzierungslücke gegenüber den USA ein strukturelles Risiko bleibt. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, ausreichend Kapital im Inland zu mobilisieren und so Innovation, Wertschöpfung und technologische Souveränität langfristig in Deutschland zu sichern.

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