Finanzen

Teuerungsrate: Inflation in Deutschland bei 2,9 Prozent - höchster Stand seit Januar 2024

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland stark verteuert. Im April stieg die Inflationsrate fast auf drei Prozent. Vor allem in einem Bereich haben die Preise stark angezogen.
12.05.2026 09:45
Lesezeit: 2 min

Inflation steigt auf höchsten Stand seit Januar 2024

Der Iran-Krieg hat das Leben in Deutschland im April sprunghaft verteuert. Starke gestiegene Energiepreise trieben die Inflationsrate mit 2,9 Prozent auf den höchsten Stand seit Januar 2024, wie das Statistische Bundesamt vorläufige Berechnungen bestätigt. Schon im März hatte der Nahost-Krieg die Inflationsrate kräftig auf 2,7 Prozent steigen lassen, nach 1,9 Prozent im Februar.

"Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Iran-Kriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstärkt. Besonders der anhaltende Preisdruck bei Kraftstoffen ist für die Verbraucherinnen und Verbraucher deutlich spürbar", sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes.

Sprit ein Viertel teurer, Heizöl gut die Hälfte

Im April schossen die Energiepreise wegen der rasant gestiegenen Rohölpreise um 10,1 Prozent hoch. Kraftstoffe verteuerten sich sogar um gut ein Viertel (26,2 Prozent) und leichtes Heizöl um gut die Hälfe (55,1 Prozent). Strom (-4,5 Prozent), Erdgas einschließlich Betriebskosten (-3,0 Prozent) und Fernwärme (-1,1 Prozent) waren dagegen billiger als ein Jahr zuvor.

Schokolade deutlich teurer, Butter billiger

Die Preise für Lebensmittel zogen im April leicht an. Spürbar teurer waren etwa Zucker, Marmelade, Honig und anderen Süßwaren (+6,6 Prozent), darunter Schokolade mit plus 9,7 Prozent. Kostspieliger wurden auch Fleisch und Obst (je plus 3,6 Prozent).

Dagegen sanken die Preise für Speisefette und Speiseöle (-13,9 Prozent, darunter Butter: -25,4 Prozent und Olivenöl: -8,9 Prozent). Zudem verbilligten sich Kartoffeln (-14,4 Prozent), während die Preise für Eier um fast 15 Prozent stiegen. Auch Waren wie Kaffee, Tee und Kakao mit plus 11,2 Prozent wurden teurer sowie Tabak (plus 6,2 Prozent). Billiger wurde Unterhaltungselektronik (-6,1 Prozent).

Pauschalreisen etwas erschwinglicher

Dienstleistungen verteuerten sich im April um 2,8 Prozent zum Vorjahresmonat. So stiegen die Preise für Wartung und Reparatur von Fahrzeugen (plus 5,0 Prozent), Restaurantbesuche (plus 3,2 Prozent) und die Nettokaltmieten (plus 1,8 Prozent). Nur wenige Dienstleistungen waren günstiger, darunter Pauschalreisen (-3,5 Prozent).

Preisschub bald für alle Lebensbereiche?

Der Preisschub sei bisher nicht breit angelegt, sagte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung."Gelingt eine Beendigung des Iran-Kriegs und die Öffnung der Straße von Hormus in den kommenden Wochen, dürfte der Rohölpreis deutlich fallen und mit ihm die Inflation."

Weil teure Energie bei Unternehmen die Produktions- und Transportkosten hochtreibt, ist aber die Sorge groß, dass der Iran-Krieg die gesamte Wirtschaft erfasst und auch die Preise für Lebensmittel und Dienstleistungen hochschießen. Nach Daten des Ifo-Instituts will eine wachsende Zahl von Firmen die Preise anheben, etwa in der Gastronomie und im Einzelhandel.

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