Rheinmetall-Aktie startet Erholungsversuch nach Citigroup-Kaufempfehlung
Für die zuletzt stark unter Druck geratenen Rheinmetall-Aktien (ISIN: DE0007030009) zeichnet sich am Montag ein Erholungsversuch ab. Nachdem die Rheinmetall-Aktie zuletzt nahe der Marke von 1100 Euro den tiefsten Stand seit einem Jahr erreicht hatte, legte sie im frühen Xetra-Handel um 1,7 Prozent zu. Die Citigroup nutzte den Zeitpunkt, nachdem die Aktien vom Rekordhoch rund 45 Prozent verloren hatten, um erneut eine Kaufempfehlung für die Rheinmetall-Aktie auszusprechen.
Durchwachsenes Umfeld bei Rüstungswerten
Das Branchenumfeld präsentierte sich unterdessen uneinheitlich: Im Fahrwasser der Rheinmetall-Aktie verteuerten sich unter den deutschen Rüstungswerten lediglich Hensoldt (ISIN: DE000HAG0005) um ein Prozent. Renk (ISIN: DE000RENK730) und TKMS (ISIN: DE000TKMS001) gaben dagegen im schwächeren Marktumfeld nach. Von der Citigroup auf "Neutral" angehoben wurde zudem Saab (ISIN: SE0000112385), deren Aktien in Stockholm ebenfalls ein Prozent verloren. Damit rückt neben der Rheinmetall-Empfehlung auch die Entwicklung weiterer europäischer Rüstungsaktien in den Fokus.
Citigroup-Analyst Charles Armitage rechnet damit, dass die jüngsten Kursverluste im gesamten Sektor vor allem durch Hoffnungen auf ein Friedensabkommen in der Ukraine ausgelöst wurden - zusätzlich zu Sorgen über die Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben in Europa. Beide Argumente seien zwar nachvollziehbar, aus seiner Sicht jedoch überzogen.
Russland bleibt laut Analysten auch nach Kriegsende ein Risiko für Europa
Der Krieg befindet sich derzeit weiterhin in einer Sackgasse. Russland und die Ukraine überzogen sich nach der jüngsten Waffenruhe zuletzt erneut massiv mit Luftangriffen. In der Nacht auf Sonntag hatte die Ukraine laut russischen Angaben heftige Attacken auf die Region Moskau gestartet. Russland beantwortete die umfangreichen ukrainischen Drohnenangriffe in der Nacht wiederum mit Gegenattacken.
Armitage betrachtet Russland auch im Fall eines Kriegsendes in der Ukraine weiterhin als Bedrohung für Europa. Schweden und Deutschland gehörten dann zu den wenigen Staaten Europas, die ihre Kreditaufnahme erhöhen könnten, um zusätzliche Verteidigungsausgaben zu finanzieren. Andere Länder seien finanziell deutlich stärker eingeschränkt und müssten auf weniger populäre Maßnahmen wie Steuererhöhungen oder Einsparungen zurückgreifen.
Rheinmetall-Aktie bleibt im Spannungsfeld
Die Rheinmetall-Aktie zeigt nach den deutlichen Kursverlusten erste Anzeichen einer Stabilisierung. Unterstützung kommt vor allem von der neuen Kaufempfehlung der Citigroup, die den jüngsten Rückgang als übertrieben bewertet. Gleichzeitig bleibt das Umfeld für europäische Rüstungswerte angespannt. Der Ukraine-Krieg, politische Unsicherheiten und die Diskussion über die Finanzierung steigender Verteidigungsausgaben sorgen weiterhin für erhebliche Schwankungen. Dennoch sehen Analysten langfristig Potenzial, da viele europäische Staaten ihre militärischen Investitionen erhöhen dürften. Für Anleger bleibt die Rheinmetall-Aktie damit eine chancenreiche, aber zugleich risikobehaftete Investition, deren Entwicklung stark von geopolitischen Faktoren abhängen wird.
