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Varta-Stellenabbau: Produktion in Nördlingen endet, über 300 Arbeitsplätze fallen weg

Varta verliert einen entscheidenden Kunden und zieht drastische Konsequenzen. Die Produktion im Werk Nördlingen endet, rund 350 Arbeitsplätze fallen weg. Politik und Beschäftigte zeigen sich alarmiert. Doch wie stabil ist der traditionsreiche Batteriehersteller nach den jüngsten Krisenjahren überhaupt noch?
19.05.2026 15:37
Aktualisiert: 19.05.2026 15:37
Lesezeit: 2 min
Varta-Stellenabbau: Produktion in Nördlingen endet, über 300 Arbeitsplätze fallen weg
Varta-Stellenabbau: Der Batteriehersteller beendet die Produktion in Nördlingen. (Foto: dpa) Foto: Marijan Murat

Großkunde zieht sich zurück – Varta beendet Produktion in Nördlingen

Beim Batteriehersteller Varta verliert das Unternehmen einen wichtigen Großkunden. Das Werk im bayerischen Nördlingen wird geschlossen, etwa 350 Stellen entfallen. Wie es für den Konzern weitergeht.

Der Batteriehersteller Varta wird seine Fabrik im bayerischen Nördlingen im Herbst schließen. Ein bedeutender Kunde, der bislang nahezu für eine 100-prozentige Auslastung des Standorts gesorgt habe, werde künftig keine Knopfbatterien mehr bei Varta beziehen, erklärte ein Unternehmenssprecher. Dadurch fehle dem Werk die wirtschaftliche Grundlage. Rund 350 Beschäftigte verlieren ihren Job. Zunächst hatten mehrere Medien darüber berichtet.

Großkunde springt ab: Varta kämpft um Zukunft des Werks

Die Entscheidung über die Schließung sei den Mitarbeitern und dem Betriebsrat am Morgen mitgeteilt worden. Nun bemühe sich das Unternehmen um "sozialverträgliche Lösungen" und prüfe zudem, einzelne Beschäftigte an andere Standorte zu versetzen. Die Gespräche stünden allerdings noch ganz am Anfang. In den vergangenen Monaten habe man zwar neue Kunden gewinnen können. "Doch damit lässt sich die Produktion in Nördlingen nicht ansatzweise auslasten", sagte Unternehmenschef Michael Ostermann der "Wirtschaftswoche".

Nach Informationen aus Unternehmenskreisen will der Großkunde, der sich nun zurückzieht, Batterien der neuen Generation künftig aus China beziehen. Dass es sich dabei laut "FAZ" und der "Augsburger Allgemeinen" um Apple handeln soll, wollte der Varta-Sprecher nicht kommentieren. Laut "FAZ", die sich auf das Umfeld von Varta beruft, sei vor allem der Preis ausschlaggebend für die Entscheidung gewesen, "in der Qualität sei das schwäbische Unternehmen auf Augenhöhe und besser gewesen".

Aiwanger spricht von schwerem Schlag für Schwaben

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) bezeichnete die Entwicklung als "harten Schlag" für Schwaben. Die Werksschließung sei "ein weiteres Alarmzeichen für den Industriestandort Deutschland". Jetzt benötigten die Menschen, "die ihre Arbeitsplätze verlieren", möglichst schnell eine neue Perspektive. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Nördlingen sei zwar bedenklich, dennoch liege die Arbeitslosenquote im Landkreis Donau-Ries mit 2,5 Prozent weiterhin deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt von 4,1 Prozent. Aiwanger zeigte sich optimistisch, dass für die betroffenen Beschäftigten sozialverträgliche Lösungen gefunden werden könnten.

Varta mit Hauptsitz im schwäbischen Ellwangen war zuletzt wirtschaftlich unter Druck geraten. Um eine Insolvenz abzuwenden, hatte das Unternehmen im Juli 2024 ein Sanierungsverfahren nach dem Restrukturierungsgesetz eingeleitet. Dieses Verfahren soll angeschlagenen Unternehmen eine Insolvenz ersparen. In diesem Zusammenhang wurden auch die Altaktionäre aus dem Unternehmen gedrängt. Die monatelange Neuaufstellung des Batterieherstellers sei abgeschlossen, hatte Varta Anfang April des vergangenen Jahres erklärt.

2024 schrieb Varta erneut rote Zahlen. Der Verlust fiel mit einem Minus von 64,5 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr jedoch deutlich niedriger aus.

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