Politik

Kreml signalisiert Gesprächsbereitschaft gegenüber Europa

Russland zeigt sich nach Angaben des Kremls offen für direkte Gespräche mit europäischen Staaten. Kremlsprecher Dmitri Peskow sprach von einer möglichen Annäherung und begrüßte neue Diskussionen in Europa über diplomatische Kontakte zu Moskau.
21.05.2026 15:13
Lesezeit: 1 min
Kreml signalisiert Gesprächsbereitschaft gegenüber Europa
Russland signalisiert Gesprächsbereitschaft gegenüber Europa. Wer könnte als Vermittler auftreten und warum lehnt die Ukraine Gerhard Schröder ab? (Foto: dpa). Foto: Mikhail Metzel

Moskau sieht Bewegung in Europas Haltung gegenüber Russland

Peskow hob hervor, es habe zuletzt vom finnischen Präsidenten Alexander Stubb und auch aus Berlin Äußerungen zu direkten Gesprächen mit Russland gegeben. Es sei "wahrscheinlich nicht schlecht", wenn jetzt ein Unterhändler auf EU-Ebene gesucht werde. "Noch vor wenigen Monaten sind in Europa noch nicht einmal solche Diskussionen geführt worden."

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte zwar stets betont, dass er zu Gesprächen bereit sei, wenn jemand auf ihn zukomme. Zugleich gab es aus Moskau wiederholt - unter anderem vom Außenministerium - Stellungnahmen, nach denen die Europäer wegen der Waffenlieferungen an die Ukraine als Kriegspartei zu sehen seien und nichts am Verhandlungstisch zu suchen hätten.

Gesucht wird ein passender Vermittler

Die Verhandlungen für eine Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine liefen zuletzt unter Vermittlung der USA. Ein Durchbruch in den Gesprächen zwischen Kiew und Moskau ist bisher aber ausgeblieben. Grund ist vor allem, dass Russland an seiner Forderung festhält, die Ukraine solle ihre Truppen aus dem Gebiet Donbass abziehen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj lehnt solche Gebietsgeschenke an Putin ab.

Putin hatte zuletzt auf die Frage einer russischen Journalistin, wen er sich als Vermittler wünsche aus Europa, den Namen seines Freundes Gerhard Schröder genannt. Die Ukraine lehnt den Ex-Kanzler wegen seiner engen Kontakte zu Russland aber als Vermittler ab. Peskow betonte, dass Putin Schröder nicht initiativ vorgeschlagen, sondern nur als Antwort auf eine Frage genannt habe.

Auch Putin selbst hatte erklärt, wichtig sei, dass ein Vermittler in der Vergangenheit nicht mit abfälligen Äußerungen über Russland aufgefallen sei. Allerdings ist unklar, wer auf EU-Ebene dafür infrage kommt. Zuständig wäre die Außenbeauftragte Kaja Kallas; Moskau wirft ihr aber "Russenhass" vor und schließt Gespräche mit ihr aus.

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