Politik

Deutsche Migrationspolitik: Zahl der Einbürgerungen steigt auf Höchststand

Noch nie seit Beginn der Statistik haben sich in Deutschland mehr Menschen einbürgern lassen als 2025. Es ist der fünfte Anstieg in Folge.
04.06.2026 07:18
Lesezeit: 2 min
Deutsche Migrationspolitik: Zahl der Einbürgerungen steigt auf Höchststand
Nach den Daten machen die rund 65.600 eingebürgerten Syrer mit 20 Prozent den größten Anteil aus. (Foto: dpa) Foto: Fernando Gutierrez-Juarez

Zahl der Einbürgerungen steigt auf Höchststand

Die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland ist auf einen Höchststand gestiegen. So haben im vergangenen Jahr 332.500 Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit erworben, 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt auf Basis vorläufiger Ergebnisse mit.

Die Zahl sei damit im fünften Jahr in Folge gestiegen. Und: "Noch nie seit der Einführung der Statistik im Jahr 2000 waren innerhalb eines Jahres mehr als 300.000 Personen eingebürgert worden", erklärten die Statistiker.

Wie sieht es mit Blick auf die einzelnen Herkunftsländer aus?

Nach den Daten machten die rund 65.600 eingebürgerten Syrerinnen und Syrer den größten Anteil (20 Prozent) aus. Gegenüber dem Jahr 2024 sank die Zahl der eingebürgerten Syrer jedoch um 21 Prozent.

Dahinter folgen mit großem Abstand Türkinnen und Türken mit einem Anteil von zehn Prozent sowie Russinnen und Russen mit einem Anteil von sechs Prozent. "Bei beiden Staatsangehörigkeiten stieg die Zahl der Einbürgerungen allerdings um mehr als die Hälfte gegenüber dem Vorjahr", hieß es.

Ein besonders starkes Wachstum wurde im Vorjahresvergleich auch bei den Einbürgerungen von bosnischen (plus 126 Prozent auf 8.800), US-amerikanischen (plus 100 Prozent auf 6.600) und albanischen (plus 97 Prozent auf 6.100) Staatsangehörigen verzeichnet.

Aufenthaltsdauer bis Einbürgerung liegt im Schnitt bei 12,4 Jahren

Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer zum Zeitpunkt der Einbürgerung lag demnach bei 12,4 Jahren. Syrische Staatsangehörige hielten sich zum Zeitpunkt der Einbürgerung im Schnitt 7,9 Jahre in Deutschland auf, bei Türkinnen und Türken lag die Aufenthaltsdauer dagegen im Schnitt bei 24,1 Jahren.

Insgesamt wurden für das Jahr 2025 laut vorläufiger Ergebnisse 467.400 Einbürgerungsanträge erfasst. Von den 371.100 erledigten Verfahren wurden demnach rund 90 Prozent mit einer Einbürgerung abgeschlossen. Bei drei Prozent kam es zu einer Ablehnung, die weiteren Fälle endeten etwa mit einem Rückzug des Antrags oder einem Fortzug ins Ausland.

Debatte über Rechtslage

Die Grundtendenz der Einbürgerungszahlen für das vergangene Jahr war bereits Ende Mai bekanntgeworden. Der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, hatte daraufhin Rechtsverschärfungen gefordert. Aus der SPD wurde es hingegen als positives Signal gewertet, dass mehr Menschen Deutsche werden, die alle dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllen.

Die damalige Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP hatte das Staatsangehörigkeitsrecht geändert. Ihre Reform trat Ende Juni 2024 in Kraft. Seither darf, wer Deutscher wird, grundsätzlich auch die bisherige Staatsangehörigkeit behalten. Zudem reichen als Voraussetzung fünf statt bisher acht Jahre rechtmäßiger, gewöhnlicher Aufenthalt in Deutschland. Besonders gut integrierte Ausländer konnten sich bereits nach drei Jahren einbürgern lassen - diese sogenannte Turbo-Einbürgerung hat die schwarz-rote Bundesregierung aber im vergangenen Jahr wieder gekippt.

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