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Alarmstufe Rot auf der Schiene: Wirtschaft fordert Bahn-Sanierung

Das marode Schienennetz der Deutschen Bahn wird zunehmend zum Risiko für die deutsche Wirtschaft. Angesichts gravierender Engpässe in den Lieferketten schlagen Industrie und Konkurrenten Alarm und warnen vor massiven Schäden für den gesamten Wirtschaftsstandort.
08.06.2026 07:42
Lesezeit: 2 min
Alarmstufe Rot auf der Schiene: Wirtschaft fordert Bahn-Sanierung
Baustellen-Chaos im Schienennetz trifft nicht nur Reisende, sondern auch den Wirtschaftsstandort hart. Warum Lieferketten reißen und was die Industrie jetzt fordert (Foto: dpa). Foto: Soeren Stache

Logistik-Krise durch marode Gleise

Wirtschaftsunternehmen und Konkurrenten der Deutschen Bahn haben angesichts des maroden Schienennetzes Alarm geschlagen und befürchten Einschränkungen für den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland. Die aktuellen infrastrukturellen Einschränkungen im Schienennetz führten zu "gravierenden Herausforderungen entlang der gesamten Logistikkette", teilte das Stahlunternehmen Salzgitter aus Niedersachsen der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage mit. Das gelte sowohl für die Lieferung von Rohstoffen an Salzgitter als auch für den Abtransport der gefertigten Produkte.

Teure Umwege belasten die Industrie

Die Eisenbahn sei für die Stahlindustrie der zentrale Verkehrsträger. "Die Situation zwingt uns zu aufwendigen Umleitungen und erheblichen Zusatzmaßnahmen, die mit massiven finanziellen Mehrbelastungen einhergehen und inzwischen auch spürbare volkswirtschaftliche Schäden verursachen", teilte Salzgitter mit. Zunächst berichtete die "Süddeutsche Zeitung" über die Beschwerden aus der Wirtschaft.

Zwei wichtige Strecken im Norden wegen Bauarbeiten gesperrt

Der zweitgrößte Stahlhersteller in Deutschland, das Unternehmen Arcelor-Mittal, berichtete der "SZ" von "ersten Produktionskürzungen", weil nicht genug Eisenerz angeliefert worden sei. Ursache war demnach "das anhaltende Baustellenchaos im norddeutschen Schienennetz". Zudem räume die Bahn den Güterzügen zu wenig Priorität ein.

Die Bahn baut derzeit an unzähligen Stellen im Netz, um den weiteren Verfall der maroden Schieneninfrastruktur zu stoppen. Zuletzt ballten sich die Bauarbeiten in Norddeutschland auf wichtigen Strecken: Die Verbindung Hamburg-Berlin ist wegen Verzögerungen bei der sogenannten Generalsanierung noch bis zum 14. Juni dicht, zwischen Hamburg und Hannover wird noch bis Mitte Juli gebaut. Die Bahn geht davon aus, dass sich die Lage damit Schritt für Schritt bessern wird.

Verband sieht "halbwegs geordneten Betrieb" gefährdet

Bereits Ende Mai hat sich der Verband der privaten Güterbahnen an das Bundesverkehrsministerium gewandt und kritisiert, dass "insbesondere die zu hohe Dichte von unzureichend geplanten und koordinierten Baustellen im Schienennetz" Lieferketten und letztlich die Existenz von Güterbahnen bedrohe. Der Verband drohte damit, seine Zustimmung zur aktuellen Sanierungsstrategie aufzugeben, und politische wie rechtliche Maßnahmen zu ergreifen. Nach Ansicht des Verbands ist die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGo "nicht mehr in der Lage, einen halbwegs geordneten Betrieb zu gewährleisten".

Die Bahn teilte mit, dass sie die Situation in einigen Stahlwerken in den Tagen um Pfingsten bedaure. Man sei im Austausch mit den Güterbahnen, der Industrie und dem Handel. Für kurzfristige Maßnahmen sei eine sogenannte Taskforce gebildet worden. Der Konzern kündigte zudem ein vereinfachtes Verfahren für Schadenersatzleistungen in Millionenhöhe an, über das die Eisenbahnverkehrsunternehmen in Kürze informiert würden.

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