Politik

„Jagd auf Migranten“: ZDF streicht falsche Musk-Anmoderation aus Mediathek

Das ZDF wirft Elon Musk vor, die Ausschreitungen in Belfast befeuert zu haben. Dieser wehrt sich daraufhin juristisch. Der öffentlich-rechtliche Sender reagiert - die Moderation ist inzwischen offline. Das war nicht der erste derartige Fehler des öffentlich-rechtlichen Senders.
17.06.2026 17:48
Lesezeit: 2 min
„Jagd auf Migranten“: ZDF streicht falsche Musk-Anmoderation aus Mediathek
Bürgerkrieg in Belfast: Ein sudanesischer Asylbewerber hat in Belfast einen Mann niedergestochen. Daraufhin kommt es zu schweren Ausschreitungen. (Foto: dpa) Foto: Cameron Scott

Nach Unterlassungserklärung: ZDF streicht falsche Musk-Anmoderation aus Mediathek

Nachdem sich der Tech-Unternehmer Elon Musk juristisch gegen einen Beitrag des ZDF über ihn gewehrt hat, hat der Sender die kritisierte Passage entfernt. Musk habe über eine deutsche Anwaltskanzlei eine Unterlassungserklärung zur Anfangsmoderation der Sendung "ZDF heute live" vom 12. Juni mit dem Titel "Ausschreitungen in Belfast - Wie Musk die Proteste befeuert" gefordert.

"Das ZDF hat diese abgegeben und die fragliche Passage in der Anmoderation entfernt," teilte der öffentlich-rechtliche Sender mit. In der Mediathek ist an der entsprechenden Stelle inzwischen ein Hinweis eingeblendet, in dem es heißt: "Die Anmoderation wurde aus rechtlichen Gründen gekürzt".

„Jagd auf Migranten“: Elon Musk geht gegen ZDF-Bericht zu Belfast-Krawallen vor

Nach einem ZDF-Bericht zu den Belfast-Krawallen fordert Elon Musk über einen Anwalt eine Unterlassungserklärung. Das ZDF hat die Formulierung inzwischen als "missverständlich" gekennzeichnet.

Der Tech-Unternehmer Elon Musk geht juristisch gegen einen Beitrag des ZDF über ihn vor. Er habe den Sender für seinen Mandanten wegen eines Berichts über Ausschreitungen in Belfast abgemahnt und fordere die Abgabe einer Unterlassungserklärung, bestätigte Anwalt Joachim Steinhöfel der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die "Welt" über das Schreiben berichtet. Demzufolge sei die Behauptung, Musk habe zu einer "Jagd auf Migranten durch einen rassistischen Mob" aufgerufen, offensichtlich unwahr.

Krawalle in Belfast: Elon Musk geht gegen ZDF-Bericht vor – Sender kürzt umstrittene Moderation

Hintergrund ist eine Folge von "ZDF heute live" vom 12. Juni. Thema der Sendung waren die gewalttätigen Krawalle in Belfast, nachdem ein Flüchtling aus dem Sudan Anfang der Woche für einen Messerangriff wegen versuchten Mordes angeklagt wurde. In der Anmoderation heißt es, dass ein rassistischer Mob Jagd auf Migranten mache. "Dazu aufgerufen hatten ein britischer Rechtsextremist und Tech-Milliardär Elon Musk."

Das ZDF hat inzwischen einen Disclaimer neben das Video gestellt. Darin heißt es, dass die Formulierung "unpräzise und deshalb missverständlich" sei. Der britische Rechtsextreme Tommy Robinson habe nach dem Messerangriff in Belfast zu Protesten aufgerufen. "Der Post wurde von Elon Musk geteilt."

Musk mahnt ZDF ab: Sender hat bereits reagiert

Inzwischen hat Elon Musk im Streit mit dem ZDF einen ersten Erfolg erzielt: Der Sender gab wegen einer Sendung über Musks Rolle bei den Ausschreitungen in Nordirland eine Unterlassungserklärung ab. Der Sender hat die umstrittene Anmoderation der Sendung „ZDFheute live“ vom 12. Juni gekürzt. Die Anmoderation wurde "aus rechtlichen Gründen" gekürzt, heißt es in einer Einblendung in der Sendung, die noch immer in der Mediathek abrufbar ist. Zunächst berichtete die „Bild“.

Er habe den Sender für seinen Mandanten wegen eines Berichts über Ausschreitungen in Belfast abgemahnt und fordere die Abgabe einer Unterlassungserklärung, hatte zuvor der Anwalt Joachim Steinhöfel erklärt. Dieser Aufforderung ist der Sender am Dienstag nachgekommen.

Steinhöfel zufolge sei die Behauptung, Musk habe zu einer „Jagd auf Migranten durch einen rassistischen Mob“ aufgerufen, offensichtlich unwahr. In dem Schreiben ist laut „Welt“ von einer „ehrabschneidenden und verleumderischen Unterstellung“ sowie einem „drastischen Verstoß gegen journalistische Grundsätze“ die Rede.

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