Urlaubseuro 2026 zeigt Europas günstigste Reiseziele
Was lohnt sich mehr. Kroatien, Italien, Griechenland, Ungarn oder ein anderes Ziel? Eine neue Auswertung zeigt, wo Touristen am meisten für ihr Geld bekommen. Das berichten unsere Kollegen von Finance.si.
Die UniCredit Bank Austria hat ihren Bericht für 2026 veröffentlicht und berechnet, wo Touristen am meisten für ihre Euro bekommen. Für die Entscheidung, wohin die Urlaubsreise gehen soll, ist die Kaufkraft des Euro zwar nicht der wichtigste Faktor. Angesichts von Kriegen gewinnen Sicherheit und Verlässlichkeit einer Reise immer stärker an Bedeutung. Dennoch schadet es nicht zu wissen, wo man für seinen Euro mehr bekommt und ungefähr wie viel mehr.
Die Berechnung ist keine gewöhnliche Kaufkraftrechnung. Sie berücksichtigt das durchschnittliche Gehalt, das in Österreich vergleichsweise recht hoch ist, die Inflation und weitere Faktoren. Die größte Bedeutung und das größte Gewicht hat aber natürlich der mit dem Tourismus verbundene Konsum. Ausgangspunkt des Vergleichs sind Österreich und ein österreichischer Tourist mit 100 Euro. Österreich hatte im vergangenen Jahr eine höhere Inflation als einige andere europäische Länder. Das bedeutet, dass die Preise dort stärker gestiegen sind als anderswo. Dadurch erscheinen andere Länder im Vergleich günstiger.
Obwohl Österreich den Ausgangspunkt bildet, sind die Daten auch für andere Reisende nützlich. Sie zeigen zumindest die Hauptrichtung, wo man mehr bekommt und wo weniger. Zu beachten ist außerdem, dass es um Durchschnittswerte geht. Das Zentrum Londons ist noch deutlich teurer als Großbritannien insgesamt. Am wichtigsten ist aber, dass man bei den Daten und Orientierungspunkten berücksichtigt, dass man konkret natürlich keineswegs durchschnittlich ist. Auch kein durchschnittlicher Tourist. Und dennoch...
"Unter den beliebtesten Urlaubsländern im Sommer 2026 bekommen wir in Portugal am meisten für unser Geld, ungefähr ein Drittel mehr als in Österreich", stellt Stefan Bruckbauer, Chefvolkswirt der UniCredit Bank Austria, fest. Er ergänzt: "Auch in Spanien, Ungarn und der Türkei liegt der Wert des Urlaubseuro rund ein Viertel höher als in Österreich."
In Griechenland und Slowenien lässt sich ungefähr 20 Prozent mehr bekommen als in Österreich. Etwas mehr als in Österreich bekommen Reisende für ihren Urlaubseuro auch in Kroatien und Italien. Ungefähr gleich viel wie in Österreich erhalten Urlauber in Frankreich, Deutschland und auch in Großbritannien. Dort hat die Abwertung der Währung dazu beigetragen.
Unter den Reisezielen, die nicht zu den beliebtesten Urlaubsländern gehören, sticht Bulgarien hervor. Dort bekommen Reisende ungefähr 70 Prozent mehr als in Österreich. In Rumänien und Tschechien sind es ungefähr 40 Prozent mehr. Auch auf Zypern, in Polen und in der Slowakei ist der Urlaubseuro spürbar mehr wert, etwa 20 Prozent. Weniger als in Österreich bekommen Urlauber dagegen in Irland, Schweden und den Niederlanden.
Urlaubseuro im Vergleich zum Vorjahr
In der Türkei ist der Urlaub 15 Prozent teurer geworden. "Im Vergleich zum Sommer 2025 hat sich der relative Wert des Urlaubseuro nur wenig verändert. Er ist etwa zwei Prozent weniger wert, da die Preise in einigen Ländern stärker gestiegen sind als in Österreich, während die Abwertung von Währungen dies nur teilweise ausgeglichen hat", berechnete Bruckbauer.
"Der Wert des Urlaubseuro ist besonders stark in der Türkei gesunken, wo er aufgrund einer um 30 Prozent höheren Inflation als in Österreich und einer gleichzeitigen Währungsabwertung von nur 22 Prozent ungefähr 15 Prozent seines Werts verloren hat." Einige Reiseziele sind im Vergleich durch die höhere Inflation in Österreich etwas günstiger geworden, darunter Frankreich und Italien. Slowenien liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Kroatien ist 2,4 Prozent teurer geworden. Deutlich teurer als im Vorjahr ist auch Ungarn mit 12,2 Prozent.
Urlaubseuro und Deutschland im globalen Reisevergleich
Was gilt für weiter entfernte Reiseziele? Der Urlaubseuro ist in diesem Jahr aufgrund des starken Euro in Kanada, Großbritannien und den USA mehr wert als im Vorjahr, zeigt die Analyse der UniCredit Bank Austria. In Überseezielen hat der Urlaubseuro trotz einer Aufwertung des Euro um ungefähr vier Prozent jedoch nicht an Wert gewonnen, da die Inflation in vielen Ländern stärker gestiegen ist als in Österreich. Zudem hat der Euro gegenüber Währungen aus Südamerika und Mittelamerika an Wert verloren. Deshalb ist er 2026 in Südamerika und Mittelamerika im Durchschnitt vier Prozent weniger wert als ein Jahr zuvor.
Anders sieht es in Asien aus. Dort wird der Urlaubseuro in diesem Jahr aller Wahrscheinlichkeit nach ungefähr fünf Prozent mehr wert sein, vor allem dank Japan. Dort haben eine erneute Abwertung der Währung und eine niedrigere Inflation den Wert des Urlaubseuro um 13 Prozent erhöht. Deshalb wird der Urlaubseuro in Japan ungefähr so viel wert sein wie in Österreich.
Für deutsche Urlauber liefert die Auswertung eine wichtige Orientierung, auch wenn sie formal von Österreich ausgeht. Deutschland wird in der Analyse bei der Kaufkraft des Urlaubseuro ungefähr auf dem Niveau Österreichs eingeordnet. Damit lassen sich die Ergebnisse nicht eins zu eins auf jeden deutschen Haushalt übertragen, doch sie zeigen eine klare Tendenz. Wer 2026 bei Reisen stärker auf Preisleistung achtet, findet in Portugal, Spanien, Ungarn, der Türkei, Griechenland oder mehreren osteuropäischen Ländern mehr Kaufkraft als in Deutschland. Ein direkter, tiefergehender Deutschland-Bezug über diese Einordnung hinaus wird im Ausgangstext nicht genannt.
Der Urlaubseuro bleibt 2026 ein hilfreicher Maßstab für Reisende, die Preise und Kaufkraft vergleichen wollen. Die größten Vorteile bieten nach der Analyse vor allem Portugal, Bulgarien, Rumänien und Tschechien. Klassische Ziele wie Italien, Kroatien und Griechenland bleiben im Vergleich zu Österreich teils günstiger, doch die Unterschiede fallen nicht überall groß aus. Entscheidend bleibt, dass Durchschnittswerte nur Orientierung geben. Der tatsächliche Urlaubspreis hängt weiterhin stark von Region, Saison, Unterkunft, Reiseart und persönlichem Konsum ab.
