Wirtschaft

VW-Aktie im Krisenmodus trotz radikalem Jobabbau

Volkswagen will sparen, kürzen und umbauen, doch der Druck auf den Konzern bleibt enorm. Zehntausende Stellen fallen weg, Werke verlieren Kapazitäten, die Elektrostrategie liefert noch nicht genug Ertrag. Für die VW-Aktie entscheidet sich nun, ob der Sparkurs den deutschen Autoriesen stabilisiert oder nur die nächste Schwächephase überdeckt.
24.06.2026 16:02
Lesezeit: 2 min
VW-Aktie im Krisenmodus trotz radikalem Jobabbau
Oliver Blume verschärft den Sparkurs bei Volkswagen, während Stellenabbau, sinkende Kapazitäten und schwache Renditen die VW-Aktie belasten. (Foto: dpa | Kay Nietfeld) Foto: Kay Nietfeld

VW-Aktie: Sparkurs zeigt erste Wirkung, doch der Druck bleibt hoch

Volkswagen treibt seinen Sparkurs weiter voran. Auf der Hauptversammlung zog der Konzern Bilanz. Die ersten Ergebnisse der Kostensenkungen werden sichtbar, doch die Herausforderungen bleiben groß. Für Anleger der VW-Aktie rückt damit erneut die Frage in den Vordergrund, ob der Umbau des Konzerns schnell genug wirkt. Das berichten unsere Kollegen von Verslo žinios.

Volkswagen-Chef Oliver Blume verteidigte auf der Hauptversammlung den eingeschlagenen Sparkurs des Unternehmens. "Die Rahmenbedingungen in der Automobilindustrie haben sich 2026 weiter verschlechtert", sagte Blume. "Unsere Lage ist angespannt und komplex." Darauf müsse der Konzern reagieren, berichtet das Wirtschaftsportal "WiWo". Blume hatte im Frühjahr die Vision 2030 für den Volkswagen-Konzern vorgestellt und erste Leitlinien für den Umbau genannt. "Unser über Jahrzehnte erfolgreiches Geschäftsmodell funktioniert heute nicht mehr. Wir müssen es weiterentwickeln", sagte er. An diesem Thema arbeite der Konzern intensiv. Weitere grundlegende Entscheidungen sollen im Sommer gemeinsam mit dem Aufsichtsrat getroffen werden. Das Ziel lautet, Volkswagen bis 2030 zum "attraktivsten Automobilhersteller der Welt" zu machen. Die Umsatzrendite soll dann bei acht bis zehn Prozent liegen.

VW-Aktie: Neue Modelle reichen Volkswagen noch nicht

Blume bewertete die bisherigen Anstrengungen des Unternehmens zugleich positiv. Mit neuen Modellen wie dem gerade vorgestellten elektrischen "ID. Polo" sei die Marke auf dem richtigen Weg. "Mit unseren Produkten stehen wir wieder an der Spitze des Wettbewerbs. Doch wir verdienen mit ihnen nicht genug Geld", sagte er. Die laufenden Sparprogramme zeigten bereits Wirkung. Dieser positive Effekt werde jedoch durch neue Belastungen geschwächt. Dazu zählen Zölle, Handelsbarrieren und geopolitische Risikofaktoren.

Der geplante Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen im gesamten Konzern bis 2030 verlaufe nach Plan. Allein bei der Kernmarke, bei der 35.000 Stellen wegfallen sollen, wird die Beschäftigtenzahl bis Ende 2026 um 19.000 sinken. Über 28.000 freiwillige Austritte gebe es bereits endgültige Vereinbarungen. Die Kosten der Werke in Deutschland seien 2025 um mehr als 20 Prozent gesunken.

Der Konzernchef bestätigte zudem Pläne, die Produktionskapazitäten weiter zu senken und Überkapazitäten abzubauen. Bis 2030 will Volkswagen die Kapazitäten der europäischen Werke um weitere 500.000 Autos verringern. Das kommt zusätzlich zum bereits laufenden Abbau von einer Million Autos bis 2028. Auch in China sollen die Kapazitäten um dieselbe Größenordnung sinken. Weltweit würden damit insgesamt eine Million Fahrzeuge aus der Planung verschwinden. Konkrete Details zu den einzelnen Maßnahmen nannte Blume zunächst nicht.

VW-Aktie: E-Auto-Wende belastet Volkswagen in Deutschland

Wie VŽ berichtete, muss Volkswagen auch Antworten auf die Folgen seiner hohen Investitionen in die Produktion von Elektroautos finden. Diese Richtung hatte die Europäische Union vorgegeben, um die Emissionen des Verkehrs zu senken. Elektroautos sollten die Lösung sein. Damit Verbraucher sie kaufen, öffneten Staaten ihre Haushalte großzügig für Subventionen und Kaufanreize. Anfangs sah es so aus, als würden Europäer tatsächlich in großer Zahl auf Elektroautos umsteigen. Als die Fördermittel ausliefen, zeigte sich jedoch, dass Elektroautos weit von der Spitze der Beliebtheit entfernt sind.

Volkswagen investierte in die ID-Modellreihe und baute riesige Produktionslinien auf, die nun nicht ausgelastet sind. Nach der Veröffentlichung der Geschäftszahlen zeigte sich, dass der Nettogewinn des Konzerns 2025 um 44 Prozent sank. Das war das schwächste Ergebnis seit der Dieselaffäre.

Für Deutschland ist der Umbau von Volkswagen unmittelbar relevant. Für die VW-Aktie bleibt entscheidend, ob der Konzern seine Kostenbasis schnell genug senken kann, ohne seine industrielle Stärke im Heimatmarkt zu beschädigen. Zugleich entscheidet der Erfolg der Elektrostrategie darüber, ob Volkswagen seine hohen Investitionen in tragfähige Erträge verwandeln kann.

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