Politik

Milliarden-Deal im Rüstungssektor: Bund steigt beim Panzerbauer KNDS ein

Der Bund übernimmt eine aktive Rolle in der deutschen Rüstungsindustrie. Nach intensiven Debatten hat der Haushaltsausschuss des Bundestages grünes Licht für den Einstieg des Bundes beim deutsch-französischen Panzerbauer KNDS gegeben. Für den Erwerb der Firmenanteile billigten die Abgeordneten eine gewaltige außerplanmäßige Ausgabe von bis zu 7,2 Milliarden Euro.
26.06.2026 13:37
Lesezeit: 1 min
Milliarden-Deal im Rüstungssektor: Bund steigt beim Panzerbauer KNDS ein
Der Bund steigt beim Panzerbauer KNDS ein: Für bis zu 7,2 Milliarden Euro sichert sich Deutschland 40 Prozent der Anteile vor dem geplanten Börsengang (Foto: dpa). Foto: Wolf von Dewitz

Gleichgewicht mit Frankreich: 40-Prozent-Beteiligung angestrebt

Das Ziel der Bundesregierung ist eine strategische Beteiligung in Höhe von 40 Prozent an dem Rüstungskonzern. Der Kaufpreis von maximal 7,2 Milliarden Euro basiert auf einer festgelegten Berechnungsformel. Mit diesem Schritt setzen Berlin und Paris auf eine strikte Partnerschaft: Einer bilateralen Vereinbarung zufolge sollen Deutschland und Frankreich künftig zu jeweils gleichen Teilen Anteile an dem RNDS-Mutterkonzern halten.

Kritik von den Grünen: „Erpressungssituation“ durch Börsengang

Trotz der Zustimmung im Ausschuss ist das Megaprojekt politisch nicht unumstritten. Die Fraktion der Grünen enthielt sich bei der Abstimmung. Der Verteidigungshaushälter Sebastian Schäfer begründete dies mit erheblichen finanziellen und strategischen Risiken. Es sei zwar grundsätzlich richtig, sich an Schlüsseltechnologien zu beteiligen, so Schäfer, allerdings sei der Bund durch den anstehenden Börsengang in eine Art „Erpressungssituation gegenüber der Verkäuferseite“ geraten.

Union und SPD betonen: Beteiligung wichtig für Deutschland

Christian Haase, Chefhaushälter der Unionsfraktion sagte: "Es geht um Arbeitsplätze in Deutschland. Es geht darum, dieses Know-how langfristig auch für Deutschland zu sichern." Der haushaltspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Thorsten Rudolph, erklärte, es sei "zwingend erforderlich, dass wir bei so einem zentralen Unternehmen für die Bundeswehr dann auch in die Verantwortung gehen als Bundesrepublik".

KNDS produziert Waffensystemen wie den Kampfpanzer Leopard 2 und die Panzerhaubitze 2000. Das Unternehmen entstand durch die Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und dem französischen Unternehmen Nexter. Aktuell befindet sich KNDS im Besitz der deutschen Familie hinter Krauss-Maffei Wegmann und des französischen Staates.

In den nächsten Wochen will der Rüstungskonzern an die Börse gehen. Die Aktien sollen in Frankfurt und Paris platziert werden. Das Unternehmen beliefert nach eigenen Angaben mehr als 40 Armeen weltweit. Der Konzern mit gut 11.000 Mitarbeitenden und Hauptsitz in Amsterdam steigerte im vergangenen Jahr seinen Umsatz um 15,9 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche etwa leichter. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...

DWN
Finanzen
Finanzen Dieselpreis im November: Oktober deutlich billiger – doch Diesel bleibt teurer als E10
02.11.2026

Der Dieselpreis hat sich im Oktober nach den Rekordwerten des Septembers zwar spürbar entspannt. Laut der am 2. November veröffentlichten...

DWN
Finanzen
Finanzen Technologieaktien versprechen gigantische Renditen und globale Marktmacht – sind aber „nur für Einsteiger geeignet“
02.11.2026

15.288 Prozent Rendite seit dem Börsengang, steigende Gewinne und 64 Kaufempfehlungen von Analysten: Die Alphabet-Aktie gehört zu den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft GTA 6 legt Amerikas Wirtschaft lahm: Wer vom Milliarden-Geschäft profitiert
02.11.2026

Millionen Fans warten auf GTA 6. Doch der Verkaufsstart könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden: 1,5 Millionen Beschäftigte...

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Aktie: Eine Warnung aus Korea für meine KI-Investition
02.11.2026

Die Gewinne sind auf Rekordniveau, und für die Chips der kommenden Jahre gibt es größtenteils bereits Käufer. Trotzdem macht mir als...

DWN
Politik
Politik Kampf um die Arktis: Die EU will ein Stück vom Kuchen
02.11.2026

Russland mit Eisbrechern, die USA mit Militär, China mit Handelsschiffen. Und die EU mit einer Strategie, allerdings ohne klare...

DWN
Technologie
Technologie Einem Slowenen gehört die Domain spacex.si: Kann Elon Musk sie ihm einfach wegnehmen?
02.11.2026

Tomaž Gojkošek aus Hajdina besitzt die Domain spacex.si seit 2021, während Musks Unternehmen eine deutlich ältere Marke hält. Wer hat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen UniCredit-Chef Orcel wirbt im Übernahmekampf um Commerzbank-Mittelstand
02.11.2026

Im Übernahmeringen um die Commerzbank geht UniCredit in die Offensive: Konzernchef Andrea Orcel verspricht deutschen Firmenkunden mehr...