IBM-Aktie rutscht ab: IBM verfehlt Umsatzerwartungen
Das IT-Unternehmen IBM <US4592001014> hat im zweiten Quartal ein verändertes Ausgabeverhalten seiner Kunden zu spüren bekommen. Der Konzernumsatz legte zwar leicht zu, verfehlte die Erwartungen der Analysten jedoch deutlich. Die IBM-Aktie rutschte am Dienstag im frühen US-Handel um fast ein Viertel ab. Das war der größte Tagesverlust seit 1987. Die Ergebnisse belasteten auch Software-Aktien wie Microsoft <US5949181045> und SAP <DE0007164600>.
Kunden verschieben Investitionen
Die Kunden hätten in den letzten Juni-Wochen ihre Ausgaben für IBM-Produkte auf Server, Speicher und Speicherchip-Käufe verlagert, schrieb Unternehmenschef Arvind Krishna in einem Brief an die Aktionäre. Damit seien sie erwarteten Preiserhöhungen infolge von Engpässen zuvorgekommen. Zwar habe IBM bestimmte Belastungen durch die Lieferketten einkalkuliert, das Ausmaß dieser Verschiebung der Investitionsausgaben habe der Konzern jedoch nicht vorhergesehen. So schossen die Preise für Speicherchips nach oben, weil diese Komponenten für den rasanten Ausbau von KI-Rechenzentren benötigt werden.
IBM-Aktie: Software wächst, Infrastruktur schwächelt
IBMs Umsatz legte im zweiten Quartal laut vorläufigen Berechnungen um ein Prozent auf 17,2 Milliarden US-Dollar zu, wie das Unternehmen am Dienstag überraschend mitteilte. Analysten hatten hier mit deutlich mehr gerechnet. Dabei stiegen die Erlöse im Softwaregeschäft um fünf Prozent. Der Erlös aus dem Infrastrukturgeschäft sank hingegen um sieben Prozent. Der bereinigte Gewinn je Aktie erhöhte sich um fünf Prozent auf 2,93 Dollar.
KI-Sorgen belasten die Aktie
Konzernchef Arvind Krishna hatte IBM verstärkt auf das Softwaregeschäft ausgerichtet, unter anderem durch milliardenschwere Zukäufe wie Red Hat, HashiCorp und Confluent. Die heftige Reaktion der Anleger am Dienstag könnte auch darauf zurückzuführen sein, dass am Markt die Sorge wächst, Künstliche Intelligenz könne mit ihren Software-Fähigkeiten das Geschäft von IBM aushöhlen.
