Bereits 1971 verwies der amerikanische Ökonom und Sozialwissenschaftler Herbert A. Simon auf ein wichtiges Problem der Informationsgesellschaft: Ein Überfluss an Informationen schaffe eine Armut an Aufmerksamkeit. „Mentalen Kapitalismus“ nannte Stadtplaner Georg Franck diesen Wettbewerb in seinem 1998 erschienen Buch „Ökonomie der Aufmerksamkeit“. Dabei geht es um Prestige, Reputation, Prominenz und Ruhm, langfristig aber auch um Geld.
Laut Studien liegt die Aufmerksamkeitsspanne bei Internetnutzern bei gerade einmal 47 Sekunden. Es bleibt also nicht einmal eine Minute Zeit, um derart spannende Inhalte zu liefern, dass Internetnutzer einen Anreiz haben auf einer Seite zu verbleiben. Das macht die Aufmerksamkeit zu einem erstrebenswerten Kapital, um das verschiedenste Anbieter buhlen.
Nehmen wir als gutes Beispiel die Online Casino Branche. In der Ökonomie der Aufmerksamkeit konkurriert ein Online Casino nicht nur mit anderen Casinos, sondern zeitgleich mit unterschiedlichen Freizeit- und Unterhaltungsangeboten wie YouTube, TikTok, Computerspielen oder Streaming-Plattformen. Um im Überfluss der Aufmerksamkeitsökonomie herauszustechen, braucht es neuer Strategien.
Aufmerksamkeit als ein rares Gut: Nutzer nicht nur gewinnen, sondern auch halten
Das Geschäftsmodell der meisten digitalen Plattformen beruht nicht auf dem Verkauf von Produkten, sondern auf einer maximalen Verweildauer, also dem User Engagement. Diese lässt sich dann durch Werbung oder Affiliate-Links zu anderen Anbietern monetarisieren.
Dabei nutzen Anbieter gezielte Tricks, um die Aufmerksamkeit der Nutzer aufrecht zu erhalten. Dazu gehören kuratierte Feeds, die emotionale Reize auslösen, Push-Notifikationen oder Design-Muster, die eine kontinuierliche Nutzung fördern. Wer ist noch nicht in die Autoplay-Falle bei YouTube getappt, bei der nach dem Ende eines Videos direkt ein neues startet?
Insbesondere soziale Netzwerke oder Plattformen mit Nutzer-Interaktionen zielen direkt auf das Belohnungssystem im Gehirn: Nachrichten von anderen Nutzern oder Likes zu einem Post sorgen für eine Ausschüttung des Glückshormons Dopamin. Da das aber viele Anbieter erkannt haben, verstärkt dies den Kampf um die Aufmerksamkeit.
Das klingt erst einmal negativ, hat aber auch positive Konsequenzen, beispielsweise die Entwicklung neuer Technologien und nutzerfreundlicher Webseiten und Apps, die auf die Bedürfnisse ihrer Konsumenten zugeschnitten sind.
Pioniere der Customer Experience und Gamification
Online Casinos sind ein perfektes Beispiel dafür, wie Aufmerksamkeit erzeugt, gehalten und direkt monetarisiert wird. Sie sind Vorreiter darin, wie man digitale Erlebnisse gestaltet – von einer barrierefreien Nutzerführung bis hin zur Gamification der User Experience. Wer verstehen will, wie man im 21. Jahrhundert wenige Sekunden an Aufmerksamkeit in loyale Nutzerschaft verwandelt, kommt nicht darum herum, die Online Casino Branche genau zu beobachten. Einen Einblick in aktuelle Marktstandards und die Unterschiede zwischen lizenzierten Anbietern bietet etwa casino.at, wo Online Casinos anhand transparenter Kriterien wie Nutzerfreundlichkeit, Sicherheit und Spielangebot verglichen werden.
Die Branche ist im deutschsprachigen Raum sehr beliebt:
In Österreich nehmen beispielsweise rund 46,4 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal jährlich an Glückspielen teil.
Dazu gehört allerdings auch das klassische Lotto. Online Casinos, Sportwetten und virtuelle Automaten dominieren die Plattformen.
Mit technischen Innovationen aus dem Lärm und Überfluss herausstechen
Die Casino Branche war schon immer ein technischer Innovator und so verwundert es kaum, dass Casino Websites als eine der ersten Krypro-Währungen und Blockchain integrierten, um beispielweise Mikrozahlungen zu ermöglichen oder mittels Blockchain-Algorithmen die Fairness des Spielens mathematisch nachweisbar zu machen. Auch haben Online Casinos hohe Standards hinsichtlich Verschlüsselungsverfahren zum Schutz von Transaktionen und setzten bereits frühzeitig auf KI-gesteuerte Monitoring Tools, um problematisches Verhalten zu erkennen.
All diese Innovationen sind Teil des Wettbewerbs um Aufmerksamkeit: je besser das Erlebnis, desto höher die Wahrscheinlichkeit, die Aufmerksamkeit des Nutzers zu halten. Laut Markstudien halten rund 53 Prozent der Spieler ihrem bevorzugten Online Casino die Treue – oft basierend auf Promotionen, Treueprogrammen oder exklusiven Spielen für langfristige Nutzer. Das ist eine höhere Treuequote, als bei vielen anderen Online-Angeboten, die mit Nutzerfluktuationen zu kämpfen haben.
Grundsätzlich gilt in einer Ökonomie der Aufmerksamkeit: Je besser die Reputation eines Anbieters, desto wahrscheinlicher ist es, dass Nutzer den Anbieter online finden, Vertrauen entwickeln und sich langfristig daran binden. Als Fazit gilt also: In einer Ökonomie der Aufmerksamkeit gewinnt nicht derjenige, der am lautesten schreit. Vielmehr braucht es neben dem richtigen Hook, also dem Angelhaken, um Nutzer einzufangen, auch die entsprechenden Inhalte, technische Innovationen und langfristige Nutzeranreize.
