Adidas-Aktie: Kurs gerät nach Quartalszahlen unter Druck
Der Adidas-Aktie droht am Donnerstag nach den Quartalszahlen der tiefste Stand seit Anfang Juni. Im vorbörslichen Handel auf Tradegate sackte der Kurs des Sportartikelherstellers im Vergleich zum Xetra-Schluss um 9 Prozent auf 165,90 Euro ab, nach Börsenöffnung sogar um rund 17 Prozent auf 152,66 Euro. Die Papiere des Konkurrenten Puma wurden auf Tradegate mit minus 2,9 Prozent ebenfalls nach unten gezogen.
Höhere Kosten: Ergebnis bleibt hinter Erwartungen zurück
Adidas erhöhte zwar die Umsatzprognose, doch höhere Kosten bremsten die Ergebnisentwicklung. Im Fokus stehe eine beachtliche Erhöhung der operativen Aufwendungen, welche die Schätzungen deutlich übertroffen hätten, kommentierte Analyst James Grzinic von Jefferies in einer ersten Reaktion. Die starke Wachstumsdynamik im zweiten Quartal rücke dadurch etwas in den Hintergrund.
Marketingausgaben: Analysten sehen durchwachsene Zahlen
Wegen gestiegener Marketingausgaben habe Adidas beim operativen Ergebnis (Ebit) die Erwartungen klar verfehlt, schrieb Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC. Das Zahlenwerk bezeichnete er insgesamt als durchwachsen.
Adidas-Aktie im Detail:
Der Sportartikelhersteller Adidas hat im zweiten Quartal dank der Fußball-Weltmeisterschaft ein starkes Wachstum erzielt. Das Unternehmen, das mit Spanien und Argentinien beide Finalisten ausrüstete, verkaufte mehr Trikots und Bälle als zuvor. In der Folge hob Adidas seine Umsatzprognose an. Gleichzeitig investierte der Konzern jedoch deutlich mehr in Marketing. Zudem belasteten höhere Kosten für Fracht, Beschaffung und US-Zölle die Ergebnisentwicklung, die hinter den Erwartungen der Analysten zurückblieb. Die Adidas-Aktie sackte vorbörslich am Donnerstag auf der Handelsplattform Tradegate um fast acht Prozent ab.
Eigene Verkaufskanäle sorgen für Wachstum
Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 13 Prozent auf rund 6,7 Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Herzogenaurach mitteilte. Währungsbereinigt erzielte Adidas einen Prozentpunkt mehr Wachstum. Besonders stark entwickelte sich die Nachfrage in den eigenen Verkaufskanälen. Im Großhandel fiel das Plus dagegen erneut deutlich schwächer aus, insbesondere in Europa. Neben dem Fußballgeschäft zeigte sich auch das Running-Segment robust. Für die Adidas-Aktie standen jedoch vor allem die Gewinnentwicklung und die Kosten im Fokus.
Adidas-Aktie: Umsatzprognose steigt
Adidas erhöhte seine Umsatzprognose für das laufende Jahr leicht und rechnet nun mit einem währungsbereinigten Wachstum von neun bis zehn Prozent. Bislang hatte das Management um Konzernchef Björn Gulden ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt.
Höhere Kosten drücken auf das Ergebnis
Während der Umsatz die Erwartungen übertraf, blieb die Ergebnisentwicklung hinter den Schätzungen der Analysten zurück. Im Zuge der Fußball-Weltmeisterschaft gab Adidas über 200 Millionen Euro mehr für Marketing aus. Hinzu kamen höhere Fracht- und Beschaffungskosten sowie gestiegene US-Zölle. Für unrechtmäßig erhobene Zölle erhielt Adidas die erste "geringe Rückerstattung". Das Betriebsergebnis legte insgesamt um fünf Prozent auf 574 Millionen Euro zu. Analysten hatten allerdings mit mehr gerechnet. Entsprechend geriet die Adidas-Aktie nach den Quartalszahlen unter Druck.
Adidas-Aktie: Ergebnisprognose bleibt unverändert
Die Ergebnisprognose bestätigte Adidas und erwartet für 2026 weiterhin ein Betriebsergebnis von rund 2,3 Milliarden Euro. Analysten haben jedoch bereits 2,4 Milliarden Euro auf dem Zettel.
Wechsel im Finanzressort
Zudem kommt es zu einem Wechsel im Finanzressort. Der langjährige Finanzvorstand Harm Ohlmeyer wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern, wie das Unternehmen separat mitteilte. Er war seit fast 30 Jahren bei Adidas tätig und seit 2017 Finanzvorstand des Unternehmens. Seine Nachfolgerin wird Birgit Kretschmer. Sie werde mit Wirkung zum 1. September in den Vorstand berufen und übernehme das Amt zum Ende des Jahres, hieß es. Kretschmer verfügt über insgesamt eine 25-jährige Erfahrung bei Adidas. In den vergangenen sechs Jahren war sie Finanzchefin des Modehändlers C&A und kehrt im September zu Adidas zurück.

