Finanzen

Meta-Aktie unter Druck: Wall Street zweifelt an Zuckerbergs KI-Offensive

Mark Zuckerberg setzt bei Meta weiter auf große KI-Visionen. Doch an der Börse wächst die Skepsis: Trotz ambitionierter Pläne für Künstliche Intelligenz verlor die Meta-Aktie nach den Zahlen vorbörslich deutlich. Anleger sorgen sich vor allem um enttäuschende Gewinnerwartungen, eine verhaltene Umsatzprognose und die hohen Investitionen in KI.
30.07.2026 14:14
Aktualisiert: 30.07.2026 14:16
Lesezeit: 2 min
Meta-Aktie unter Druck: Wall Street zweifelt an Zuckerbergs KI-Offensive
Zuckerbergs Pläne für KI verunsichern die Börse: Die Meta Aktie bricht ein. Erfahren Sie, warum enttäuschte Gewinnerwartungen die Wall Street belasten (Foto: dpa). Foto: Andrej Sokolow

Hohe KI-Ausgaben verunsichern Anleger

Sollte Meta im regulären Handel so stark wie vorbörslich sinken, würde sich das Jahresminus auf rund ein Fünftel belaufen. Seit dem Rekordhoch von fast 800 US-Dollar würde der Verlust auf rund ein Drittel steigen. Damals war das Unternehmen mehr als zwei Billionen Dollar wert; inzwischen sind es wieder weniger als 1,5 Billionen. Da Unternehmenschef Zuckerberg auch viele Meta-Aktien hält, zählt er mit rund 200 Milliarden zu den vermögendsten Menschen der Welt.

JPMorgan-Experte: Klarheit zu Produkt-Pipeline und Ausgabenplanung fehlt

Meta übertraf nach Einschätzung des Jefferies-Experten Bent Thill mit dem Ergebnis die Erwartungen zwar leicht, doch zu den Investitionen in KI äußerte er sich kritisch. Der massive Ausbau im Bereich KI schreite weiter voran, noch bevor sich konkrete Erträge abzeichneten, monierte er. "Da keine Cloud-Deals angekündigt wurden und sich das Wachstum im dritten Quartal voraussichtlich erneut verlangsamen wird, bleibt die langfristige Kapitalrendite umstritten."



JPMorgan-Analyst Dough Anmuth bemängelte, dass es bei Meta an Klarheit gefehlt habe zu Produkt-Pipeline und Ausgabenplanung, auch wenn er das Potenzial etwa bei der Weiterentwicklung von Modellen und neuer Möglichkeiten der KI-Monetarisierung nach wie vor positiv sehe. "Investoren hatten sich mehr Klarheit über den Zeitplan und den Umfang neuer Geschäftsmöglichkeiten erhofft. Wir erfuhren jedoch kaum Neues", resümierte er.

KI-Wettlauf

Bei der Prognose für die Investitionen in KI-Infrastruktur hob Meta diesmal nur das untere Ende der Spanne von 125 auf 130 Milliarden Dollar an. Die erwartete Obergrenze bei den Kapitalinvestitionen blieb bei 145 Milliarden Dollar. 2025 gab der Konzern dafür gut 72 Milliarden aus.

Konzernchef Zuckerberg hat große Ambitionen, Rivalen wie den ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie Google und Elon Musks KI-Firma xAI bei Künstlicher Intelligenz zu überflügeln. Dafür ist er bereit, viele Milliarden auszugeben - selbst mit dem Risiko, zu viele Rechenzentren-Kapazitäten aufzubauen.

Einige Experten und Anleger zweifeln unterdessen, ob das Geld wieder verdient werden kann. Zuckerberg betonte dagegen in einer Telefonkonferenz mit Analysten, es gebe aktuell nicht annähernd genug Angebot an Rechenleistung gemessen an der Nachfrage. Er signalisierte erneut, dass Meta überschüssige Kapazitäten an andere verkaufen könnte.

Das Geld für den KI-Ausbau liefert nach wie vor das boomende Werbegeschäft des Facebook-Konzerns. Im vergangenen Quartal steigerte Meta den Umsatz im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 60,8 Milliarden Dollar. Unter dem Strich gab es einen Gewinn von rund 15,85 Milliarden Dollar - das waren 14 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Enttäuschte Erwartungen

Beim Ergebnis pro Aktie - dem Wert, auf den die Investoren achten - kam Meta auf 6,18 Dollar statt der von Analysten im Schnitt erwarteten 7,22 Dollar. Der Konzern musste im vergangenen Quartal rund 2,4 Milliarden für Rechtsstreitigkeiten zurückstellen. Unter anderem steht Meta im Mittelpunkt mehrerer US-Klagen, in denen dem Konzern unzureichender Schutz junger Nutzer vorgeworfen wird.

Meta stellte für das laufende Vierteljahr einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht, während Analysten im Schnitt mit rund 63 Milliarden Dollar gerechnet hatten.

Auf mindestens eine Meta-App griffen zuletzt 3,6 Milliarden Nutzer zu. Drei Monate zuvor waren es 3,56 Milliarden gewesen. Zum Konzern gehören auch der Chatdienst WhatsApp, die Foto- und Video-Plattform Instagram sowie Threads, eine Alternative zu Musks Twitter-Nachfolger X.

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