RWE-Aktie steigt: Energiekonzern beendet US-Windkraftprojekte gegen Milliardenzahlung
Die RWE-Aktie hat positiv auf eine milliardenschwere Einigung des Energiekonzerns mit der US-Regierung reagiert. RWE zieht sich aus allen geplanten Offshore-Windkraftprojekten vor den Küsten der Vereinigten Staaten zurück. Im Gegenzug erhält der DAX-Wert 1,22 Milliarden Dollar, rund 1,06 Milliarden Euro. Die Vereinbarung hat einen Umfang von mehr als 1,2 Milliarden US-Dollar.
Der Vergleich zwischen der US-Offshore-Tochter und dem US-Innenministerium sieht vor, dass RWE auf Ansprüche gegen die Regierung verzichtet und Pachtrechte für Windkraftanlagen vor den Küsten von New York, Kalifornien und Louisiana zurückgibt. In die Planung hatte der Essener Konzern bereits mehr als eine Milliarde Dollar investiert.
"Nach sorgfältiger Abwägung wurde festgestellt, dass für diese Projekte in den USA auf absehbare Zeit keine Genehmigungsfähigkeit gegeben ist", erklärte RWE. Die Projekte befanden sich noch in einem sehr frühen Entwicklungsstadium und wären erst in den 2030er-Jahren in Betrieb gegangen.
Trump stellt sich gegen Ausbau der Windenergie
Die Offshore-Wind-Pachten hatte RWE 2022 erworben, als Joe Biden US-Präsident war und den Ausbau der Windenergie förderte. Sein Nachfolger Donald Trump lehnt Windkraft dagegen ab. Seine Regierung hat sich von der Förderung sauberer Energien abgewendet und will die heimische Produktion fossiler Brennstoffe steigern.
Die Vereinbarung mit RWE ist die fünfte und bislang größte, die die US-Regierung in diesem Jahr geschlossen hat, um die Entwicklung von Offshore-Windprojekten zu stoppen. Trump bezeichnete Windkraft unter anderem als "grünen Betrug" und "vielleicht größten Schwindel der Geschichte".
"Die Amerikaner verdienen ein Energiesystem, das auf gesundem Menschenverstand beruht – und nicht eines, das von kostspieligen Subventionen oder Technologien abhängt, die den gegenwärtigen Energiebedarf unseres Landes nicht decken können", erklärte US-Innenminister Doug Burgum. Ein Ministeriumssprecher verwies zudem auf die hohe Abhängigkeit der Offshore-Windenergie von ausländischen Lieferketten.
RWE investiert Milliarden in den USA
Für die RWE-Aktie ist auch entscheidend, wie der Konzern das frei werdende Kapital einsetzt. RWE beteiligt sich mit 900 Millionen Euro an einem Flüssiggasprojekt in Louisiana. Das Geld soll zur Finanzierung des Baus des LNG-Terminals verwendet werden. Zusätzlich will der Konzern sein Geschäft mit Gaskraftwerken in den USA für 300 Millionen Dollar ausbauen.
"Darüber hinaus plant RWE Americas in den nächsten sechs Jahren rund 17 Milliarden Euro in den USA zu investieren, um ihre Erzeugungskapazität von derzeit rund 13 Gigawatt in 27 Bundesstaaten auf 22 Gigawatt bis zum Jahr 2031 auszubauen", teilte der Konzern mit. Allein 2025 nahm RWE in den Vereinigten Staaten zwei Gigawatt neue Stromerzeugungskapazität in Betrieb.
Außerhalb der USA hält RWE zugleich am Geschäft mit Offshore-Windparks fest. Der Konzern betreibt derzeit 18 Offshore-Windparks, vier weitere befinden sich im Bau. Hinzu kommen Projekte in der Entwicklung sowie 6,9 Gigawatt gesicherte Kapazität aus der jüngsten Ausschreibungsrunde für Offshore-Wind in Großbritannien.
RWE-Aktie gewinnt 2,2 Prozent
An der Börse wurde die Einigung positiv aufgenommen. Die RWE-Aktie beendete den Xetra-Handel mit einem Plus von 2,2 Prozent. Damit bestätigt der RWE-Aktienkurs seine starke Entwicklung: Seit Ende 2025 legten die Papiere um rund ein Viertel zu und gehören im bisherigen Jahresverlauf zu den stärksten deutschen Standardwerten.
Für Anleger bedeutet die Vereinbarung vor allem mehr Klarheit über die US-Projekte. RWE erhält einen milliardenschweren Ausgleich und kann Kapital auf Vorhaben mit Umsetzungsperspektive konzentrieren. Gleichzeitig beendet der DAX-Wert Projekte, für die nach eigener Einschätzung keine Genehmigungsfähigkeit absehbar ist. Die positive Reaktion beim RWE-Aktienkurs zeigt, wie die Börse diesen Schritt zunächst bewertet. Damit bleibt die RWE-Aktie nach ihrer starken Entwicklung seit Ende 2025 im Fokus der Anleger.
RWE: Trump-Milliarden schaffen Klarheit – und die RWE-Aktie steigt
Mit dem Ausstieg aus den geplanten Offshore-Windprojekten zieht RWE Konsequenzen aus den politischen Rahmenbedingungen in den USA. Der Konzern erhält 1,22 Milliarden Dollar und kann Kapital auf Projekte mit verlässlicherer Umsetzungsperspektive konzentrieren. Gleichzeitig bleibt RWE außerhalb der USA im Offshore-Windgeschäft aktiv und plant umfangreiche Investitionen in den Vereinigten Staaten. Für Anleger steht zunächst die positive Börsenreaktion im Vordergrund: Die RWE-Aktie gewann 2,2 Prozent und setzt damit ihre starke Entwicklung fort. Seit Ende 2025 haben die Papiere rund ein Viertel zugelegt. Entscheidend bleibt, wie erfolgreich RWE seine geplanten Milliardeninvestitionen umsetzt und die Erzeugungskapazitäten in den USA ausbaut.

